Ist er der, der er vorgibt zu sein? Die Software vermisst das Gesicht an bis zu 80 Punkten. 

Gesichtserkennung

Braucht es zur Bestätigung der Identität künftig nicht mehr als einen Augenblick? In China wird die Technik bereits angewendet.

Mit einem Blinzeln bezahlen und in der Bahn nur den Gesichtsscanner anlächeln, statt das Billett zu zücken – klingt gut. Und es ist tatsächlich bereits möglich – zumindest in China. Dort steckt die Software des Unternehmens «Face++» zur Gesichtserkennung schon in mehreren Anwendungen, nicht zuletzt zur Überwachung. Bedenken hinsichtlich Privatsphäre und Datenschutz gibt es in China kaum. Und nirgendwo sonst auf der Welt sind so viele ID-Fotos in Datenbanken verfügbar.
Mit der entsprechenden Software lassen sich nicht nur Kriminelle jagen, Türen öffnen und Waren bezahlen. Die Nutzer der Taxi-App «Didi» – eine chinesische Variante von Uber – können via Gesichtserkennung nachweisen, dass der Fahrer einen Führerschein hat. Demnächst sollen auch Tickets für öffentliche Verkehrsmittel per Gesichts-ID zu kaufen sein.
Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) zählt die Gesichtserkennung deshalb zu den Zukunftstechnologien des Jahres. Die Technologie sei in den letzten Jahren so gut geworden, dass sie den Sprung zur verbreiteten Anwendung geschafft hat oder demnächst schaffen wird, urteilt das Institut.

Wall Street Journal (englisch)

Wie funktioniert das?

Vereinfacht gesagt, sucht die Software auf einem Foto oder einem Video einen Bildausschnitt, der ein Gesicht sein könnte, und vermisst ihn an bis zu 80 verschiedenen Punkten. Gesucht wird nach fixen Merkmalen wie Augen und Nase sowie ihrem individuellen Verhältnis zueinander. Wie andere moderne Software kann auch diese Technologie selbstständig lernen – je mehr Gesichter das System gesehen hat, desto besser wird es. So behauptet die chinesische Suchmaschine «Baidu», dass ihre Software Gesichter mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent wiedererkennt. Software zur Gesichtserkennung kann unter gewissen Umständen auch Gefühle unterscheiden und Menschen wiederfinden. Und von Fotos lässt sie sich schon längst nicht mehr täuschen: Sie fordert die Benutzer auf, den Kopf zu bewegen oder ein paar Worte zu sagen.

Und der Datenschutz?

Was in China geht, ist aber in Europa nicht ohne Weiteres möglich: Hier sind persönliche biometrische Daten besonders geschützt. Schwierig wird es immer dann, wenn eine Person identifizierbar ist, ihre Daten gespeichert werden oder sich mit ihrer Identität verknüpfen lassen, ohne dass sie dazu ihr Einverständnis gegeben hat.

Der Schutz hat Gründe: Es gibt bereits «Stalking»-Apps, die ein beliebiges Bild einer Person mit Profilen in sozialen Netzwerken vergleichen. Und mit Gesichtserkennung lässt sich auch herausfinden, wie Werbevideos bei den Kunden ankommen. In Deutschland haben Datenschützer deshalb bereits Klage gegen diese Art des Scannings erhoben.

Kurzentspannung

Zum «Dureschnuufe» genau das Richtige: eine kurze Atemmeditation mit bis zu 16 tiefen Atemzügen. Dabei beschränkt sich die App auf zwei Anweisungen: Einatmen, Ausatmen. Die Dauer der Atemzüge lässt sich individuell einstellen, für Hintergrund und Musikbegleitung stehen sechs verschiedene Themen zur Auswahl. Entwickelt wurde die App übrigens zur Stressreduktion im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums – daher gibt es sie nur in Englisch.

«Breathe2Relax», gratis für Android und iOS, ab 3 Jahren.

ZDF heute plus

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Text:
Daniela Gschweng
Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Montag 17.07.2017, 13:40 Uhr

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