Andrea Jansen, mobile Moderatorin

Im Bus

Der Blick aus dem Fenster eines fahrenden Busses hat etwas Therapeutisches.

Wenn Bäume und Häuser an mir vorbeiziehen, wird es in meinem Kopf sonderbar und ungewohnt ruhig. Ein visuelles, weisses Rauschen, dann ein Häuschen – wer wohnt wohl da? – und schon wieder ist es weg. Und damit auch der Gedanke.

Meine schlimmsten Liebeskummer und Sinnkrisen habe ich so auskuriert. Auf langen Busfahrten. Mit den vorbeiziehenden Landschaften liess ich Kilometer für Kilometer den Schmerz zurück. Einmal quer durch Brasilien – die längste Fahrt dauerte 24 Stunden und war eine Challenge für Steissbein und Blase. In Indien hatte ich mich im Bus so platziert, dass der Blick weder auf die Frontscheibe noch auf den Rückspiegel fallen konnte – sonst sind konstanter Adrenalinausstoss und Todesangst garantiert.  In Vietnam schlief ich zwei Stunden mit dem Kopf auf der Schulter eines Fremden. In Thailand stritt ich mit dem Busfahrer. In Guatemala mit einem Huhn. Aber überall, irgendwann: Ruhe im Kopf. Das Brummen des Motors eins mit dem Herunterfahren meines Gehirns.  Irgendwann leise wegdösen. Und geläutert ankommen.

Kommentare (0)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Text: Andrea Jansen

Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 04.07.2016, 16:00 Uhr

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:



Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?