Hochhäuser, wo das Auge hinreicht: Blick vom Aussichtspunkt Victoria Peek.

Hongkong: Genickstarre und Stielaugen

In der Millionen-Metropole locken kulinarische Entdeckungen, historisches Erbe und Etablissements von einfach bis hin zu luxuriös.

http://www.coopzeitung.ch/Hongkong_+Genickstarre+und+Stielaugen Hongkong: Genickstarre und Stielaugen

Lange Nasen? Wohl eher Stielaugen sind es, die dem gemeinen Europäer in Asien unterstellt werden können. Wen wunderts: Der Blick nach oben auf die über 100-stöckigen Wolkenkratzer, nach unten in die engen Häuserschluchten, rüber zur Hauptinsel Hong Kong Island oder nach Kowloon fasziniert. Egal, wo in der Sieben-Millionen-Metropole Hongkong man gerade steht: eine schlechte Seite gibt es nicht – nur eine andere.

Delikatesse für ein langes Leben

Im Café Gray Deluxe lässt sich die atemberaubende Skyline von Kowloon aus dem 49. Stock besonders gut bestaunen.

Im Café Gray Deluxe lässt sich die atemberaubende Skyline von Kowloon aus dem 49. Stock besonders gut bestaunen.
http://www.coopzeitung.ch/Hongkong_+Genickstarre+und+Stielaugen Im Café Gray Deluxe lässt sich die atemberaubende Skyline von Kowloon aus dem 49. Stock besonders gut bestaunen.

Theoretisch könnte es Hühnersuppe süss-sauer sein, über die sich die einheimischen Gäste schlürfend hermachen – wäre da nicht das leere Terrarium am Eingang. «Schlange esse ich nicht!», sagt eine junge Frau am runden Plastiktischchen und verzieht angewidert das Gesicht. Obwohl Stadtführerin Olivia Tang Yin Sum (33) für ihre Gäste das teuerste Gericht bestellt: Die frittierte Schlange auf dem Teller vermag nicht so richtig zu begeistern. Zu viel Arbeit macht das Herausfischen der feinen Knöchelchen beim Kauen. Dem Wunsch, die Fleischstücke mit Bier runterzuspülen, kann die Restaurantinhaberin Frau Chau leider nicht entsprechen. «Es gibt bloss Snake Wine, also Schnaps mit eingelegter Schlange», entschuldigt sich Olivia. Und diese Erfahrung möchte sie den Europäern auf der Kulinariktour durch das Arbeiterviertel Sham Shui Po lieber ersparen. Sie selbst liebt das feste Fleisch von Wasserpython und Kobra. «Es gibt warm, ist nahrhaft und beschert ein langes Leben», ist sie sich sicher.

Mythen und Moderne

Für weniger als vierzig Rappen und in nur zehn Minuten gehts mit der legendären Star Ferry  von Hong Kong Island nach Kowloon.

Für weniger als vierzig Rappen und in nur zehn Minuten gehts mit der legendären Star Ferry  von Hong Kong Island nach Kowloon.
http://www.coopzeitung.ch/Hongkong_+Genickstarre+und+Stielaugen Für weniger als vierzig Rappen und in nur zehn Minuten gehts mit der legendären Star Ferry  von Hong Kong Island nach Kowloon.

So modern Hongkong auch scheint: Der Aberglaube ist tief verwurzelt in der Kultur der Sonderverwaltungszone. Schlangenfleisch macht steinalt, der vierte Stock eines Hauses ist um des Glückes willen inexistent und beim Bau neuer Häuser sorgt ein Feng-Shui-Experte für die perfekte Ausrichtung. Schliesslich soll die Seele im Gleichgewicht bleiben.

Turbulenzen hatten die Hongkong-Chinesen nämlich genug: Man denke an die Abspaltung von China, die damit verbundene Übernahme durch die Briten und die Rückgabe an das kommunistische Mutterland im Jahr 1997. Zwar sind mit dem Abzug der Engländer die roten Briefkästen mit der Krone sowie die Briefmarken mit dem Konterfei der Queen verschwunden. Doch geblieben ist ein internationales Abkommen, das die Autonomie und Demokratie für mindestens fünfzig Jahre wahren soll. «Eine eigene Identität ist uns sehr wichtig», bestätigt Olivia und lässt sich den Rest der verschmähten Schlange einpacken. «Wir sehen uns nicht als Chinesen.»

Peinlich? Aber nicht doch!

Vor nicht allzu langer Zeit galten Ausländer in Sham Shui Po als absolute Exoten: «Vor sechs Jahren hätte die Polizei Touristen zur Seite genommen und ins moderne Geschäftsviertel Central zurückgeschickt», sagt Olivia und lacht. Als Mitbegründerin von «Walk In Hongkong» weiss sie, wie Geschichten verpackt werden müssen, damit sie faszinieren. Immer wieder bleibt sie in den belebten Strassen stehen und zeigt beeindruckende Schwarz-Weiss-Fotos des alten Hongkongs.

http://www.coopzeitung.ch/Hongkong_+Genickstarre+und+Stielaugen Hongkong: Genickstarre und Stielaugen
«

Eine eigene Identität ist uns sehr wichtig. Wir sehen uns nicht als Chinesen.»

Olivia Tang (33), Hongkonger Stadtführerin

Ein Stück Geschichte findet sich zum Beispiel bei Kung Wo Dou Bun Chong, einer 100-jährigen Institution im Viertel. Ein paar zerbeulte Restauranttische, Pappkartons und Kleiderständer mit Unterhosen, Hemden und Shorts lassen das zum Imbiss benutzte Wohn- und Schlafzimmer der Besitzerfamilie noch kleiner wirken. Die Gruppe kichert. Schnell unauffällig die Kamera zücken! Dabei soll der frittierte Tofu mit Frühlingszwiebeln ja das eigentliche Highlight sein.

«Mhhh, so fluffig», schwärmen alle nach dem ersten Bissen. Dass die Soja aus Kanada bezogen wird, sorgt nur kurzfristig für Irritationen. «Es fehlt bei uns nicht nur an Platz, sondern auch an fruchtbarem Boden und einem sauberen Meer. Daher sind alle Produkte importiert», klärt Olivia auf. Und weil Hongkong-Chinesen die Welt in sich aufsaugen, ist die typische Fusionsküche entstanden. «Wir verleihen Asiatischem einfach einen europäischen Touch.» Bestes Beispiel: der Hongkong-Milchtee, eine Erfindung aus den 50er-Jahren. Die gesüsste Kondensmilch für die starke Mixtur kommt aus Holland, der schwarze Ceylon aus Sri Lanka. Das perfekte Verhältnis? «Drei Teile Milch, sieben Teile Tee», weiss Olivia. Wer Lust und einen unempfindlichen Magen hat, bestellt den Tee mit Eiswürfeln. Wer deren Herkunft jedoch anzweifelt, trinkt den Tee lieber heiss.

Rasante Stadtentwicklung

Der Central Green Trail führt vom Aussichtspunkt Victoria Peak durch den Dschungel zurück in die Grossstadt.

Der Central Green Trail führt vom Aussichtspunkt Victoria Peak durch den Dschungel zurück in die Grossstadt.
http://www.coopzeitung.ch/Hongkong_+Genickstarre+und+Stielaugen Der Central Green Trail führt vom Aussichtspunkt Victoria Peak durch den Dschungel zurück in die Grossstadt.

Gerade mal 175 Jahre jung ist die Stadt mit den weltweit meisten Hochhäusern. Der erste «höhere» Gebäudekomplex mit sechs Stockwerken wurde 1905 fertiggestellt, der erste Wolkenkratzer folgte 1935. «Mein Opa lebte hier vor noch nicht allzu langer Zeit in einer Hütte am Hang», erzählt Olivia und lotst die Gruppe zum Mei-Ho-Haus. «Doch nach einem verheerenden Brand musste die Stadt handeln und baute 1954 für meinen obdachlosen Grossvater und all die anderen chinesischen Einwanderer die ersten Siedlungen.» Bevor der Block zu einer Jugendherberge umgebaut wurde, lebte Olivia hier mit ihrer Familie auf engstem Raum. «Die Wohnung war so klein, dass wir auf dem Korridor kochen mussten.»

Obwohl ein Grossteil des architektonischen Erbes den meist 60-stöckigen Miets- oder Geschäftshäusern weichen musste: Es gibt noch ein paar wenige Schätze aus der Kolonialzeit. Meist eingepfercht zwischen Stahl und Beton, lassen die Prachtbauten den Zauber alter Zeiten knapp erahnen. Wer davon nicht genug bekommt, macht einen Abstecher ins Historische Museum. Eine liebevolle Ausstellung zeigt die Entstehung und Entwicklung Hongkongs. Wer sich nicht in der Vergangenheit aufhalten möchte, sichert sich einen Platz auf dem Oberdeck der legendären Star Ferry. Der Fährbetrieb zwischen Hong Kong Island und Kowloon besteht seit 1898 und ist – dank der imposanten Skyline – die Touristenattraktion schlechthin. Eindrücklicher ist bei klarer Sicht nur noch der Blick vom 552 Meter hohen Victoria Peak, einst bevorzugte Wohngegend der Kolonialherren. In der vergleichsweise kühlen Höhe konnten sich die Einwanderer vor der tödlichen Malaria-Epidemie schützen. Besonders erwähnenswert ist der Central Green Trail. Der geteerte Weg führt durch subtropischen Dschungel direkt in die Stadt. Keine Angst vor der ungewohnt menschenleeren Umgebung. Trotz der Einwohnerzahl ist die Kriminalitätsrate der Mega-Stadt sehr gering. Gefährlich sind bloss die Klimaanlagen.

Hauptsache kalt

In den Strassen des ehemaligen Armenviertels Sham Shui Po tummeln sich heute auch Touristen.

In den Strassen des ehemaligen Armenviertels Sham Shui Po tummeln sich heute auch Touristen.
http://www.coopzeitung.ch/Hongkong_+Genickstarre+und+Stielaugen In den Strassen des ehemaligen Armenviertels Sham Shui Po tummeln sich heute auch Touristen.

Je kälter ein Restaurant, desto teurer. Aber auch in der U-Bahn sowie den gigantischen Shoppingcentern herrschen ganzjährig arktische Temperaturen. Vorsicht also beim Schuhkauf mit schockgefrorenen Füssen. Zu Hause stellen sich die Treter dann nämlich gerne als eine Nummer zu klein heraus.

Schlottern ist auf der Kulinariktour glücklicherweise nicht angesagt. Olivia Tang wählt einfache Lokale aus, die sich dieses sinnlose Verblasen von Energie nicht leisten können. Den Abschluss macht nach rund vier Stunden ein weiterer Hongkong-Klassiker: glasierter Schweinebauch. Es wird wieder geteilt, schliesslich muss bis abends Platz für weitere Geschmacksentdeckungen sein.

Wer es für einmal schicker mag, sollte im Café Gray Deluxe im Upper House reservieren. Hier muss das Essen nicht heruntergespült werden. Die Küche ist unter Schweizer Leitung, das Hotel ebenso (siehe Box S. 95). Zwar ist das Restaurant stark klimatisiert, doch der Blick auf den Teller und aus der 49. Etage lässt einen das Frösteln vergessen. Und ganz egal, ob man nun den Hafen, Hügel oder Hochhäuser sieht: Der Blick ist in alle Richtungen faszinierend. Eine schlechte Stadtseite gibt es wirklich nicht, nur eben eine andere.

«Hier ist Geld die Religion»

Marcel Thoma (40) Generaldirektor 5-Sterne-Hotel  «The Upper House»

Marcel Thoma (40) Generaldirektor 5-Sterne-Hotel  «The Upper House»
http://www.coopzeitung.ch/Hongkong_+Genickstarre+und+Stielaugen Marcel Thoma (40) Generaldirektor 5-Sterne-Hotel  «The Upper House»

Ist Marcel Thoma mal mehr als einen Tag aus Hongkong weg, wird er nervös. Wenn man die südchinesische Metropole nicht mag, stimmt etwas nicht, sagt der gebürtige Ostschweizer.

Ein Schweizer in China, führt das nicht unweigerlich zu einem Kulturclash?
Hongkong ist durch seine Unabhängigkeit und den britischen Einfluss nicht typisch chinesisch. Daher gab es bei mir keinen Zusammenstoss mit der hiesigen Kultur.

Aber es gibt doch bestimmt Unterschiede?
Natürlich. Vor allem in puncto Wohlstand. Hier in Hongkong ist Geld die Religion. Um sich das gute Leben leisten zu können, muss man überdurchschnittlich viel arbeiten. Wer also aus Europa kommt und meint, er könne einen Nine-to-Five-Job ausüben, wird schnell eines Besseren belehrt.

Welche Entschädigung bietet denn Hongkong für lange Arbeitstage?
Viele interessante Leute, natürlich das abwechslungsreiche Essen und die Energie, die diese Stadt ausstrahlt.   

Die Stadt beherbergt über sieben Millionen Einwohner. Wohin flüchten Sie, wenn Sie mal alleine sein wollen?
Es gibt wunderschöne Wanderwege und Strände, wie beispielsweise auf Shek-O oder Sai Kung. Doch ich liebe Hongkong, daher habe ich nie das Bedürfnis zu flüchten. Ganz im Gegenteil: Bin ich mal länger als 24 Stunden weg, werde ich unruhig.

Was gibt es nebst der grossartigen Natur vor der Haustüre noch zu entdecken?
In der Stadt ist sicherlich der Besuch des 150-jährigen Man-Mo-Tempels in der Hollywood Road ein Must! Die Gegend dort hat ausserdem viele Bars, Galerien und Shops. Und als Trendquartier beherbergt es natürlich auch viele coole Restaurants.

Zum Beispiel?
Das «Chachawan» am westlichen Ende der Hollywood Road. Das Thai-Restaurant führt derzeit sicherlich meine ganz persönliche Hitliste an.

Flug

Von Zürich gibts täglich einen Direktflug mit Cathay Pacific Airways.

Wer nicht aufs Reisebudget achten muss, empfehlen wir den Flug in der edlen Business Class. Allen anderen sollten sich auf diesem langen Flug den etwas breiten Sitz mit mehr Beinfreiheit in der Premium Economy-Class leisten.

Alles zu den verschiedenen Reiseklassen finden Sie hier

text

Einreise

Die Einreisebestimmungen für Hongkong sind ein gültiger Reisepass. Ein Visum brauchen Schweizer, Deutsche und Österreicher erst ab 90 Tagen.

Reisezeiten

Optimale Reisezeit
Von Oktober bis März ist es generell sehr mild und recht trocken.

Suboptimale Reisezeit
Von Mai bis September ist Hauptregenzeit. Diese Monate sind warm und sehr schwül. Zwischen Juli bis September müssen ausserdem mit heftigen Stürmen gerechnet werden.

Währung

100 Schweizer Franken sind rund 820 Hongkong-Dollar.

Wohnen

Nicht ganz zentral, aber ein absoluter Geheimtipp (mit Pool!) ist das «East» am Quarry Bay auf Hong Kong Island. Mit seinen luxuriösen Zimmern, der schicken Dachlounge, der unmittelbaren Lage zur U-Bahnstation Tai Koo sowie der zuvorkommenden Gästebetreuung bietet dieses Lifestyle-Hotel einfach alles für einen gelungenen Aufenthalt. Direkt neben dem Hotel liegt das Cityplaza-Einkaufszentrum, zu dem Hotelgäste einen direkten Zugang haben. In über 170 Läden kann täglich von 10 bis 22 Uhr geshoppt werden.

Tipp: Unbedingt ein Zimmer mit Harbour View buchen! Wer es noch nobler möchte, sollte das Harbour Corner oder die Suite reservieren.

«East» 29, Taikoo Shing Road
www.east-hongkong.com

Wer sich auf seiner Hongkong-Reise einen ganz besonderen Luxus leisten möchte, sollte das «Upper House» an zentraler Lage auf Hong Kong Island als Domizil wählen. Okay, wenigstens für eine Nacht – und weils vielleicht etwas zu feiern gibt. Von aussen kaum als Hotel erkennbar, bietet es im Inneren eine Oase der Ruhe und des gehobenen Stils. Hier haben es sich schon die ganz Grossen gutgehen lassen: Hugh Jackman, Sting und Scarlett Johansson – um nur ein paar wenige zu nennen. Die Zimmer fangen bei grosszügigen 68 Quadratmetern an. Luxus pur, wenn man Platz und Immobilienpreise in Hongkong berücksichtigt. Für einmal sollten Sie kein Zimmer mit Hafensicht buchen. Der Blick ins Grüne ist nämlich einmalig, auch von der Badewanne aus. Doch die Entschleunigung hat seinen Preis: Die Zimmer der kleinsten Kategorie fangen bei ca. 700 Franken pro Nacht an. Dafür aber können die Angestellten (übrigens zwei pro Gast!) die Wünsche der Gäste von den Lippen ablesen...

Tipp: Wer mit kleinem Budget reist, sollte sich (zumindest) einen Drink in der Café Gray Bar in der 49. Etage nicht entgehen lassen. Hier zahlen Sie keine überrissenen Preise, geniessen aber eine Aussicht, die unbezahlbar ist. Wer zum Dinner bleibt, kann Chef-Sommelier Roger zu Rate ziehen. Er stellt seinen Gästen gerne eine ganz persönliche Weinbegleitung zusammen.

«Upper House» Pacific Place, 88 Queensway Admiralty
www.upperhouse.com


Wer auf der Kowloon-Seite residieren möchte: Das «Icon» in Tsim Sha Tsui lässt keine Wünsche offen. Modern und stilvoll eingerichtete Zimmer bieten einen fabelhaften Ausblick auf den Hafen (Harbour-View buchen!) oder die Stadt. So richtig luxuriös wird es in den am höchsten gelegenen Club Rooms und Suiten. Hier lohnt sich der Aufpreis zu einem «normalen» Zimmer: Das «Above & Beyond» im 28. Stock ist eigens für Club-Gäste reserviert. Nebst Afternoon Tea mit kleinen, feinen Köstlichkeiten gibt’s abends zwischen 18 und 20 Uhr auch Champagner und Häppchen.

Tipp: Einen Tag am Pool einplanen, Drinks schlürfen und die Aussicht vom Liegestuhl aus auf die Skyline von Central geniessen. Wer sich ins Getümmel stürzen möchte: Es gibt alle 20 Minuten einen gratis Shuttlebus zum Peninsula oder der Sun Arcade. Ausnutzen!

«Icon» 17, Science Museum Rd Tsim Sha Tsui
www.hotel-icon.com

Essen

Authentisch und beeindruckend ist das «Lin Heung Tea House» in Central. Hier gibt’s vom frühen Morgen bis zum Nachmittag Dim Sum in allen Formen und Varianten. Es werden Büffetwagen mit den kleinen Köstlichkeiten umhergeschoben, so dass auch Nicht-Chinesen etwas in den Magen bekommen. Einfach drauf zeigen – und am grossen runden Tisch zusammen mit einem Kännchen Tee geniessen.

Tipp: Trauen Sie sich ruhig an Unbekanntes heran! Und: Lassen Sie sich bloss nicht von den Tischmanieren der Chinesen aus der Ruhe bringen.

Lin Heung Tea House, 162 Wellington St Central

Unvorstellbar, dass in Schweizer Einkaufszentren hervorragendes Essen serviert wird. Nicht aber in Hongkong. Hier serviert die Restaurantkette «Sen-Ryo» in diversen Shoppingmalls (zum Beispiel im «Festival Walk» in Kowloon Tong) ausgezeichnetes Sushi.  

Tipp: Unbedingt das Sake-Probierset bestellen. Und: Pulli nicht vergessen! Es herrschen nämlich arktische Temperaturen...

www.sen-ryo.com.hk

Austern, Ceviche und hervorragendes Fleisch: Im «Mr & Mrs Fox» in Quarry Bay kommen nicht nur Steak-Liebhaber voll auf ihre Kosten. Tolle Weine, tolles Ambiente – wer mal eine Pause von chinesischen Köstlichkeiten braucht, ist hier goldrichtig.

Mr & Mrs Fox 23 Tong Chong St Quarry Ba

www.mrmrsfox.com

Toll für einen Lunch mit Blick ins Grüne: Das elegante Restaurant «The Continental» lässt sich von den Grand Cafés dieser Welt inspirieren und serviert Gerichte auf sehr hohem Niveau. Nicht nur für Gourmets, sondern auch für Fans spezieller Architektur und tropischer Pflanzen.   

The Continental Unit 406, L4, Pacific Place 88 Queensway Admiralty
www.thecontinentalhongkong.com

Sightseeing

«Story of Kowloon», «Good Evening Kowloon» oder «Hello Hongkong» – die Touren von «Walk in Hongkong» sind vielfältig, abwechslungsreich und wunderbar geführt. Olivia Tang und ihre Kollegen nehmen sich viel Zeit, den Touristen ihre Stadt schmackhaft zu machen. Im wahrsten Sinne: Die Kulinarik-Tour ist ein absolutes Must für alle Hongkong-Besucher! Hier besuchen Sie Restaurants, die sonst unentdeckt blieben. Oder wie gut ist Ihr Mandarin?  

http://walkin.hk/


Das Historische Museum ist die perfekte Ergänzung zum Sightseeing in Hongkong. Hier wird einem erst bewusst, wie sehr sich die Stadt im letzten Jahrhundert verändert hat. Und nicht nur zum Guten, wie unzähligen Fotos der Ausstellung belegen. Die meisten Gebäude aus der Kolonialzeit mussten den Hochhäusern weichen. Doch wohin bauen, wenn schon aller Platz ausgeschöpft ist? Nach oben, eben.

Science Museum Rd Tsim Sha Tsui
http://hk.history.museum

Er ist eine stille Oase inmitten des hektischen Treibens: Das ist der Man-Mo-Tempel in der Hollywood Road. Hier gilt: Luft anhalten oder tapfer sein. An der Decke hängen unzählige Weihrauch-Spiralen, die ihren ganz eigenen, typischen Duft verbreiten. Der Tempel wurde 1847 erbaut und gehört heute zu den geschützten Bauwerken der Stadt.

Man Mo Temple 124-126 Hollywood Rd Tai Ping Shan

Shopping

Im «Lau Fu Fat Teashop» im Lok Fu Plaza wird Tee gelebt und geliebt. Hier kann man so richtig viel Geld liegen lassen – wenn man denn will. Tee-Raritäten kosten bis zu 5000 Franken (das Kilo!), antike Teekännchen und –tassen auch mal mehr. Doch natürlich gibts auch zahlbare Sorten, die auf Wunsch auch verkostet werden können.

Lok Fu Place Zone A 198 Junction Rd Wang Tau Hom
www.teahouse.com.hk

Selbstgenähte Kleider und Taschen, kunstvolle Keramik oder eigenwilligen Schmuck: Im PMQ-Areal («Police Married Quaters») in Central finden sich über 100 junge Designer, die ihre Kreationen feilbieten. Wer beim Bummel Hunger bekommt, kann ins «Sohofama». Das coole Bio-Restaurant liegt im Erdgeschoss und bietet erstklassige Fusionsküche an – auch am Abend toll!

www.pmq.org.hk
www.sohofama.com

Turnschuh- und Sneakerfans aufgepasst: In der Fa Yuen Street in Mong Kok (Kowloon) reiht sich ein Sportladen an den anderen. Hier gibt es die neusten Modelle von Nike, Adidas und Co. Es lohnt sich jedoch, die Preise zu vergleichen. Nicht selten kosten die vermeintlichen Schnäppchen mehr als in einer der schicken Shoppingmalls oder gar zuhause.

Badeferien

Wer genug von der dichtbesiedelten Stadt hat, fährt mit dem Boot mal schnell (in ca. 30 Minuten) nach Cheung Chau. Die Insel ist vor allem tagsüber und am Wochenende von chinesischen Tagestouristen überlaufen, doch es finden sich trotzdem noch einigermassen einsame Strände. Am Kwun Yam gibt es Sonnenliegen, -schirme sowie eine hübsche Strandbar, am Pak Tso Wan hingegen ist alles naturbelassen und teils menscheleer. Der Spaziergang lohnt sich also! Doch Achtung: Getränke und Sonnenschutz nicht vergessen.

Tipp: Bleiben Sie zwei, drei Tage und geniessen Sie die besondere Abendstimmung auf der Insel. Es gibt unzählige Fischrestaurants am Hafen, die köstliches und günstiges Essen anbieten. Probieren Sie ausserdem die Mango-Mochis, für die die Insel berühmt ist. Das sind frische Mangos umhüllt mit einem klebrigen Reisteig und Kokosraspeln. Lecker!  

Benötigen Sie ein Zimmer? Dann suchen Sie am besten und rechtzeitig über Airbnb. Zwar gibt es eine sehr zentrale Pension, doch die Zimmer des «B&B Cheung Chau» sind winzig und der Service ist schlecht.  

B&B Cheung Chau 12-14 Tung Wan Road
www.ibnb.com.hk


Kommentare (2)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.










Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Nadine Bauer

Redaktorin

Foto:
Fotolia, Getty Images
Veröffentlicht:
Montag 20.11.2017, 10:00 Uhr

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:




Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?