Hortensien im Schlosspark

Hoch über dem Vierwaldstättersee ist rund ums Schloss Meggenhorn die grösste öffentlich zugängliche Hortensiensammlung der Schweiz zu bewundern.

Tausende Hortensiensträucher locken beim Schloss Meggenhorn zum Lustwandeln. Links oben Tellerhortensien mit rosa Scheinblüten.

Tausende Hortensiensträucher locken beim Schloss Meggenhorn zum Lustwandeln. Links oben Tellerhortensien mit rosa Scheinblüten.
http://www.coopzeitung.ch/Hortensien+im+Schlosspark Tausende Hortensiensträucher locken beim Schloss Meggenhorn zum Lustwandeln. Links oben Tellerhortensien mit rosa Scheinblüten.

Bis vor Kurzem galten Hortensien als «Grosi»-Pflanzen: Im Garten sorgten sie kaum für Furore. Vor allem dank toller Neuzüchtungen erleben sie nun einen regelrechten Boom. Dass aber auch die traditionellen Sorten ihren Reiz haben, zeigt sich im Park von Schloss Meggenhorn.
Das Schloss selber ist allein schon wegen seiner Lage über dem Luzerner Seebecken einen Besuch wert. Die Landzunge mit dem Neurenaissance-Herrenhaus, dem roten Chaletstöckli und der neogotischen Kapelle (siehe Hauptbild) wechselten viele Male den Besitzer zwischen Klöstern, der Stadt Luzern und Luzerner Patriziern. Seine jetzige Form bekam das Schloss gegen Ende des 19. Jahrhunderts, sie ist inspiriert von einem Loire-Schloss. Damals wurde auch der Garten vergrössert. Dieser besticht durch kunstvolle, französisch angehauchte geometrische Anlagen. Er bietet aber auch Elemente, die mit der umliegenden Landschaft verschmelzen, wie man es aus englischen Gärten kennt.

Gezwitscher beim Mammutbaum  

Pro-Specie-Rara-Zierpflanzenexpertin Martina Föhn bei den Hortensien im Schlosspark.

Pro-Specie-Rara-Zierpflanzenexpertin Martina Föhn bei den Hortensien im Schlosspark.
http://www.coopzeitung.ch/Hortensien+im+Schlosspark Pro-Specie-Rara-Zierpflanzenexpertin Martina Föhn bei den Hortensien im Schlosspark.

Die Stiftung Pro Specie Rara hat hier 2012 begonnen, alten Hortensiensorten von Schweizer Züchtern ein Überleben zu garantieren. Projektleiterin Martina Föhn (53) zeigt uns vor Ort die diversen Ball- und Tellerhortensien, die weiss, rosa, rot-violett oder blau blühen. Die Farbe der Blüten hängt nicht nur von der Sorte, sondern vor allem auch vom Boden ab: auf saurem blühen Hortensien blau, auf kalkigem rosa oder rot. Die Pro-Specie-Rara-Sammlung vor dem Schloss steht offenbar auf kalkhaltigem Boden. «Hier haben fast alle unsere Blaukehlchen-Hortensien ihren Blaustich verloren», sagt Föhn. Am besten gefallen ihr persönlich die Rotschwanz-Hortensien. «Wenn sie blühen, geht mir das Herz auf», schwärmt die Gartenbau-Ingenieurin. Wieso viele Tellerhortensien nach Vögeln benannt sind, ist leider nicht überliefert. Aber es passt zum Vogelgezwitscher unter dem Mammutbaum, das unser Gespräch begleitet.

Hortensien werden steinalt  

Hortensien stammen aus Asien. Die ersten Exemplare gelangten erst gegen 1860 nach Europa. In den 1970er-Jahren brach dann unter Schweizer Züchtern ein wahrer Hortensien-Boom aus. Da nichts dokumentiert wurde, sind kaum Informationen vorhanden über die ursprünglich im Park gepflanzten Hortensien, die zahlenmässig vorherrschen. Die Sorten in der Pro-Specie-Rara-Sammlung schreiben Martina Föhn und ihre Kollegen von der Zierpflanzenabteilung jedoch nun gut lesbar an.
Obwohl es viel regnet, muss Gemeindegärtner Paul Odermatt (53), der seit 30 Jahren zum Schlossgarten Meggen schaut, bei unserem Besuch die Hortensien ordentlich wässern. Denn nur wenn sie ausreichend Wasser erhalten, können Hortensien steinalt werden – eine Hortensie in Dresden brachte es auf 180 Jahre! Auch viele der Meggener Sträucher stehen hier schon seit Jahrzehnten. Martina Föhn ist insbesondere dann auf Schloss Meggenhorn, wenn die Pflanzen vermehrt werden oder wenn sie eine Hortensien-Führung macht. Die durstigen Schönheiten lassen all die Arbeit, die sie verursachen, höchstens erahnen.

 

Infos zum Schloss Meggenhorn

Das Schloss Meggenhorn kann von April bis Oktober an Sonntagen von 12 bis 17 Uhr besichtigt werden. Der Park ist das ganze Jahr öffentlich zugänglich. Die Hortensien blühen zwischen Juni und August. Verpflegen kann man sich im neuen Schlossbistro.
Ab Bahnhof Luzern gelangt man mit dem Schiff direkt zur schlosseigenen Anlegestelle Meggenhorn oder mit dem Bus Nr. 24 zur Haltestelle Lerchenbühl. Von dort ist es zu Fuss eine Viertelstunde zum Schloss. Autofahrer müssen ausserhalb des Schlosstors parkieren.

Schlossbistro in der Orangerie: Öffnungszeiten

Samstag von 12.00 UHR bis 22.00 UHR
ab 20.00 kleine Köstlichkeiten von der Vitrine

Sonntag von 10.00 UHR bis 19.00 UHR
von April bis Ende Oktober

Bei schlechter Witterung geschlossen. Auskunft über www.meggenhorn.ch/schlossbistro

Schloss Meggenhorn – das Wahrzeichen der Gemeinde Meggen

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Eva Nydegger

Redaktorin der Coopzeitung

Foto:
ZVG
Veröffentlicht:
Montag 26.06.2017, 15:50 Uhr

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