Ist Angst ein geeigneter Erziehungsratgeber?

Sie:

Angst ist sinnvoll. Und als Mutter spüre ich gut, wo Angst angebracht ist. Zum Beispiel ist meiner Sorge mehr als berechtigt, wenn ein Kind allein seinen Radius vergrössert – und zwar um Kilometer und noch dazu zum ersten Mal. Wir sind da, um unsere Kinder zu beschützen. Und wenn sie sich zu viel zutrauen oder die Gefahren nicht kennen, dann müssen wir eingreifen. Von wegen, uns überflüssig machen: Eltern bleibt man ein Leben lang.

Er:

Angst verunsichert. Und die Ängste der Eltern verunsichern noch mehr. Kinder spüren sehr gut, was Mütter denken. Dafür haben sie unsichtbare Antennen. Deshalb stört es mich, dass Schreiber immer  Katastrophen sieht, wenn unsere Töchter ihre Welt erweitern wollen. Logisch: Es gibt Grenzen. Dass Schreiber schon mit 14 Jahren alleine nach Rom durfte, war unverantwortlich. Aber wenn unsere Zehnjährge allein ins Nachbardorf radeln will, passt das. Angst ist kein guter Erziehungsratgeber. Mut aber schon. 

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Sie:

Ich würde es nie erlauben, dass unsere Grössere allein nach Rom fährt. Heute sind ganz andere Zeiten und ich bin eine ganz andere Mutter, als meine es war. Vielleicht sehe ich gerade deswegen, was alles passieren könnte, weil ich selber eine etwas wilde Jugend hatte. Jedenfalls  ist es nicht notwendig, Kinder zu schubsen, damit sie Grenzen überschreiten. Es ist aber notwendig, sie zu begleiten und zu beschützen. Wen interessiert es schon, ob sie etwas ein halbes Jahr später, als Schneider es möchte, zum ersten Mal machen.

Er:

Eltern bleibt man ein Leben lang, ja. Vorausgesetzt, man nervt nicht so, dass es ein Kind nicht mehr aushält und – kaum erwachsen – sich aus dem Staub macht. In der heutigen Zeit werden Kinder überbehütet. So viele haben nicht mal mehr einen Schulweg, weil sie dauernd von Papi oder Mami in die Schule gefahren werden. Wie sollen da selbstbewusste Menschen heranwachsen, wenn ihnen alles abgenommen wird? Deshalb sollten nicht die Ängste die treibende Erziehungskraft sein, sondern der Glaube in die Fähigkeiten der eigenen Kinder. 

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