Andreas Stüssi zeigt, was Sache ist am Grill

Im neuen Videoblog der Coopzeitung 
zeigt Ihnen Andreas Stüssi, was Sie am Grill alles anstellen können. Doch wer ist er?



Ob Fleisch, Fisch oder Gemüse – Stüssi weiss, wie es rockt!

Ob Fleisch, Fisch oder Gemüse – Stüssi weiss, wie es rockt!
http://www.coopzeitung.ch/Grillmaster Ob Fleisch, Fisch oder Gemüse – Stüssi weiss, wie es rockt!

Eigentlich ist Andreas Stüssi gelernter Zimmermann. Doch schon früh packte ihn der «Grillerinstinkt». Das Grillieren brachte er sich selber bei. Dann gab er erste Kurse, nebenberuflich. Mittlerweile hat sich der 45-Jährige ganz dem Grillieren verschrieben: Er ist Mitglied der Swiss Barbecue Association und tourt mit seinem Grillprogramm den ganzen Sommer durchs Land.

Am Grill erwacht das Kind im Manne. Spürt man das als Profi-Grillmeister noch?
Ich bin definitiv noch ein Kindskopf und lebe gut so. Ich mache unglaublich gerne Feuer, am liebsten im Wald, wo man erst das Holz suchen muss. Das befeuert meine Lebensfreude.

Trotzdem grillieren Sie meist auf Gas. Darf man das als Grillexperte?
Eine Kohlenglut ist ursprünglicher. Aber in der Schweiz hast du viele Vorschriften, wo man nicht feuern darf. Da muss man Gas akzeptieren. Kann man vom Geschmack her auch. Mit verbundenen Augen findet der Laie den Unterschied kaum heraus. Generell ist der beste Grill jener, mit dem du dich wohlfühlst. Man muss Freude haben am Grillieren und es muss gut schmecken. Das ist die Hauptsache.

Wenn Sie die ganze Woche am Grill stehen, was essen Sie dann am Wochenende?
Klar mag ich dann eher einen guten Teller Pasta oder einen Salat. Ich esse sowieso weniger Fleisch, seit ich es professionell zubereite. Trotzdem gehe ich gerne mit meinen zwei Kindern und meiner Frau in den Wald eine Wurst braten. Da gehts aber mehr ums Naturerlebnis mit der Familie.

«

Ich mache RockʼnʼRoll am Grill!»

Andreas Stüssi, Grillmaster

Lagerfeuer und Grill scheinen noch immer eine Männerdomäne zu sein. Darf Ihre Frau an den Grill?
Klar. Inzwischen ist es mir sogar recht, wenn mal jemand anderer grilliert. Bei uns gibt es keine klassische Rollenverteilung. Ich stehe auch gerne am Herd. Schlussendlich habe ich einfach Freude an gutem Essen. Der Herd inspiriert auch für den Grill. Viele Ofen- oder Pfannengerichte kann man auch auf der Glut machen. Weniger, weil es dann unbedingt besser wird, aber als eine tolle Variante. Ich wage und vermittle gerne Neues.

Wo holen Sie sich Inspiration für den Grill?
Mich interessiert enorm, wie anderswo gegessen wird. Ich mag das süss-fruchtige der Südamerikaner. Dann natürlich die klassischen BBQ-Traditionen aus den USA und auch Australien oder Südafrika haben schöne Grill-Spezialitäten.

Wie kommen neue Rezepte in einer konservativen Glut-Kultur an, wo es schon als Landesverrat gilt, wenn man den Cervelat falsch einschneidet?
Sehr gut. Die Leute sind offen und haben den Drang, Neues auszuprobieren. Das Grillieren boomt. Mittlerweile wollen die Leute sogar im Winter etwas von der Glut.

Ein anderer Ess-Trend sind die Vegetarier. Ihr Horror?
Nein. Die haben auch Platz am Grill. Ich weiss ja, was für tolle Sachen man mit Gemüse und Früchten machen kann. Ich mag die Beilagen genauso. Es muss eine schöne Kombination sein.

Und kein Fleisch?
Geht auch. Wichtiger ist mir, dass wenn man Fleisch isst, dann bewusst. Grösser ist nicht unbedingt besser. Überessen ist ja kein Genuss. Lieber etwas Kleineres von guter Qualität, wo man weiss, woher es kommt und es geniessen kann.

Auf Ihrem Arm haben Sie lodernde Flammen tätowiert. Die sind doch der Tod jedes Grillguts?
Die stehen auch nicht für den Grillmeister, sondern für meinen Old-School-Lifestyle, für meinen Hang zu alten Muscle Cars und für meine Harley-Davidson. Ich mag das Mechanische, an dem man selber rumschrauben kann.

Und es raucht und gibt schmutzige Finger wie am Grill.
Logisch. Darum tragen wir am Grill auch schwarze Schürzen und Handschuhe. Bei uns geht es halt ein bisschen schmutzig zu und her. Das gehört dazu.

Es gibt Leute, die grillieren auf heissen Auspuff-Rohren und Motorhauben.
Das kann man privat als Gag machen. Ich brauch das nicht. Bei allem Dreck: Hygiene muss auch sein! Da geht es um Lebensmittel. Da machen solche Spässe keinen Sinn.

Der Umgang mit Lebensmitteln und der Bezug zur Natur sind Ihnen wichtig. Gehen Sie darum gerne Fischen?
Der selbst gefangene ist der beste Fisch, schon nur wegen der Frische. Aber ich muss meine Nahrung nicht selber jagen. Doch ist es nicht nur wichtig zu wissen, wie man Lebensmittel zubereitet, sondern auch, woher dein Essen kommt. Im Kühlschrank wächst es jedenfalls nicht.

Was unterscheidet den Grillmaster von einem Spitzenkoch?
Der Grillmeister ist nicht so detailversessen wie ein Spitzenkoch. Wir sind ja eher Zimmermann als Schreiner. Zwei Millimeter sind bei uns also nicht entscheidend.

Ist Grillieren Gastro-Rock’n’Roll ?
Weiss ich nicht, aber sicher ist: Ich mache Rock’n’Roll am Grill!

Jetzt zum Blog «Grillerinstinkt»

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Foto:
Raja Läubli, Patrick Lüthi, zVg
Veröffentlicht:
Montag 11.05.2015, 10:02 Uhr

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