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Hanna Scheuring kann ernst, aber auch ...

... lustig und verschmitzt sein.

Zuhause hat ihre Katze das Sagen.

Hanna Scheuring ist am 15. Juni 1965 in Zürich geboren. Sie hat drei ältere Schwestern.

Hanna Scheuring: «Das Älterwerden finde ich spannend»

Sie stand auf der Bühne und vor der Kamera. Nun ist sie Direktorin am Bernhard-Theater und gespannt darauf, was noch alles auf sie zukommt.

In «Fascht e Familie» eroberte sie als Vreni die Herzen des TV-Publikums und bildete zusammen mit Flip (Martin Schenkel), Hans (Walter Andreas Müller) und Tante Martha (Trudi Roth) die bekannteste WG der Schweiz. Heute wohnt Hanna Scheuring (49) mit ihren beiden Kindern in einer charmanten Zürcher Altbauwohnung.

Ihr Vater – erfolgreicher Manager – hat die Madonna gestaltet.

Ihr Vater – erfolgreicher Manager – hat die Madonna gestaltet.
Ihr Vater – erfolgreicher Manager – hat die Madonna gestaltet.

Wie war das, als Sie vor 20 Jahren durch die TV-Sitcom überall bekannt wurden?
Der Erfolg kam völlig überraschend und ich fühlte mich eine Weile ziemlich überfordert. Wenn ich mit dem Zug von meinem damaligen Wohnort Schöftland an den Drehort Sitterdorf fuhr, konnte ich nicht mehr die anderen Passagiere beobachten, sondern fühlte mich selbst ständig beobachtet. Daher wechselte ich manchmal aufs Auto, um wieder in Ruhe Texte lernen zu können.

Wie viel Hanna steckte in Vreni?
Je mehr von einem selber in einer Rolle steckt, desto lebendiger wird sie. Natürlichkeit, Spontaneität und Herzlichkeit hatte Vreni von mir, doch die Figur stammte von Charles Lewinsky, dem Autor von «Fascht e Familie». Später haben wir uns darauf geeinigt, dass Vreni nicht nur ihre Bankkarriere im Kopf haben kann, sondern vor allem der Liebe hinterherrennt.

Meist kommt sie erst am Abend zum Joggen – mit Stirnlampe.

Meist kommt sie erst am Abend zum Joggen – mit Stirnlampe.
Meist kommt sie erst am Abend zum Joggen – mit Stirnlampe.

Nun haben Sie im wahren Leben Ihren Traumprinzen gefunden?
Ja, den Traumprinzen fürs letzte Drittel meines Lebens! (lacht) Bei manchen Menschen – wie bei meinen Eltern – hält die Liebe ewig, aber leider klappt das nicht immer. Bei Daniel Rohr, der auch Schauspieler sowie Direktor am Theater Rigiblick ist und mit dem ich noch viele andere Leidenschaften teile, bin ich angekommen.

Weshalb haben Sie «Fascht e Familie» damals als Erste verlassen?
Es gibt Schauspieler, die ohne ihren Beruf nicht leben können, aber ich hatte schon immer auch an anderen Dingen Freude: Ich wollte reisen und Kinder haben. Zuerst begleitete ich meinen damaligen Mann nach Kuba, dann wurde ich schwanger. Später schrieb ich Kinderbücher und begann als Coach für Auftrittskompetenz zu arbeiten.

Sie haben 2012 das Stück «Love, Marilyn» geschrieben und die Titelrolle gespielt – was faszinierte Sie an der Monroe?
Marilyn hat das Kunststück fertiggebracht, sowohl Sinnlichkeit wie Wärme auszustrahlen, obwohl sie ihr Leben lang auf der Suche nach der Liebe und Geborgenheit war, die sie in ihrer Kindheit nie bekommen hatte. Dagegen bin ich in einem grossen Suppentopf voller Liebe aufgewachsen. Das gibt mir das Urvertrauen, stets Neues zu wagen

«

Ich bin in einem grossen Suppentopf voller Liebe aufgewachsen.»

War diese Eigenproduktion auch eine Reaktion auf den Mangel an guten Rollen?
Ich hatte einfach Lust, etwas anderes zu spielen, eine gebrochene Frau. Aber es stimmt: Die Auswahl an interessanten Rollen für Schauspielerinnen meines Alters nimmt ab, zumal ein Theaterstück meist neben zehn Männer- nur zwei Frauenrollen hat – und die müssen mit ganz jungen oder sehr alten Schauspielerinnen besetzt werden! (lacht)

Ihr 50. Geburtstag schreckt Sie also nicht?
Gar nicht, das Älterwerden finde ich spannend! Da passiert nicht nur äusserlich, sondern auch innerlich viel. Ich bin neugierig, was die Natur für mich noch bereithält. Aber ich kann nicht ausschliessen, dass ich in den kommenden Monaten doch noch Mühe mit der Vorstellung bekommen könnte ...

Wie kamen Sie auf die Idee, Direktorin des Bernhard-Theaters zu werden?
Ich organisiere gerne, reisse Sachen an. Auch Budgets zu erstellen ist mir kein Graus, da ich vor der Schauspielschule eine kaufmännische Lehre abgeschlossen und eigene Produktionen geleitet habe. Zudem bin ich nach 25 Jahren im Beruf gut vernetzt und liebe die Gastgeberinnenrolle.

Was wollen Sie anders machen?
Das Bernhard-Theater hat sich in den vergangenen Jahren nicht wirklich weiterentwickelt. Es fehlt ein Gesicht, eine Seele. Schauspieler und Zuschauer sollen sich bei uns willkommen fühlen. Dazu braucht es Leidenschaft und Freude – beides bringe ich hoffentlich mit.

Und was kann das Publikum erwarten?
Es ist mir wichtig, das Volkstheater zu bewahren, aber auch neue Strömungen aufzuspüren und ihnen Raum zu geben. Durch den Generationenwechsel beim Publikum und die Konkurrenz elektronischer Medien wird die Luft dünner.

Wird es die Salontische weiterhin geben?
Unbedingt, sie sind ein Markenzeichen! Man kommt in den Saal, setzt sich an den reservierten Tisch, bestellt eine Flasche Wein und isst sein Plättli – eine wunderbare Tradition!

Vier Daten im Leben von Hanna Scheuring

1983 Sie spielt im Film «Die schwarze Spinne» – noch als KV-Stiftin.

1994 In der Sitcom «Fascht e Familie» hat sie die Rolle der Vreni Hubacher.

1998 Geburt ihrer Tochter Rhea, vier Jahre später folgt Sohn Lou.

2014 Wahl zur Direktorin des traditionsreichen Bernhard-Theaters Zürich.

Hier gehts zur Webseite von Hanna Scheurings neuem Arbeitsort, dem Bernhard-Theater
Hier gehts zum YouTube-Kanal von «Fascht e Familie»
Hier gehts zur Internet-Seite von Hanna Scheuring

Hanna Scheuring auf der Bühne in «Love, Marilyn»: 

Text

Quelle: YouTube

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Reinhold Hönle

Autor

Foto:
Christoph Kaminski
Veröffentlicht:
Montag 26.01.2015, 14:44 Uhr

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