Dieser Grill ist zweifellos das Werk eines Heimwerkerkönigs.

Heizen Sie tüchtig ein

Gartenbesitzer, die etwas auf sich halten, mauern ihren eigenen Grill. Schliesslich schmeckt die Wurst vom selber gebauten Grill doppelt gut.

Jetzt, wo der Coop-Grillsong Chill’n’Grill der BBQrew die Hitparade stürmt, wird es höchste Zeit, die eigene pyromanische Seite auszuleben, den Grill einzufeuern und sich der Fleischeslust hinzugeben. Oder zumindest den Räuchertofu hochleben zu lassen. Nur, in einer Zeit, in der alle bereits alles haben, können Sie mit einem Kugelgrill nicht mehr wirklich punkten. Greifen Sie deshalb zur Mörtelkelle und mauern Sie Ihren Grill selbst. So schwer ist das nicht und Sie können sich, ganz nach der amerikanischen BBQ-Maxime «grösser ist besser» gleich selber ausleben.

 
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Und das geht so:

  • Suchen Sie sich im Garten einen passenden Standort. Achten Sie dabei auf die Hauptwindrichtung, die Sonnen- und Schattenverhältnisse und, falls Sie sie mögen, auf Ihre Nachbarn. 
  • So ein gemauerter Grill ist schwer. Heben Sie dazu in der passenden Grösse – schliesslich haben Sie sich ja einen Plan gezeichnet – ein 30 Zentimeter tiefes Loch für das Fundament aus. Füllen Sie dieses mit Kies und verdichten Sie diesen. Bauen Sie einen einfachen Schalungsrahmen und giessen Sie ein mindestens fünf Zentimeter dickes Betonfundament. Alternativ können Sie auch fertige Betonplatten legen.
  • Mauern Sie nun mit Backsteinen die Mauern. Setzen Sie die Steine im Läuferverband, das heisst, jeweils um einen halben Stein versetzt. Verwenden Sie eine gespannte Schnur und eine Wasserwaage, um die Mauern exakt auszurichten und halten Sie die Fugen gleichmässig einen Zentimeter dick. Streichen Sie diese glatt. 
  • Mauern Sie in regelmässigen Abständen mehrere Halter für den Grillrost, eine Aschenwanne und Kohlegitter und, je nach geplantem Modell, für allfällige Tablare und Ablagemöglichkeiten ein. Verwenden Sie rostfreie Halter, etwa aus Edelstahl. 
  • Wenn Sie kein separates Kohlegitter verwenden wollen, können Sie auch eine Feuerauflage aus Schamottsteinen mauern. Verwenden Sie dabei auch feuerfesten Schamottmörtel. 
  • Wenn Sie eine Ablagefläche eingeplant haben, können Sie dazu handelsübliche Abdeckplatten aus Stein verwenden, wie sie etwa auch beim Küchenbau gebräuchlich sind. Wetterfest und hübsch sind auch Granitplatten, wie sie als Tischplatten bei den typischen Tessiner Steintischen verwendet werden. 
  • Eine Abzugshaube aus Kupfer, wie sie zum Beispiel bei vielen käuflichen Garten-Cheminees gebräuchlich sind, brauchts nicht. Falls doch, wird Ihnen der Spengler Ihres Vertrauens gerne einen entsprechenden Aufsatz auf Mass fertigen. Das dürfte den preislichen Selbermach-Vorteil allerdings wieder zunichtemachen. Aber das ist ja eigentlich egal, schliesslich wollen Sie grillieren wie ein kleiner – äh, grosser – Weltmeister.

Mörtel fürs Cheminee

Der Feuerfestmörtel von Kemmler ist hitzebeständig bis 1000 °C und weist ein auf gebräuchliche Schamottsteine abgestimmtes Wärmedehnungsverhalten auf. Da er witterungs- und frostbeständig ist, eignet er sich perfekt zum Mauern von Gartengrills, aber auch von Öfen und Kaminen oder für Ausbesserungen an feuerfesten Verkleidungen. Er haftet ausgezeichnet und lässt sich leicht verarbeiten. Erhältlich bei Coop Bau + Hobby, 10 Kilo für Fr. 16.90.

Saubere Sache

Eingebrannte Grillroste am besten mit einer Kupferbürste reinigen. Im Notfall hilft auch Backofenreiniger.

Spontan grillieren

Jedes Feuer braucht Sauerstoff. Je mehr, desto besser: Mithilfe des Föhns glimmt die Glut in wenigen Minuten.

Kohle oder Briketts?

Kohle glüht schneller als Briketts, ist aber schneller verglüht. Für lange Abende also besser Briketts verwenden.

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Stefan Fehlmann

Redaktor

Foto:
Getty Images, zVg
Veröffentlicht:
Montag 18.05.2015, 19:10 Uhr

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