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Kristallklares Wasser und schöne Strände: Elba bietet eine reiche Auswahl an Badeplätzen (im Bild: Bucht von Sansone).

Die Fähren, die den Besucher von Piombino nach Elba bringen, sind sehr attraktiv – auch vom Äusseren her.

Essen ist natürlich auch noch ein grosses Thema auf Elba. Es gibt zahlreiche Spezialitäten – so wie zum Beispiel die Kichererbsen-Torte: Hier sehen wir gerade, wie sie im «Castagnacciaio» in Portoferraio frisch zubereitet wird.

Nicht alle Inseln müssen zwingend Badeinseln sein – Elba hingegen schon: 72 Strände bietet die Insel. Einige sind besonders schön. Zum Beispiel Fetovaia mit seiner reichen Infrastruktur.

Wer auf den Spuren Napoleons wandeln wird, ist mit Elba gut bedient. Lohnenswert ist der Besuch von Napoleons Sommerresidenz in San Martino.

Der Ausflug auf den Monte Capanne, den höchsten Berg Elbas, ist ein Spass: Im Eisenkäfig geht es über die steinige Landschaft nach oben.

Ein Cappuccino auf dem Monte Capanne: Der höchste Berg Elbas bietet ein wunderbares Paradies.

Der Monte Capanne bietet dem Besucher einen guten Überblick über die Insel und ihre Beschaffenheit: grüne Wälder, felsige Landschaften und tolle Küstenabschnitte mit wunderbar blauem Meer.

Elba ist bekannt für seine wunderbaren Sonnenuntergänge: Hier haben wir ihn in Scaglieri im Inselnorden genossen.

Elba bietet eine grosse Auswahl an Unterkünften. Wir haben den Camping Valle Santa Maria in der Bucht von Lacona ausprobiert – und es nicht bereut. Gabriele Rotellini und seine Frau Jeanette Otz sind unterhaltsame Gastgeber.

Inselparadies: Elba ist eine Reise Wert

Die drittgrösste Insel Italiens ist bei Schweizer Familien sehr beliebt – kein Wunder, bei der Vielfalt an Attraktionen und Erlebnismöglichkeiten.

http://www.coopzeitung.ch/Inselparadies_+Elba+ist+eine+Reise+Wert Inselparadies: Elba ist eine Reise Wert

Wir wollen von Endo (10), Adam (11) und Demian (13) aus Frauenfeld TG wissen, weshalb sie so gerne auf Elba Ferien machen. Die drei Brüder lassen sich nicht lumpen und schmettern dem Fragenden eine Vielzahl an Argumenten an den Kopf, was die Insel so attraktiv macht. Das überfordert uns, in Erinnerung bleiben nur Wortfetzen wie «cool», «spielen», «unbedingt mit em Seilbähnli», «Napoleon», «leckeres Essen», «weisse Strände», «felsige Strände», «tolle Strände».

Der Insel treu verbunden

Am Sandstrand, nämlich an jenem von Lacona im Süden der Insel, befinden wir uns in diesem Moment auch. Es ist nun ein Einheimischer, der mindestens so eindringlich von Elba schwärmt wie die Besucher aus der Schweiz: Gabriele Rotellini (45), der mit seiner Frau Jeanette (40) den Campingplatz Valle Santa Maria betreibt, erzählt, dass die Mehrheit der jungen Elbaner die Insel irgendwann für ihre Ausbildung verlassen. «Über 90 Prozent von ihnen kehren wieder zurück.»

Endo, Adam und Demian haben ihren Spass am Strand von Lacona.

Endo, Adam und Demian haben ihren Spass am Strand von Lacona.
http://www.coopzeitung.ch/Inselparadies_+Elba+ist+eine+Reise+Wert Endo, Adam und Demian haben ihren Spass am Strand von Lacona.

Wer das Glück hat, mit dem immer grünen oder aber felsigen Inselparadies so eng verbunden zu sein, der gibt das nicht leichtfertig auf. Zu angenehm ist der ganz besondere Lebensrhythmus, der auf Elba gemächlicher und damit um einiges stressfreier fliesst als anderswo auf dieser Erde. Dazu passt es, dass die Gäste nach einer einstündigen Überfahrt mit der Fähre ankommen; der Inselflugplatz bei La Pila ist nicht auf grössere Chartermaschinen ausgerichtet. «Die Kriminalität ist hier denn auch sehr tief», sagt Rotellini, «zu uns muss man normalerweise gemütlich mit der Fähre herüber tuckern, das macht Elba für Diebe nicht so attraktiv.»

Für die übrigen, die sich nicht auf Kosten anderer, sondern lieber sich selber mit unvergesslichen Ferien bereichern wollen, ist die mit 223,5 Quadratkilometern drittgrösste Insel Italiens hingegen ein wunderbarer Ort – nicht zuletzt wegen ihrer Vielfalt an Möglichkeiten, um eine gute Zeit zu verbringen. Zum Beispiel mit einem Ausflug auf den Monte Capanne. Der Panettone aus Granitstein, wie er wegen seiner Form auch genannt wird, ist mit 1019 Metern die höchste Erhebung auf dem toskanischen Archipel. Die Aussicht ist entsprechend atemberaubend und bietet ein Rundumpanorama, bei dem in der Ferne auch das sagenumwobene Eiland Montecristo oder Korsika zu erkennen sind.

Im Metallkäfig den Berg hinauf

Ein Erlebnis – aber nur für Schwindelfreie: mit der Gondel auf den Monte Capanne.

Ein Erlebnis – aber nur für Schwindelfreie: mit der Gondel auf den Monte Capanne.
http://www.coopzeitung.ch/Inselparadies_+Elba+ist+eine+Reise+Wert Ein Erlebnis – aber nur für Schwindelfreie: mit der Gondel auf den Monte Capanne.

Bevor man an schönen Tagen die Fernsicht geniessen kann, muss der Berg entweder erklommen werden – naja, aufwärts wandern ist nicht unbedingt jedes Kindes Sache. Oder aber man nutzt die Möglichkeit, mit der Seilbahn hinaufzufahren. Dafür aber empfiehlt es sich, schwindelfrei zu sein: Denn jede der 54 Gondeln besteht aus einem gelben Metallkäfig, in dem der Fahrgast stehend hochfährt. Blickt er hinunter, sieht er unter sich das Geröll des Monte Capanne. Die 18-minütige Fahrt ist ein Erlebnis und reiht sich mit Sicherheit in die Top Ten der beliebtesten Attraktionen auf Elba ein.

Nach dem Gipfelsturm wieder auf der Hauptstrasse unterwegs, machen wir in Poggio Halt, einem malerischen Bergdorf, das von dichten Marroniwäldern umgeben ist. Mauro Mazzei (59) erzählt in seinem Gourmetshop «Borgo del Poggio» von den Wildschweinen, die einst ausgestorben waren, in den Sechziger- jahren jedoch aus Rumänien wieder eingeführt wurden. Rasch vermehrten sie sich und entwickelten sich für die einen zu einer regelrechten Plage, für die anderen wie Mauro sind sie ein Segen: Das Wildschweinfleisch arbeitet er in den Sugo al cinghiale ein oder er bietet es als hausgemachte Salami an. Vor allem aber hat er zahlreiche Tipps auf Lager, wo wir noch unbedingt hinmüssen. Etwa zur Napoleon-Quelle gleich um die Ecke («Nehmt einen Schluck vom wunderbaren Wasser!») oder zur Madonna del Monte, der ältesten Wallfahrtskirche Elbas. Die Besichtigung von Kirchen ist bei Kindern und Jugendlichen nicht gerade beliebt. Anders sieht es aus, wenn man das Ganze mit einer interessanten Geschichte garnieren kann. Das ist hier der Fall, denn die Erzählung handelt von Napoleon, einer der spannendsten Persönlichkeiten der Weltgeschichte.

Hoch zu Ross über die Insel

Ein Cappuccino auf dem Monte Capanne: Der höchste Berg Elbas bietet ein wunderbares Panorama.

Ein Cappuccino auf dem Monte Capanne: Der höchste Berg Elbas bietet ein wunderbares Panorama.
http://www.coopzeitung.ch/Inselparadies_+Elba+ist+eine+Reise+Wert Ein Cappuccino auf dem Monte Capanne: Der höchste Berg Elbas bietet ein wunderbares Panorama.

Der französische Kaiser wurde Anfang des 19. Jahrhunderts für zehn Monate ins Exil auf Elba verbannt und hinterliess dank seiner visionären Tatkraft in der kurzen Zeit gewaltige Spuren, in denen heute Tausende von Besuchern wandeln. Auf seinen Erkundungsgängen durchstreifte er hoch zu Ross die Insel. Beim Kirchlein Madonna del Monte verbrachte er, so heisst es in den Überlieferungen, zwei Tage und Nächte voller Leidenschaft mit seiner Geliebten Maria Walewska, bis sie trotz stürmischer See überstürzt abreiste.

Das müssen schliesslich auch wir, aber wohlgeordnet und mit vielen Erinnerungen im Gepäck. Der letzte Ausflug führte uns zuvor an einen der 72 Strände der Insel. Die Bucht von Sansone ist nur durch einen fünfzehnminütigen Fussweg, der von der Hauptstrasse wegführt, zu erreichen. Der Umweg lohnt sich, wie wir sogleich zu hören bekommen. Endo, Adam und Demian hatten nämlich dieselbe Idee und laufen uns nun auf dem Rückweg entgegen: «Das ist der coole Strand, von dem wir euch erzählt haben!»

Cool ist aber noch weit untertrieben: das smaragdgrün und bläulich schimmernde Wasser, die bizarren Felsformationen und die strahlend weissen Kieselsteinchen sorgen endgültig dafür, dass der Abschied nachher so schwer fällt.

Die Reise wurde unterstützt von Camping Valle Santa Maria und Primcom.

Kurven und Magnete

Elba eignet sich mit seinen schönen Stränden bestens für Familienferien – unter einem kleinen Vorbehalt: Wer die Insel mit dem Auto erkunden will, muss sich bewusst sein, dass es sehr viele Kurven hat. Also besser vorkehren und vor einem Ausflug präventiv ein Mittelchen gegen Reisekrankheit einnehmen. Attraktionen hat es viele: Etwa die Miniera di Calamita (Magnetmine), die besichtigt werden kann; Elbas Geschichte war lange untrennbar mit dem Bergbau verbunden, heute spielt dieser keine Rolle mehr.

Lohnenswert auch der Ausflug nach Pomonte im Westen, wo keine 100 Meter vom Strand entfernt in bloss 15 Metern Tiefe ein Schiffswrack liegt: Das Handelsschiff «Elviscot», das 1972 sank, können Schnorchler von oben betrachten.

Anreise

Es gibt Direktflüge zum kleinen Inselflughafen auf Elba ab Bern und Zürich (mit Skywork) sowie Sio und La Chaux-de-Fonds (mit Air Glacier). Oder aber man fliegt nach Pisa oder Florenz und fährt dann mit dem Mietauto weiter nach Piombino auf die Fähre. Mit dem Auto sind es ab Zürich rund 660 Kilomete bis Piombino. Umständlicher wird es für Zugreisende: Alleine schon die Zugfahrt nach Florenz dauert rund sechseinhalb Stunden. Von dort benötigt man nochmals mindestens zweieinhalb Stunden bis nach Piombino Marittima. Die Überfahrt nach Portoferraio auf Elba mit der Autofähre dauert gut eine Stunde.

Unterkunft

Hotels, Campingplätze, Bed and Breakfast-Unterkünfte und auch Reka-Hotels: Die Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten ist sehr gross auf Elba. Wir haben auf dem Campingplatz Valle Santa Maria genächtigt. Dieser liegt direkt am sehr schönen Sandstrand von Lacona an und ist besonders bei Familien sehr beliebt. Der Campingplatz ist nicht nur für Zeltler und Wohnmobilfahrer geeignet. Es kann auch ein Appartement gemietet werden; eine Wohnung für vier Personen kostet zwischen 55 Euro (Nebensaison) bis 145 Euro, wenn Hochbetrieb herrscht.
Telefon 0039 0565 964 188. www.vsmaria.it

Strände

Wer nach Elba kommt, hat die Qual der Wahl. Besonders empfehlenswert ist neben Lacona der breite Sandstrand von Fetovaia an der Westküste. Und der im Haupttext erwähnte Strand Sansone und La Sorgente, wo das Wasser bei unserem Besuch kristallklar war.

Auskünfte

Agenzia per il Turismo dell’Archipelago Toscano
Calata Italia 26
Portoferraio
0041 05 65914672
www.virtuaelba.it

Weitere Infos

«Elba», Michael Müller Verlag, 2016. Oder: «Elba – toskanischer Archipel», Baedeker, 2017.

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Andreas W. Schmid

Redaktor

Foto:
Alamy, Nino Angiuli - Karte: Rich Weber
Veröffentlicht:
Montag 07.08.2017, 09:00 Uhr

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