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Silvan Grütter
schreibt am 12.06.2018


Hoch lebe König Fussball!

Jetzt regiert er also wieder, der grosse König Fussball.

Am Donnerstag beginnt die Weltmeisterschaft, und schon am Sonntag heisst es: Freunde einladen, Grill einheizen, Bier kalt stellen und die Schweiz gegen Brasilien siegen sehen. Grillieren und Fussball – das passt wie der Senf zur Wurst.

In einem Monat ist der Spuk schon wieder vorbei. Dann steht er fest, der neue Weltmeister. Dazwischen aber liegen Wochen voller Dramen, Helden und Verlierern. Die Helden sind immer die Stürmer, die in der allerletzten Sekunde das alles entscheidende Tor schiessen. Und der Verlierer dieser WM wird ein Torwart sein, der zuschauen muss, wie ihm der alles entscheidende Ball über die Torlinie rollt.

Aber sogar Torhüter, die alles richtig machen, können zu tragischen Helden werden. Im Interview mit meinem Kollegen Thomas Renggli offenbart Pascal «Zubi» Zuberbühler, der jahrelang für die Schweizer Nationalmannschaft im Tor stand, Erstaunliches zur WM 2006 in Deutschland: Die Schweiz hatte sich erfolgreich in den Achtelfinal gespielt und musste gegen die Ukraine ins Penaltyschiessen. Zubi hielt den ersten Schuss von Superstar Andrej Schewtschenko, der Sieg schien schon zum Greifen nah. Doch dann das Drama: Kein Schweizer Spieler traf, der Traum platzte. Zuberbühlers verblüffende Erkenntnis heute: «Ich hätte den Schuss nicht halten sollen. Vielleicht wäre dann eine andere Dynamik entstanden.» Ich freue mich auf den kommenden Monat mit vielen neuen und vielleicht auch tragischen Helden.

Hoch lebe König Fussball!

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