Gute alte Zeit: So schmeckt die Kindheit

Nostalgie Bei den Erinnerungen an Griessbrei, Auflauf und Co. wird uns noch immer ganz warm ums Herz. Und in der Magengrube. Ganz egal, wie alt wir sind.

Es war eine Frage, die sich Mutter Heidi eigentlich hätte sparen können. Denn die Antwort ihrer neunjährigen Tochter war immer ein und dieselbe: Denise Biellmann wollte unbedingt gekochte Kartoffeln mit Kalbslyoner und Mayonnaise. «Das einzige Gericht, das mich damals wirklich zum Essen bewegen konnte», erzählt die heute 51-jährige ehemalige Eiskunstläuferin.

Eine Liebe fürs Leben

Doch auch wenn nicht alle Kinder so einfach gestrickte Esser sind, es gibt eigentlich immer ein Gericht, das bei den lieben Kleinen das Rennen macht. Und das sie auch als Erwachsene oft ein Leben lang begleitet. Denn Kindheitsgerichte sind dann besonders schmackhaft, wenn sie mit einer grossen Portion Nostalgie angereichert sind. Mit dem Zimtgeschmack im Mund paart sich dann nämlich auch die Erinnerung an Oma Anneli. Die servierte ihren Griessbrei immer mit lustigen Geschichten. Wieso also nicht mal wieder nachkochen? Die Zubereitung ist schliesslich kinderleicht, der Geschmack eine Zeitreise in die eigene Jugend. Und mit den richtigen Gedanken an Anneli, Heidi und Co. schmeckt der Griessbrei dann garantiert doppelt so lecker.

Wenn es nach Denise Biellmann gegangen wäre, hätte sie als 
Kind selbst die Schokoladenmilch mit Mayo verfeinert.

Wenn es nach Denise Biellmann gegangen wäre, hätte sie als 
Kind selbst die Schokoladenmilch mit Mayo verfeinert.
http://www.coopzeitung.ch/Gute+alte+Zeit_+So+schmeckt+die+Kindheit Wenn es nach Denise Biellmann gegangen wäre, hätte sie als 
Kind selbst die Schokoladenmilch mit Mayo verfeinert.

Denise Biellmann (51), Eiskunstläuferin

«Ich war während meiner Kindheit eine ganz schlechte Esserin. Selbst die Pausenbrote habe ich wieder unangetastet mit nach Hause gebracht. Jedoch konnte man mich jederzeit mit Mayonnaise ködern. Die habe ich am liebsten zu gekochten Kartoffeln und Kalbfleischwurst gegessen. Schon damals tendierte ich zum ewig Gleichen und selbst heute noch habe ich kein allzu grosses Spektrum, was Essen angeht. Aber natürlich sind meine Mahlzeiten mittlerweile viel abwechslungsreicher geworden. Ausserdem lege ich heute, wie damals schon meine Mutter, grossen Wert auf einen reichhaltigen Beilagen-Salat. Was ich sonst noch von ihr habe?  Sicherlich die Abneigung gegenüber allem, was aus dem Meer kommt.»

Auch wenn sich die dreijährige Andrea hier über eine Scheibe Zopf hermacht: Der Auflauf ihrer Mutter war ihr kulinarisches Highlight.

Auch wenn sich die dreijährige Andrea hier über eine Scheibe Zopf hermacht: Der Auflauf ihrer Mutter war ihr kulinarisches Highlight.
http://www.coopzeitung.ch/Gute+alte+Zeit_+So+schmeckt+die+Kindheit Auch wenn sich die dreijährige Andrea hier über eine Scheibe Zopf hermacht: Der Auflauf ihrer Mutter war ihr kulinarisches Highlight.

Andrea Jansen (34), TV-Moderatorin

«Es gibt genau ein Gericht, das meine Laune als Kind erheblich verbessert hat. Und das war der Makkaroni-Auflauf meiner Mutter. Den gab es sicherlich jede zweite Woche – auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin. Wenn mir die Pause allerdings zu lange vorgekommen ist, habe ich ihn mir früher gewünscht. Vor allem die knusprige Schicht mit dem gratinierten Käse hat es mir angetan, und das bis heute. Ausserdem habe ich das Gericht mit Aromat verfeinert. Aber nur, wenn niemand geschaut hat. Eigentlich total schlimm, doch auch das habe ich beibehalten. Wenn ich den Auflauf esse, dann nur bei meinen Eltern. Denn bei mir zu Hause versuche ich, etwas leichter zu kochen. Übrigens: Mein zweieinhalbjähriger Sohn Nils liebt Teigwaren in allen Variationen. Und ist diesbezüglich nicht ganz so fixiert, wie ich es als Kind war.»

Matthias Sempach kann es bestätigen: «Milch macht gross und stark.»

Matthias Sempach kann es bestätigen: «Milch macht gross und stark.»
http://www.coopzeitung.ch/Gute+alte+Zeit_+So+schmeckt+die+Kindheit Matthias Sempach kann es bestätigen: «Milch macht gross und stark.»

Matthias Sempach (28), Schwingerkönig

«Das selbst gemachte Jogurt meiner Mutter gehörte damals zu meinen absoluten Lieblingsspeisen. Man sagt, ich hätte literweise davon gegessen. Verfeinert wurde es mit Konfi, Apfelmus, Honig oder Ovomaltine. Da wir auf einem Bauernhof aufgewachsen sind, war Milch für uns sowieso ein grundlegendes Nahrungsmittel. Dass Kalzium wichtig für den Knochenaufbau ist, kann ich nur bestätigen: Milch macht gross und stark. Daher ist es mir ein Anliegen, dass auch mein Kind, das im Dezember zur Welt kommt, diese wichtigen Nährstoffe erhält. Und wer erinnert sich nicht an die heisse Milch mit Honig, wenn man mal nicht einschlafen konnte?»

«Ich war als Kind ein richtiger Fleischtiger», erzählt Reto Burrell. «Erst recht nach dem Kollaps in einer Käserei.»

«Ich war als Kind ein richtiger Fleischtiger», erzählt Reto Burrell. «Erst recht nach dem Kollaps in einer Käserei.»
http://www.coopzeitung.ch/Gute+alte+Zeit_+So+schmeckt+die+Kindheit «Ich war als Kind ein richtiger Fleischtiger», erzählt Reto Burrell. «Erst recht nach dem Kollaps in einer Käserei.»

Reto Burrell (41), Musiker

«Mein liebstes Kindheitsgericht wurde mir bereits im Alter von vier Jahren zum Verhängnis. Ich habe damals so viel Käse verdrückt, dass er mir aus den Ohren respektive dem Mund gekommen ist. Und das ausgerechnet auf einer Besichtigungstour mit meiner Oma Berta durch eine Käserei. Erst mit 20 habe ich mich erneut an ein Fondue gewagt – und es für wunderbar befunden. Seitdem gehört Käse wieder zum festen Bestandteil meines Speiseplanes. Nur Fleisch habe ich irgendwann ganz gestrichen. Vielleicht, weil ich davon als kleiner Knopf ebenfalls zu viel gegessen habe. Am liebsten roh beim Fondue chinoise. Doch mit 16 sagte ich mir: Solange ich das Tier nicht erlegen kann, bin ich auch nicht würdig, es zu essen. Mein siebenjähriger Sohn Ryan kommt diesbezüglich ganz nach mir: Auch er liebt Käse und ist Vegetarier. Freiwillig, und weil er das Kalb lieber auf der Weide hat als auf dem Teller.»

Konzertdaten Reto Burrell

20. November, 2014
Altes Spital

Solothurn (SO) - Schweiz

21. November, 2014
Arthur Bar

Weinfelden (TG) - Schweiz

28. November, 2014
Musig Bistrot

Bern (BE) - Schweiz

29. November, 2014
Kapilio

Langenau - Deutschland

6. Dezember, 2014
Himbeerblond

Altdorf, Schweiz

11. Dezember, 2014
Songbird Festival

Davos (GR) - Schweiz

31. Dezember, 2014
Landhaus

Jenaz (GR) - Schweiz

9. Januar, 2015
Alpenblick

Grindelwald (BE) - Schweiz

17. Januar, 2015
Titlis Bahn Chalet

Engelberg (OW) - Schweiz

23. Januar, 2015
Parterre

Basel (BS) - Schweiz

6. Februar, 2015
Bären

Biglen (BE) - Schweiz

Mehr zu Reto Burell auf seiner Internetseite

Griessbrei mit Kirschkompott

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Zutaten

Für 4 Personen
Vor- und Zubereitungszeit: ca. 30 Min.

  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Liter Milch
  • 2 Prisen Salz
  • 6 EL Zucker
  • 140 g Griess
  • Zimt, Zucker
  • 250 ml roter Traubensaft
  • 1 EL Maizena
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Zimtstange
  • 1 Sternanis
  • 2 Gläser Schattenmorellen, beide à 175 g

Zubereitung

Griessbrei: Zitronenschale abreiben und die Vanilleschote längs halbieren. Beides mit Milch, Salz und Zucker zum Kochen bringen. Topf vom Herd nehmen, Griess einstreuen und unter Rühren ca. 5 Min. auf kleiner Flamme köcheln, dann etwa 15 Min. ausquellen lassen.  Mit Zimt und Zucker bestreuen.

Kompott: 1 EL Saft mit derselben Menge Stärke verrühren. Dann den restlichen Traubensaft mit Vanillezucker, Zimtstange und Sternanis aufkochen. Die Stärke unterrühren und aufkochen lassen. Erst jetzt die Kirschen zugeben, nochmals kurz erhitzen und dann abkühlen lassen.

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Teigwaren-Auflauf

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Zutaten

Für 4 Personen
Vor- und Zubereitungszeit: ca. 60 Min.

  • 200 g Teigwaren (z. B. Makkaroni)
  • Salz
  • 1 EL Olivenöl
  • 150 g Schinken, gekocht
  • 300 g Tomaten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Stange Lauch
  • 150 g Crème fraîche
  • 2 Eier
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskatnuss
  • 80 g Hartkäse (z. B. Gruyère)
  • Butter (für die Form)

Zubereitung

Makkaroni im Salzwasser bissfest kochen, abgiessen, mit kaltem Wasser abspülen und anschliessend mit Olivenöl mischen. Schinken und Tomaten würfeln, Knoblauch hacken und Lauch in feine Ringe schneiden. Die Crème fraîche mit den Eiern vermengen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Die Nudeln mit der Schinken-Gemüse-Masse in eine ofenfeste Form geben und mit der Crème-fraîche-Mischung übergiessen. Dann geht es für etwa 30 Min. in den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen. Den Käse grob raffeln und nach ca. 15 Min. über die Nudeln geben.

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Wienerli im Schlafrock

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Zutaten

Für 4 Personen
Vor- und Zubereitungszeit: ca. 40 Min.

  • ½ Naturaplan-Blätterteig, eckig ausgewallt
  • 4 Scheiben Bratspeck
  • 4 Wienerli

Zubereitung

Blätterteig in möglichst vier gleiche Teile schneiden, die Würstchen mit dem Speck ummanteln und auf dem Teig schräg aufrollen. Im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad für ca. 20 Minuten goldbraun backen. Mit Tartaresauce oder Ketchup servieren.

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Hackbraten mit Kartoffelstock und «Seeli»

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Zutaten

Für 4 Personen
Vor- und Zubereitungszeit: ca. 60 Min. 

  • 1 EL Butter
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, gepresst
  • ½ Bund glatte Petersilie, fein gehackt
  • 4 Scheiben Weissbrot, eingeweicht, ohne Rinde
  • 20 g getrocknete Steinpilze, eingeweicht in 125 ml Wasser, abgetropft, grob gehackt
  • 600 g Hackfleisch, gemischt
  • 2 Eier
  • 100 g geriebener Parmesan
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
  • 375 ml Rinderbouillon
  • 200 ml Rahm
  • 1 kg mehligkochende Kartoffeln
  • 25 g Butter
  • 150 ml Milch
  • Muskatnuss

Zubereitung

Hackbraten: Butter erhitzen, Zwiebel, Knoblauch und Peterli darin andämpfen. Brot und Steinpilze kurz mitdämpfen. Einweichwasser der Pilze aufheben. Alles in einer Schüssel auskühlen lassen. Fleisch mit allen Zutaten bis und mit Olivenöl beigeben, würzen und von Hand gut mischen. Braten formen, in einen gefetteten Bräter geben und für 45 Min. bei 220 Grad im Ofen backen.

Sauce: Den Braten zwischendurch mit der Rinderbouillon über­giessen. Etwa 10 Min. vor Ende der Garzeit den Rahm dazugeben. Danach den Braten rausnehmen und das Einweichwasser der Pilze unterrühren. Pfeffern, salzen und durch ein Sieb giessen.

Kartoffelstock: Kartoffeln für 20 Min. im Salzwasser weich kochen, abtropfen lassen und durch ein Passevite direkt in die Pfanne treiben. Butter beigeben, Milch erhitzen und unter Rühren langsam beigeben. Kartoffelstock kurz und kräftig rühren, dann mit Pfeffer, Salz und Muskatnuss würzen.

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Käseschnitte

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Zutaten

Für 4 Personen
Vor- und Zubereitungszeit: ca. 20 Min.

  • 8 Scheiben Brot
  • 1 EL Senf, scharf
  • 8 EL Rahm
  • 150 g Gruyère,
  • gerieben
  • 100 g Bündner Bergkäse, gerieben
  • ½ EL Mehl
  • 2 Eier
  • Paprika
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung

Brotscheiben mit Senf bestreichen und mit 4 EL Rahm beträufeln. Den Käse mit dem Mehl, den Eiern und 4 EL Rahm zu einer Masse verrühren. Mit Paprika, Pfeffer und wenig Salz würzen und die Brotscheiben damit bestreichen. Ofen vorheizen und die Käse­schnitten bei 220 Grad auf der oberen Schiene für ca. 10 Min. backen.

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Frage der Woche

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Nadine Bauer

Redaktorin

Foto:
Fotolia, Tabea Hueberli, Alamy, Pia Grimbühler, Christian Dietrich, Getty Images, Keystone, zVg
Veröffentlicht:
Montag 17.11.2014, 17:44 Uhr

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