Gärtnern mit Kindern – ein spielerisch ernsthaftes Vergnügen

Beobachten, wie eine Pflanze entsteht, Früchte pflücken und ihre Schönheit bewundern – in all dem steckt Magie! Erst recht, wenn man es gemeinsam mit Kindern macht.

Warum man Kinder in die Gartenpflege miteinbeziehen sollte? Weil es Kinder fasziniert zu beobachten, wie ein Pflänzchen unter ihren fürsorglichen Händen gedeiht, und weil ihnen nichts so gut schmeckt wie eine frisch gepflückte Cherry-Tomate. Zudem ist es die einfachste Methode, den Kleinen die Bedeutung der Natur und ihrer Produkte näherzubringen und sie für die Umwelt zu sensibilisieren. Und, ebenso wichtig: Gärtnern fördert das Verantwortungsgefühl. Damit der Samen keimt, die Pflanze wächst und Früchte gibt, braucht es zwei wesentliche «Zutaten»: Geduld und Ausdauer. Das lernen Kinder im Garten auf spielerische Art.

Im Pro-Specie-Rara-Garten

Den spielerischen Umgang beobachten wir bei einer Gruppe von Kindern zwischen dreieinhalb und sieben Jahren, die mit Hacke, Rechen, Spaten und Schubkarre ausgerüstet sind, um Manuela Ghezzi vom Zentrum Pro Specie Rara San Pietro im Tessin im Garten zu helfen. Dieser Garten der Schweizer Stiftung, die sich um die Bewahrung von Kulturpflanzen und vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen kümmert, ist reich an Gewächsen der besonderen Art. Hier finden sich silberne Karden mit Blättern so hoch wie die Kinder selbst, Kohlarten, Altgold-Dinkel, Berzona-Weizen, Haferwurzel, ein blühendes Pfirsichbäumchen. Der Garten ist ein Paradies der Biodiversität.

Die Beete stehen bereit. Nachdem die kleinen Gärtner aus der Schubkarre etwas Kompost auf die Erde gekippt haben, bereiten sie mit ihren Rechen das Beet für die Salatsetzlinge vor. Manuela Ghezzi schiebt den Kindern von ihrem Teil des Beetes ganz viel Erde zu. Nach ein paar Minuten des Spiels gilt es ernst: Die Erde wird gleichmässig glatt gestrichen und die Kinder pflanzen die Setzlinge ein. «Ich esse gern Salat», sagt Yassin, «aber nur im Kindergarten, weil die Salatsauce dort besser ist als daheim.» Elyas, Pietro und Lucia pflanzen rote und grüne Kohlrabi. Die Kleinen begreifen schnell und halten die genaue Distanz zwischen den Pflänzchen ein, wie Manuela es ihnen gezeigt hat. Bei ihren kleinen Händen macht das zwei Spannen. Die Kinder säen auch eine Reihe Erbsen. «Das sind Pflänzchen, die in dieser Jahreszeit innert drei Wochen spriessen und danach schnell wachsen», erklärt Manuela Ghezzi. «Ausserdem sind Saaterbsen etwas grösser als andere Samen und daher auch für kleinere Kinder geeignet.»

Im Kreislauf der Natur

Der Jahreszeitenfolge kommt im Garten grosse Bedeutung zu, und jede Jahreszeit hält ihre Überraschungen bereit. Im natürlichen Kreislauf hat alles seine Zeit: Etwas gedeiht, und etwas anderes muss sterben. Anders als zum Beispiel in der Wirtschaft glaubt man nicht, alles müsse endlos weiterwachsen. Im Frühling spriessen die Blätter einer Linde in saftigem Grün, im Herbst fallen sie zu Boden und verrotten. «Mit Kindern den Lauf der Jahreszeiten neu zu entdecken, finde ich ein wunderbares Erlebnis », meint die Betreiberin des Zentrums abschliessend. Die kleinen Kinder und die Natur haben sich dort jedenfalls ein bisschen besser kennengelernt.

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Text:
Natalia Ferroni
Foto:
Annick Romanski, Hsaskia Cereghetti Landrini, zVg
Veröffentlicht:
Donnerstag 14.04.2016, 16:00 Uhr

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