In Spitzenzeiten werden auf der gesamten Baustelle 600 bis 800 Bauarbeiter tätig sein. Im Hintergrund (Mitte) das Betonwerk. 

Gewaltiges Logistikprojekt – Baustelle der Superlative

Direkt neben der A1, in Schafisheim AG, baut Coop ein hochmodernes Logistikzentrum mit Grossbäckerei, das Energie sparen hilft. Es ist die grösste private Baustelle der Schweiz.

Weit unten wuseln winzige Männlein mit leuchtend orangenen Jacken und weissen Schutzhelmen ameisengleich herum. Sie bedienen Bagger im Matchboxformat oder sitzen am Steuer von klitzekleinen Lastwagen. Erst wenn diese Gefährte mit Geröll beladen langsam die steile Rampe heraufkriechen und immer grösser werden, wird einem bewusst: Wir befinden uns nicht in einem Playmobilspiel. Wir sind auf der grössten privaten Baustelle der Schweiz. In Schafisheim, im Kanton Aargau.

200 Meter lang, 120 Meter breit und 25 Meter tief ist die Grube, in die in den kommenden Monaten das grösste Projekt der Coop-Geschichte hineingebaut wird. Das Gebäude selbst, das 25 Meter unter und 25 Meter über der Erde sein wird, wird auf 282 Bohrpfählen stehen, die bis zu 23 Meter in den Untergrund reichen. Und noch ein Superlativ: Über 350 000 Kubikmeter Kies wurden bewegt – das entspricht einem Aushub von über 2000 Einfamilienhäusern. «Einen Teil davon verwenden wir wieder für Auffüllungen, ein anderer Teil wird im eigens für die Baustelle erstellten Betonwerk verarbeitet», weiss Leo Ebneter. Der 59-Jährige ist bei Coop als Mitglied der Geschäftsleitung verantwortlich für die Logistik und ist Chef des Bauvorhabens. «Auch wenn sich die Zahlen gigantisch anhören: Das Projekt macht ökonomisch und vor allem ökologisch Sinn.»

In Schafisheim entsteht eine komplett neue Verteilzentrale sowie die grösste Bäckerei- und Konditoreianlage der Schweiz samt riesigem nationalen Tiefkühllager. Das Grossprojekt liefert einen erheblichen Beitrag zum Ziel, das sich Coop bereits im Jahr 2008 gesetzt hat: Coop möchte ihre Energieeffizienz stark verbessern, den CO2-Ausstoss drastisch senken und bis im Jahr 2023 alle direkt beeinflussbaren Bereiche CO2-neutral betreiben.

Durch die Zusammenlegung von Standorten werden in Schafisheim insgesamt über 10 000 Tonnen CO2-Emissionen jährlich eingespart. «Durch die räumliche Nähe von Tiefkühllager und Bäckerei entfällt ein grosser Teil an Transportwegen. Dies spart Kraftstoff, der bisher auf Autobahnen verbraucht wurde», so Leo Ebneter. Ausserdem wird eine Biomasse-Heizzentrale, die direkt beim neuen Standort entsteht (siehe Punkt 6), die Verteilzentrale, aber auch die Öfen der Bäckerei und Konditorei, mit Energie versorgen. Und eine eigene Bahnanbindung stellt sicher, dass so viele Güter wie möglich mit dem sogenannten «unbegleiteten kombinierten Verkehr» (UKV) abtransportiert werden. «Das bedeutet, dass die Waren, die weiter als 90 Kilometer entfernt liegen, so lange wie möglich auf der Schiene unterwegs sind und nur noch auf den letzten Kilometern zur Verkaufsstelle mit dem LKW transportiert werden», sagt der Logistik-Chef. «Damit schonen wir die Umwelt.»

Das neue Logistik-Zentrum wird für die umliegende Region zum bedeutenden Wirtschaftsfaktor: Denn hier werden – wenn 2016 mit der Bäckerei alle Teile des Gesamtprojekts ihren Betrieb aufgenommen haben – insgesamt über 1900 Menschen arbeiten.

Coop-Chef Joos Sutter (rechts) ist beim Besuch der Baustelle beeindruckt von den riesigen Dimensionen. Für Leo Ebneter ist das Projekt ein Lebenswerk.

Coop-Chef Joos Sutter (rechts) ist beim Besuch der Baustelle beeindruckt von den riesigen Dimensionen. Für Leo Ebneter ist das Projekt ein Lebenswerk.
Coop-Chef Joos Sutter (rechts) ist beim Besuch der Baustelle beeindruckt von den riesigen Dimensionen. Für Leo Ebneter ist das Projekt ein Lebenswerk.

Leo Ebneter ist stolz auf das Grossprojekt: «In der Planungsphase haben die involvierten Teams sehr viel Zeit investiert, damit das Baugesuch hieb- und stichfest war.» Insgesamt wurden sage und schreibe 480 Bundesordner mit über 2400 Plänen zusammengestellt. Doch Ebneter schwärmt nach wie vor mit glänzenden Augen von «seinem» Projekt: «Die Chance, ein solches Mega-Projekt zu betreuen, hat man – wenn überhaupt – nur einmal im Leben.

So wird der Standort Schafisheim dereinst aussehen (Fotomontage):


  • 1 Kältelogistik (automatisiert)
  • 2 Frischelogistik 
  • 3 Bahnanbindung «West» 
  • 4 Hochregallager (automatisiert), Bahnhalle 
  • 5 Bahnanbindung «Ost» 
  • 6 Biomasse-Heizzentrale 
  • 7 Neubau mit: Bäckerei, Konditorei, Leergutzentrale, Büroräumlichkeiten und Parking
  • 8 Tiefkühllager (automatisiert) 
  • 9 verbindende Passerelle
Beobachten Sie die Entstehung live über die Webcam 

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Markus Kohler

Redaktor

Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 19.08.2013, 11:47 Uhr

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