Haare: Waschen, Schneiden, Föhnen

In Sachen Haare gibt es viele Tipps und Tricks. Nur: Was stimmt? Wir fragen Expertinnen.

Haare täglich waschen

«Tägliches Waschen greift die Haare an. Sie fetten schneller nach, denn das Waschen regt die Talgproduktion an», erklärt Clarisse Grosjean, Regionalleiterin Westschweiz der Coiffeursalon-Kette Gidor. Das heisst aber nicht, dass man ins andere Extrem fallen und das «No Poo» praktizieren sollte. «No Poo» ist der aktuelle Trend, gar kein Shampoo zu verwenden. «Die Haare alle zwei bis drei Tage zu waschen, reicht völlig. Viele meinen, Frauen hätten von Natur aus glänzendes Haar. Tatsächlich glänzen die Haare aber nur gerade am ersten Tag nach dem Waschen.» Von Zeit zu Zeit, zum Beispiel in den Ferien, kann man dem Haar auch ruhig mal eine Pause gönnen und es nicht waschen. «Wie bei der Haut tendiert man auch bei den Haaren dazu, zu viel an Pflegeprodukten zu verwenden», erklärt die Spezialistin.

«

Haarpflege erfordert Disziplin.»

Clarisse Grosjean, Expertin und Westschweizer Regionalverantwortliche bei Coiffure Gidor SA

Regelmässig schneiden

«Es ist wie beim Garten: Für einen schönen starken Rasen, muss er regelmässig geschnitten werden.» Beim Wachstum werden die Haare geschädigt und es kommt zu Spliss. Man sollte sie deshalb alle drei Monate mindestens einen Zentimeter schneiden, bei kurzen Haaren etwas öfter. Das Haar unterliegt einem Sieben-Jahres-Rhythmus: «Es wächst, hört auf zu wachsen und fällt schliesslich aus», erklärt Clarisse Grosjean. «Wie schnell die Haare wachsen, hängt von der erblichen Veranlagung ab, ebenso der Haarausfall.»

Immer das gleiche Shampoo

Das Shampoo sollte der Jahreszeit angepasst werden: Sonnenschutz im Sommer, nährende Pflege im Winter. Das Shampoo sei wie ein Medikament zu betrachten: «Nach einer gewissen Zeit gewöhnen sich die Haare daran und die Wirkung nimmt ab», erklärt Marine Plançon, Co-Managerin von Gidor Railcity in Genf. Die Fachfrau empfiehlt, zwischen drei verschiedenen Marken abzuwechseln, um das Haar zu vitalisieren und seinen Bedürfnissen (fettiges, trockenes, krauses, gefärbtes Haar etc.) gerecht zu werden.

Haare nicht jedes Mal föhnen

Das hängt von der Leistungsstärke des Föhns ab, von der Wärme und vom Abstand zum Haar. Idealerweise sollte man vor dem Föhnen einen Wärmeschutz in Form von Gel oder Spezialshampoo verwenden. «Haarpflege erfordert Disziplin wie zum Beispiel das Zähneputzen», betont Clarisse Grosjean. Vorsicht ist auch beim Benutzen eines Glätteisens geboten: Es sollte nicht zu heiss sein. «Bitte nicht übertreiben und den Haarglätter nur nach dem Föhnen für das Finish benutzen», empfiehlt Marine Plançon. «Und so wenig wie möglich bei chemisch behandeltem Haar.»

Masken sind überflüssig

«Masken sind sogar sehr wichtig, denn sie wirken wie Vitamin C, nähren das Haar und geben ihm das, was es braucht», erklärt Clarisse Grosjean. Idealerweise sollte man einmal pro Woche eine Maske auftragen. Je nach Haartyp und Bedürfnissen verwendet man ein anderes Produkt. «Eine Haardiagnose kann in einem Coiffeursalon gemacht werden. Manchmal verwenden wir dazu ein Gerät zum Scannen der Haare, um die Schädigung zu messen.» Eine Maske kann man übrigens auch selbst herstellen, je nach gewünschtem Resultat mit Argan- oder Olivenöl. Für eine optimale Wirkung sollte man langfristig jedoch auf professionelle Masken umsteigen. Die Expertin: «Es gibt keine falschen Produkte, nur falsche Anwendungen.»

Haare lieben die Sonne

Wie die Haut, aber nur in kleiner Dosierung. Generell sollte man die Haare vor der Sonne schützen. Es gibt Sonnenschutzmittel in Form von Shampoo, Öl oder Lotion. «Dabei sollte man, wie bei der Haut, den Schutz häufig wiederholen», präzisiert Marine Plançon. Rothaarige und Hellblonde sind lichtempfindlicher als Dunkelhaarige. Und auch dünnes Haar trocknet schneller aus. Auf jeden Fall ist es ratsam, die Haare nach dem Baden immer gründlich auszuspülen. Dies gilt auch beim Schwimmen im Pool, denn das Chlor schädigt vor allem gefärbtes Haar.

Schwanger – nicht färben

«Es gibt kein Verbot, aber verschiedene Meinungen dazu», sagt die Expertin und verweist darauf, dass die heute verwendeten Produkte viel weniger schädlich sind als ihre Vorgänger. Aber: Die Produkte dringen in die Kopfhaut ein und aufgrund der Hormone kann das Haar bei schwangeren Frauen unterschiedlich reagieren. «Wir empfehlen daher in der Zeit der Schwangerschaft eine schwächere Ton-in-Ton-Färbung.»

Mehr zum Thema Haar und Haarpflege:

Kommentare (0)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Text:
Mélanie Haab
Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 22.02.2016, 17:01 Uhr

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:



Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?