Gärtnern

Kinder lieben es, im Garten zu spielen. Doch was braucht es, damit sie Freude an Gartenpflanzen und Blumentöpfen entwickeln? Hier erfahren Sie, was Sie dafür tun können.

Gärten, Terrassen oder Balkone  sind wichtig, enorm wichtig.  Um zu fördern, dass Kinder draussen spielen und die hiesige Pflanzen- und Tierwelt erleben können, führt Coop vom 11. April bis 28. Mai 2016 die grosse Sammelaktion «Abenteuer Garten – Sammeln, Säen und Entdecken» durch. Im Mittelpunkt stehen 120 Spiel- und Sammelkarten. Jede Karte ist einem Tier oder einer Pflanze gewidmet, die man in Schweizer Gärten finden kann. Mit den Karten kann auf diverse Arten gespielt werden. 12 Karten sind speziell: Sie duften, wenn man an ihnen reibt. Ein Päckchen mit drei Sammelkarten ist erhältlich pro Einkauf von 20 Franken in Coop-Supermärkten, Coop-City-Warenhäusern, im Coop Bau + Hobby, bei Coop@home und im Coop-Restaurant.


Das Sammelvergnügen beginnt mit der ersten Karte. Und nach und nach füllt sich das Album.

Gärtnern spricht alle Sinne an

Die 120 Karten mit spannenden Hintergrundinformationen zu Pflanzen und Tieren können Interessierte in ein grosses Sammelalbum einstecken. Dieses kostet Fr. 2.90. Es enthält weitere Infos zur Natur und auch Gartentipps. Denn das ist der Hauptzweck der Aktion: mehr Grün, mehr Garten, mehr Natur. In manchen Päckchen findet sich ein Gutschein für eines von 18 Saat-Sets für verschiedene Kräuter, für Gemüse oder Blumen. Das Set besteht aus einem Pad mit Saatgut und einem Pflanzentöpfchen, in dem eigene Gewächse gezüchtet werden können. Los gehts! Wichtig ist beim Gärtnern mit Kindern, dass nicht nur schöne Blumen oder nur nützliches Gemüse angepflanzt wird, sondern dass alle Sinne angesprochen werden. Denn Kinder möchten Pflanzen anfassen, riechen und schmecken.

Zum Garten-Wettbewerb von Coop

Sabine Reber hat ihre Tochter Jeanne Rose von klein auf in Erde wühlen und Blümchen oder Beeren abrupfen lassen. Jetzt pflanzt sie selber Kresse.

Mussten Sie Ihre Tochter je zwingen, im Garten oder auf dem Balkon mitanzupacken?
Sicher nicht! Gärtnern soll Freude machen.

Wie alt sollten Kinder sein, um im Garten mitzumachen?
Also meine Tochter war von Anfang an dabei. Zuerst interessierte sie sich vor allem für Himbeeren und Cherrytomaten. Mit zwei fand Jeanne Rose es spannend, Blümchen abzureissen. Ich hab sie machen lassen, denn ich wollte, dass sie alles anfassen kann. Kleine Kinder finden oft die Erde fast interessanter als die Pflanzen. Wann ein Kind gross genug ist, um etwas anzusäen, ist wohl individuell.

Welche Samen empfehlen Sie?
Für kleine Kinder sind grosse Samen gut, also Sonnenblumen, Ringelblumen oder Kapuzinerkresse, die sie einzeln in Töpfchen stecken können. Erbsen und Bohnen eignen sich ebenfalls. Meist haben Kinder geschickte Finger und kommen bald auch mit kleineren Samen zurecht. Man muss sie selber ausprobieren lassen. Samen und viele Setzlinge sind nicht so teuer, da ist es nicht schlimm, wenn einmal etwas schiefgeht.

Bei Samen sieht man nicht gleich ein Resultat, sondern erst nach Wochen. Was kann man tun, damit Kinder nicht ungeduldig werden?
Kinder verstehen, dass man warten muss. Auf Weihnachten warten sie ja auch. Beim Gärtnern schauen sie dann jeden Tag in die Töpfchen, bis etwas spriesst. Sinnvollerweise startet man diverse Sachen gleichzeitig. Sehr langsam keimen Karotten. Da ist es gut, daneben Kresse zu säen, die rasch aufgeht.

Ermöglichen es Gartenarbeiten, Kindern Geduld beizubringen?
Wenn ich nur selber wüsste, wie man Geduld lernen kann! Aber im Garten ist Ungeduld kein Problem, weil viele Sachen gleichzeitig geschehen. Es ist ja nicht so, dass man etwas sät und dann tagelang danebensitzt, bis es keimt. Man pflanzt, jätet, tut dieses und jenes, und zwischendurch schaut man, ob die Saat aufgegangen ist. Kinder erforschen Regenwürmer, veranstalten ein Schneckenrennen oder machen sonst etwas, das uns Erwachsenen gar nicht in den Sinn gekommen wäre.

Sie sind eine Liebhaberin von essbaren Blumen. Wie verhindern Sie, dass Ihre Tochter Giftiges isst?
Mit neun weiss sie das. Bei kleinen Kindern muss man natürlich schauen, dass giftige Sachen nicht erreichbar sind. Und man muss Kindern beibringen, was man essen kann und was nicht. Man sollte das mit den Giftpflanzen auch nicht dramatisieren.

Wie meinen Sie das?
Grundsätzlich ist es so, dass giftige Sachen widerlich schmecken. Man würde sie eh ausspucken. Die meisten Pflanzen sind auch nicht wahnsinnig giftig, sondern unbekömmlich, und das merkt man, wenn man sie probiert. Es gibt wenige Pflanzen, die wirklich tödlich sind. Und diese pflanze ich grundsätzlich nicht dort, wo essbare Sachen wachsen. So würde ich nie Maiglöckchen in der Nähe von Bärlauch anpflanzen. Und wer kleine Kinder hat, wird nicht Tollkirschen auf dem Balkon ziehen.

Was gärtnert Ihre Tochter Jeanne Rose am liebsten?
Momentan hat sie eine Kresseplantage in ihrem Zimmer, weil sie Kressebrötchen mag. Ihre Lieblingspflanze ist der Pfirsichbaum auf dem Balkon, der immer wunderbar blüht. Jetzt wartet sie gespannt, wie viele Pfirsiche heranreifen. Zudem hat sie sich gerade einen Kaktus mit einer bunten Aufpfropfung gewünscht. Finde ich nicht so toll, aber eben, sie pflanzt das, was sie will.

Was sehen Sie als grössten Gewinn, wenn ein Kind sich mit Gartenarbeiten befasst?
Es ist enorm gesund, viel draussen zu sein. Und Kinder können so ein Gefühl für gute Ernährung entwickeln.

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Eva Nydegger

Redaktorin der Coopzeitung

Foto:
Alamy, Stöh Grünig, zVg
Veröffentlicht:
Montag 11.04.2016, 00:00 Uhr

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