Im Schnee herumtollen strapaziert die Pfoten.

Ganz wunde Pfoten

Auch Hunde können mal Schuhe brauchen: Der kleine Bono hat wunde Pfoten. Doch er wehrt sich gegen jede Behandlung, auch gegen die Schuhe. Was nun?

Zitternd kauerte der magere nervöse Rehpinscher auf dem Praxistisch. Ich hatte es aufgegeben, seine Pfoten genauer zu untersuchen, da er das gar nicht mochte. Der kleine Bono hatte sein alljährliches Winterproblem: Er leckte sich die Pfoten wund. «Manchmal nagt Bono sogar, bis es blutet», meinte sein besorgter Besitzer. Ich dachte an eine Allergie oder an vom Schnee, Eis und Salz verletzte Pfoten, doch wie konnte man Bono davon überzeugen, dass er Bäder und Salben, ja vielleicht sogar Schuhe akzeptieren sollte?

Ein neuer Hund

Ich legte ein ganzes Sortiment Medikamente auf den Tisch. «Egal, was der Auslöser seines Problems ist, wir müssen diese Reizung mildern. Dazu gibt es auf die Haut aufzutragende Medikamente.» Ich hielt ihm Bäder und Salben inklusive Hundeschuhe hin. «Geht das nicht, so muss man ihn mit Tabletten behandeln.» Ich zeigte auf diverse Packungen. «Auf jeden Fall braucht Bono aber regelmässige Pflege. Da auch eine Allergie infrage kommt, muss er sein Futter umstellen.» Sein Besitzer machte ein langes Gesicht. «Er lässt weder Sie noch mich an die Pfoten. Tabletten nimmt er kaum. Wie soll ich das machen? Im Fressen ist er noch heikler als mit den Pfoten. Unmöglich!»
Lange sah ich Bono nicht mehr. Ich fragte mich oft, was mit ihm geschehen war, als er endlich zum Impfen einen Termin hatte. Eine fröhliche pensionierte Dame hatte einen gesunden Bono im Arm. «Ihre Medikamente habe ich alle nicht gebraucht», sagte sie. Ihre Augen blitzten herausfordernd. «Mein Sohn hat mir den Kleinen einfach übergeben. Er konnte es mit seinem Job nicht mehr machen. Jeden Tag koche ich ihm ein frisches Menü. Er darf aber erst fressen, nachdem ich ihm seine Pfoten gepflegt habe.» Bono schien zu lächeln. Irgendwie passte er besser zu der alten Dame.

 

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Sprechstunde: Fragen Sie Chantal Ritter

Falls Sie ein gravierendes Problem haben, können Sie eine Frage an Tierärztin Dr. Chantal Ritter stellen. Beachten Sie aber, dass Chantal Ritters Ratschläge eine erste Einschätzung der Lage sind, doch im Ernstfall nicht den Besuch eines Tierarztes ersetzen können. Die Tierarztsprechstunde finden Sie in unserer Online-Tiercommunity.

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Alamy, zVg
Veröffentlicht:
Montag 21.03.2016, 00:00 Uhr

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