Schwach, aber gerettet: Hat ein Hund Gift gefressen, darf man keine Zeit verlieren.

Hasso ist es hundeelend

Es geht um Leben oder Tod – und die Zeit rennt. Ein Schäferhund hat Rattengift gefressen. Er muss so rasch wie möglich behandelt werden.

«Jetzt kommt es wieder!» Der Hund würgte und erbrach sich. Ich fing den Inhalt mit einer Papiermatte auf und untersuchte ihn mithilfe einer grossen Pinzette. Der Schäferhund hatte eine Spritze erhalten, die ihn zum Erbrechen zwang. Sein Besitzer vermutete, dass er Gift gefressen hatte.

Schnur, Futter, Socken 

Er hatte mich aus dem Auto angerufen und sich zum Glück erinnern können, wie das Rattengift hiess. Ich fragte ihn nach dem Gewicht des Hundes, der Menge des aufgenommenen Giftes und nach der Uhrzeit des Unfalles. «Ich hatte das Gift in einem Blecheimer neben mir und robbte immer etwas vor, um Hand für Hand der blauen Körner zu verstecken. Abgelenkt durch ein Telefongespräch setzte ich mich kurz hin. Dann erst bemerkte ich den leeren Napf, und Hasso lief schmatzend davon. Offensichtlich hatte er das Gift mit Leckerlis verwechselt.»

Ich rief das Toxcenter an. Eine freundliche, kompetente Stimme gab mir Auskunft, wie ich vorzugehen hatte. Dank der schnellen Reaktion von Hassos Besitzer lagen wir zeitlich noch so gut drin, dass ein Versuch, den Hund erbrechen zu lassen, möglich war.

Nach wenigen Minuten kam Hassos Mageninhalt ans Licht. Ich stocherte mit einer Pinzette darin herum: «Ein Stück Schnur, seltsame ledrige Streifen, Futter und etwas Grosses, Festes …» Man konnte sehen, dass es einmal grün und grau gewesen war. Hassos Besitzer stiess einen Schrei aus: «Meine Wandersocken! Da sind sie!» Endlich erschienen blaue Partikel. Das Rattengift! Ein paar Würger später war klar, dass Hasso ausser Lebensgefahr war. Er hatte nun einen leeren Magen. Sein Besitzer aber war immer noch erbost über die Socken. «Hast du sonst noch etwas zu verbergen? Hast du etwa auch meinen Snowboard-Handschuh?»

 

Ein Knochen als Belohnung

Wenn der Hund sehr tapfer war, eignen sich diese Kauknochen aus Rinderhaut als Belohnung. Oder als spielerischer Snack – damit die Socken verschont bleiben.

Von Vitaktaft, 6 Stück, in grösseren Coop- Supermärkten und bei Coop@home.

 

Sprechstunde: Fragen Sie Chantal Ritter

Falls Sie ein gravierendes Problem haben, können Sie eine Frage an Tierärztin Dr. Chantal Ritter stellen. Beachten Sie aber, dass Chantal Ritters Ratschläge eine erste Einschätzung der Lage sind, doch im Ernstfall nicht den Besuch eines Tierarztes ersetzen können. Die Tierarztsprechstunde finden Sie in unserer Online-Tiercommunity.

Zu unserer Online-Tiercommunity
Alle Inhalte der Coopzeitung zum Thema Tiere 

Kommentare (0)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Fotolia, Beatrice Thommen-Stöckli, ZVG
Veröffentlicht:
Montag 10.11.2014, 00:00 Uhr

Mehr zum Thema:

Mehr Geschichten aus der Tierarztpraxis

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:


Die neuesten Kommentare zu den Geschichten aus der Tierarztpraxis:

Ursula antwortet vor 2 Monaten
Eins, zwei – ganz viele
Vielen Dank, mir gefallen alle ... 
Smithc477 antwortet vor 2 Monaten
Mein Hund, dein Hund
Awesome article post.Thanks Ag ... 
Sonja Tschudin antwortet vor 2 Monaten
Noro wahrt die Haltung
Für ältere Hunde, die plötzlic ... 


Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?