Gewusst wie – jede Weinsituation im Griff

Der Wein ist bei Ankunft der Gäste zu warm, in der Flasche schwimmt Korken oder ein Schluck Wein landet auf dem Sofa: So lächeln Sie künftig nonchalant diese Pannen weg.

Der Korken bricht ab

Es ist schnell passiert: Beim Öffnen der Weinflasche quatschen Sie mit den Gästen, sind also abgelenkt und setzen die Schraube des Korkenziehers nicht exakt senkrecht an und beginnen am Kopf zu drehen. Insgeheim wissen Sie, dass sich dieses Vorgehen nicht schickt. Aber die Alternative – rückwärts zu schrauben, um den Flaschenöffner nochmals anzusetzen – ist blamabel und so entscheiden Sie sich fürs Weiterschrauben. Beim Ziehen am Korken entzweit sich dieser prompt, ein Teil steckt nun auf der Schraube, der andere noch im Flaschenhals.

Sie haben nun zwei Möglichkeiten: Besitzen Sie eine Korkenspange, können Sie diese zwischen Korken und Flaschenhals schieben. Mit leichten Drehbewegungen kann der Korken herausgezogen werden. Oder Sie drücken den Korken ganz in die Flasche und füllen den Wein anschliessend in eine Karaffe. «Bei dieser Notfalloperation bitte nicht vergessen, den Wein auf Korkbrösel zu prüfen! Zur Not filtern Sie ihn durch ein Sieb», empfiehlt Weinexpertin Britta Wiegelmann (45).

Der Wein hat «Zapfen»

Dieser müfflige Geruch, dann die Gewissheit beim Probieren: Der ausgesuchte Wein scheint Korken zu haben. Einige schwören nun auf den Trick mit der Klarsichtfolie: Diese taucht man in den Wein ein. So sollen Kork- und andere Mufftöne entfernt werden. Die Meinungen gehen hier allerdings auseinander. Bei Wiegelmann scheint das Vorhaben jeweils zu gelingen, «vorausgesetzt, man lässt die Folie etwa eine halbe Stunde im Wein. Ganz ‹sauber› ist er nachher aber trotzdem nicht.» Ansonsten gilt: Für eine solche Panne sollte man eine Reserveflasche eines anderen Jahrgangs oder Weins zur Hand haben. Experimentierfreudige können den Wein allenfalls noch zum Kochen verwenden. Obschon auch hier einige Experten abraten: Der muffige Geschmack kann sich auch auf das Essen übertragen.

Corpus Delicti: Weinfleck

Der Klassiker unter den Weinpannen schlechthin: Ein Schluck Wein landet statt im Mund auf dem Sofa oder der Bluse. In einem solchen Moment sollte man Salz und Sprudelwasser zur Hand haben. Erst mit einem Papiertaschentuch sachte den verschütteten Wein aufsaugen. Danach Salz und Sprudelwasser auf den Fleck geben. Die Stelle leicht tupfen, später mit kaltem Wasser spülen. Bei empfindlichen Stoffen sollte der Weinfleck mit Mehl bestreut und ausgebürstet werden.

Keinen Korkenzieher zur Hand

Der Korkenzieher ist unauffindbar. Auch das Sackmesser fehlt oder hat keinen Korkenzieher. Entweder Sie versuchen Ihr Glück bei den Nachbarn oder werden kreativ. Viele Tipps finden sich im Internet, wie die Weinflasche auch ohne Korkenzieher geöffnet werden kann.

Zu empfehlen sind die folgenden zwei: Schraube im Korken eindrehen, danach lässt sich mit einer Zange der Korken herausziehen. Ist kein Werkzeugkasten zur Hand, muss die Muskelkraft spielen. Ziehen Sie einen Schuh aus und stellen Sie die Flasche hinein. Nun schlagen Sie den Schuh mitsamt Flasche wiederholt gegen eine Wand. Sind Sie gerade in der freien Natur, fungiert der Baum als Unterlage. Durch den Druck löst sich der Korken allmählich.

Zu warm

Der Eiskübel schafft schnell Abhilfe, wenn der Wein zu warm ist.

Der Eiskübel schafft schnell Abhilfe, wenn der Wein zu warm ist.
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Vor lauter Rüsten, Schnippeln und Rezeptstudieren haben Sie vergessen, den Wein an einem kühlen Ort aufzubewahren. Mit einem Eiskübel – auch beim Grillplausch – können Sie zum Glück Abhilfe schaffen: «Geben Sie je ein Drittel Wasser, Eiswürfel und ganz normales Küchensalz in den Kübel. So schaffen Sie eine sogenannte Kältemischung, die innerhalb kürzester Zeit auf –10 bis –20 Grad abkühlt. Nun geben Sie die Flasche in den Kübel und drehen Sie diese rasch zwischen den Händen. So wird der Wein blitzartig kühl», erläutert Britta Wiegelmann. Diese Methode wird Frappieren genannt.

Falls keine Eiswürfel vorhanden sind, muss die Weinflasche ins Eisfach. Dieses Last-Minute-Vorgehen darf nicht länger als 15 Minuten dauern, da sich sonst der Geschmack des Weins zu sehr verändert. Die optimale Trinktemperatur liegt für Schaumwein und leichtem Weisswein bei 8 bis 10 Grad, für schwereren Weisswein bei 10 bis 12 Grad und für Rotwein bei 15 bis 18 Grad. Falls kein Thermometer zur Hand ist, gilt der Grundsatz: Kühlschranktemperatur passt für Schaumwein und leichten Weisswein am besten, Rotwein sollte einige Grad kühler als Zimmertemperatur genossen werden.

Zu kühl

Das Gegenteil ist der Fall, wenn der Wein im Keller gelagert und zu spät in die gute Stube geholt wird: Dann ist er zu kühl. Dies mag in den warmen Monaten kein Problem darstellen. Ansonsten gilt: Den Wein mit «Chambrieren» auf Trinktemperatur bringen. Hierfür den Wein nicht auf die Heizung stellen, weil so der Boden, nicht aber die ganze Flasche erwärmt wird. Lieber gönnt man der Flasche ein lauwarmes Bad in einer Schüssel. Britta Wiegelmann rät: «Das Wasser sollte nicht zu heiss sein. 30 Grad genügen völlig – das ist gerade eben handwarm.» Innert weniger Minuten kommt der Wein so auf die gewünschte Temperatur. Den Wein dann lieber noch vor der optimalen Trinktemperatur aus dem Wasser nehmen, denn er erwärmt sich im Weinglas noch um einige Grad.

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Carole Gröflin

Redaktorin

Foto:
Heiner H. Schmitt, zVg
Veröffentlicht:
Montag 22.05.2017, 07:25 Uhr

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