Andrea Jansen, mobile Moderatorin

Autopilot

«Geit’s dr eigentlich no? Gopferdammi!»

Der Bauarbeiter fasste sich an den Kopf und fuchtelte mit den Fäusten, noch während er versuchte, die gerammten Poller wieder aufzurichten.

Der Schadensverursacher war derweil weitergefahren – und wir gleich hinter ihm. Zuerst waren es nur kleine Schlenker gewesen. Dann ein Beinahe-Kuss des Bordsteins. Dann fuhr er immer wieder über die Mittellinie. Wir hielten Abstand. Zuerst. Fragten uns, ob da vielleicht ein medizinisches Problem vorlag oder ein alkoholisches. Lichthupen: keine Reaktion. Die Schlenker wurden grösser, der Fahrer rammte die Baustelle und so griff ich – als Beifahrerin – zum Telefon.

«Kantonspolizei, hie isch Wachtu?» Der Polizist war sehr nett und rief auch «umgehend» die Streife, während ich fünf Minuten lang lüpfiger Musik lauschen durfte. «Sit dr no da?» Wir waren und verfolgten beflissen den Verkehrsrowdy. Ich war froh, hatten wir keinen Bankraub beobachtet.

Das Auto bog in die Einfahrt eines Luxushotels ein. Die Streife sei jetzt unterwegs, meldete Herr Wachtel und bedankte sich. Ich fühlte mich ein bisschen wie Globine bei der Polizei und fuhr ins Wochenende.

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Text:
Andrea Jansen
Foto:
ZVG
Veröffentlicht:
Montag 23.10.2017, 10:00 Uhr

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