Hilft «Ausdruckstanz» gegen schlechte Laune?

Er:

Oh, ich weiss, dass es Frauen gibt, denen es sehr hilft, wild zu tanzen. Ehrlich gesagt, gefallen mir solche Tänze überhaupt nicht. Sie laufen nach keinem erkennbaren Schema ab, Arme baumeln sinnlos durch die Gegend, Hüften kreisen wie gigantische Schwingbesen, Haare und Mimik geraten aus der Form. Aber es stört mich auch nicht sonderlich. In der Regel. Denn die Ausnahme ist Schreiber: Wenn sie sich unkontrolliert und zuweilen unkoordiniert zu schwer verständlicher Musik bewegt, dann ist mir das peinlich. Selbst wenn niemand zusieht – das heisst, Schreiber erwartet natürlich, dass ich zusehe. Aber das schaff ich fast nicht.

Sie:

Wilder, spontaner Ausdruckstanz tut mir gut. Er tut mir sogar wundergut, weil ich mich einen Deut darum schere, wie ich dabei aussehe. Je ausgelassener, desto heilsamer. Rütteln, wackeln, schlottern, stolpern, drehen – ist doch toll, was unser Körper alles kann. Wenn er mal darf. Ich komme aus der Puste, spüre meine Knochen, meine Muskeln, mich. Ach, wir wärs wohl, wenn jeder einmal am Tag sowas machen würde? Die Bundesräte, Managerinnen, Polizisten, Mütter, Väter, Kinder, einfache alle: Ich glaube, wir wären freundlicher zueinander. Wir würden uns zuzwinkern im Wissen, dass wir alle auch mal komplett lächerlich sein können.

Was ist Ihre Meinung dazu?

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Er:

Ich frage mich, was für Bundesräte wir hätten, wenn Tanzen zu ihren Kernkompetenzen gehören müsste. Oder wie das bei einem Staatsempfang wirkt, wenn Bundesrat Maurer eine halbschräge Pirouette mit Lasso und Wischer und anschliessendem Sidekick mit 360er-Drehung hinlegt, bevor er Angela Merkel die Hand schüttelt, nur damit sie auch visuell merkt, dass er sich in jenem Augenblick grad sehr gelöst fühlt. Kein Problem, würde Schreiber sagen und erwarten, dass Kanzlerin Merkel mit einer spontanen Kontaktimprovisation antwortet. Das wäre dann in der Tat lächerlich. Aber wäre es auch förderlich für ein besseres Verständnis untereinander?

Sie:

Das einzig störende am herrlich losgelösten Ausdruckstanzen ist Schneider: Er blickt mich streng an und verlässt fluchtartig den Raum. Schade, denn ich würde mich riesig freuen, wenn wir gemeinsam durch die Wohnung flippen könnten. Wie Popcorn in der Pfanne. Ihm ist es ja auch peinlich, wenn ich zu Strassenmusik tanze oder an Konzerten aufstehe und die Musik bewegend verdaue. Dabei – und das sollten alle Männer wissen – finden wir Frauen es unglaublich anziehend, wenn ein Mann aus sich herausgehen und tanzen kann. Schneider kann es, tut es aber viel zu selten. Meine Meinung ist klar: Ausdruckstanz macht gute Laune. Am Besten mal selber ausprobieren.

Wer konnte Sie überzeugen?

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