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Matthias Zehnder
schreibt am 23.01.2012


Geiz und neue Sünden

Eigentlich hatte ich vor, an dieser Stelle etwas über Geiz zu schreiben und damit zu beginnen, dass Geiz eine Todsünde ist. Oder vielleicht eher war – wirklich ernst scheint die sieben Todsünden niemand mehr zu nehmen. Oder vielleicht doch?

Neben Geiz gehören etwa die Superbia dazu, also der Hochmut, Luxuria, die Ausschweifung und Gula, also die Völlerei. Als ich zur Sicherheit die Todsünden noch einmal nachschlagen wollte, bin ich auf einen Text von Mahatma Gandhi gestossen: 1948 hat er die sieben Todsünden der Modernen Welt so definiert: Reichtum ohne Arbeit, Genuss ohne Gewissen, Wissen ohne Charakter, Geschäft ohne Moral, Wissenschaft ohne Menschlichkeit, Religion ohne Opferbereitschaft, Politik ohne Prinzipien.

Mir scheint, dass das, was Gandhi da als Sünden aufführt, ziemlich genau das beschreibt, was in den letzten Wochen die Schweiz beschäftigt hat. Man könnte die Liste vielleicht noch ergänzen um: Medien ohne Mass. Die alten und die neuen Sünden haben gemeinsam, dass sie eine Moral ausdrücken. Ein altmodisches Wort. Ein Wort, das etwas bezeichnet, was aus der Mode gekommen ist, weil die Gesellschaft damit geizt. So gesehen hat das alles doch etwas mit Geiz zu tun. Ziel erreicht.


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