Für die Ziegen ist Falla ein Paradies.

Im Paradies: Die Geissen der Alp Falla

Weil sie sich eine Welt ohne Ziegen und Ziegenkäse nicht vorstellen können, setzen sich Bauern, Behörden und die Coop Patenschaft für den Erhalt einer Ziegenalp bei Klosters ein.

Ins himmlische Paradies führt der Weg über die Zehn Gebote. Der Weg ins Ziegen-Paradies auf der Alp Falla ist nicht minder schwierig: Er ist steil, schmal und nicht ungefährlich. Hier, hoch über Klosters GR breiten sich schier unendliche Weiden aus. Hier verbringen 95 Ziegen den Sommer. Zu sagen, sie frässen Gras, würde der Sache nicht gerecht: Die Geissen laben sich an den Spitzen von Kräutern, Blumen und Pflanzen, die im Unterland allenfalls in Vorgärten wachsen: Vergissmein-
nicht etwa, Silbermänteli, Heidelbeeren, Thymian. Wenn die Viecher dann satt sind, ruhen sie sich zwischen Frauenschuh und Alpenrosen aus. «Für die Ziegen gibt es nichts Besseres als einen Alpsommer», sagt darum Hans Ueli Wehrli von der Ziegenhaltervereinigung Klosters. Die Ziegen selber geben aber auch ihr Bestes – nämlich ihre Milch. Diese veredeln Stephan (44) und Adriane (37) zu kulinarischen Preziosen – kleinen Halbhart- und Hartkäselaiben. Preziosen nicht etwa, weil die Laibe teuer, sondern weil sie so einmalig sind: «Eine Geiss gibt etwa 500 bis 800 Kilo Milch pro Jahr – das macht 50 bis 80 Kilo Käse.»

 
Jede Woche die neusten Themen im Newsletter! Hier abonnieren »
 

Man muss Ziegen einfach lieben

http://www.coopzeitung.ch/Im+Paradies_+Die+Geissen+der+Alp+Falla Im Paradies: Die Geissen der Alp Falla

Auf der Alp angekommen, ruft Wehrli leise nach seinen Tieren. Albeina, Gloria, Carrie und wie sie alle heissen, lösen sich aus der Herde, holen ihre Streicheleinheiten, wollen gar nicht mehr aufhören mit Schmusen. «Geissen sind nicht nur lieb, sie sind sehr intelligent», meint Wehrli. Man merkt dem Mann an, dass er seine Tiere gerne hat. Das gilt wohl auch für jene Ziegenhalter, welche die Alp Falla im letzten Jahrtausend in Fronarbeit gebaut haben und jetzt jedes Jahr tagelang «Gmeiwerk» leisten, also etwa den von Lawinen verwüsteten Weg reparieren oder Feuerholz fürs Käsechessi aufrüsten», weiss Stephan. Er kümmert sich um die Tiere, die weite Strecken laufen können. Adriane hilft beim Melken und vor allem macht sie Käse und sagt: «Mir ist es wichtig, dass eine Alp und das Wissen um wertvolle Nahrungsmittel nicht einfach verschwinden.»

«

… oder wir machen die Ziegenstalltüre zu. Für immer.»

Hans Ueli Wehrli, Ziegenhalter aus Saas im Prättigau

Dunkle Wolken im Paradies

Doch es hilft alles nichts: Über dem Ziegen-Paradies sind dunkle Wolken aufgezogen: «Nicht nur, dass das Alppersonal in ein und demselben Raum kocht, schläft und isst und keine Dusche hat, auch die Sennerei und der Käsekeller entsprechen den Anforderungen nicht mehr. Entweder wir sanieren die Alp mit rund 300 000 Franken … oder wir müssen die Stalltüre zumachen. Für immer», sagt Wehrli. Doch das kann und will sich niemand vorstellen. Die Gemeinde Klosters und der Kanton Graubünden haben sich bereits finanziell engagiert. Doch das reicht bei Weitem nicht. Hier kommt nun Béatrice Rohr von der Coop Patenschaft für Berggebiete, hier kommen aber auch Sie, die Sie das gerade lesen, ins Spiel. «Wir wollen der Alp Falla mit einer grösseren Summe helfen. Zugleich können die Coopzeitung-Leserinnen und -Leser eine Ziegenpatenschaft für 95 Franken übernehmen. Auch dieses Geld fliesst direkt und ohne Abzug in entsprechende Projekte», so Rohr. Ein Paradies zu retten war wohl noch nie so einfach – auf jeden Fall einfacher, als in den Himmel zu kommen.

Übrigens: Die Preziosen von Falla gibts dortselbst oder im Coop von Klosters und in weiteren Coop-Läden der Region.

#Hier finden Sie die Tat Nr. 241
Hier finden Sie alle Taten auf einen Blick​

Wir alle sind stolz auf die Schönheit unserer Schweizer Berge. Aber wir dürfen die Verantwortung für sie nicht nur auf den Schultern der Bergbevölkerung lasten lassen.

Die Coop Patenschaft für Berggebiete hilft mit, die Arbeits- und Lebensgrundlagen der Bergbevölkerung zu verbessern. Coop übernimmt dabei sämtliche Administrations- und Personalkosten. So kommt jeder Spenden-Franken vollumfänglich den Bergbauernfamilien zugute.

Weitere Informationen unter www.cooppatenschaft.ch/ziegen
«

Wie wichtig sind Ihnen unsere Berggebiete?»

Diskutieren Sie mit in den Kommentaren.

Kommentare (5)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.










Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Franz Bamert

Redaktor

Foto:
Yannick Andrea
Veröffentlicht:
Montag 22.06.2015, 00:00 Uhr

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:



Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?