Ist Schwärmerei für Kunstfiguren in Ordnung? Oder ist es gefährlich? 

Sie:

Was wäre das denn für eine Beziehung, wenn sie wegen einer TV-Serie mit flotten Schauspielern ins Wanken geraten würde? Also bitte, eine Liebe sollte Ablenkung ertragen können. Serien sind zwar zeitintensiv, aber eben auch anregend. Dieses Mitfiebern mit den Helden, dieses Mitfühlen mit ihrem Leben hat mich zu meinem eigenen Erstaunen völlig in den Bann gezogen. Ich hätte nie gedacht, wie faszinierend es ist, mehr als nur eine Filmlänge einer erfunden Kunstfigur zu folgen. So, als wären wir gute Freunde. Diese Regelmässigkeit einer Serie erzeugt scheinbar wirklich eine Beziehung. Auch wenn ich weiss, dass alles nur ein Film ist, fiebere ich mit. Einzige Regel, wenn man bis spät in die Nacht hineinschaut: Am nächsten Morgen nicht liegenbleiben.

Er:

Schwärmerei ist immer gefährlich. Eine tolle TV-Serie kann durchaus den vielleicht spannungslosen Alltag aufpeppen oder im schlimmsten Fall gar ersetzen. Wie bei Videospielen, die eine faszinierende Parallelwelt erschaffen, in der man selber zu agieren beginnt. Dazu bringt es eine erfolgreiche TV-Serie schnell mal auf viele Dutzende Stunden. Stunden, in denen man nicht miteinander übereinander redet, sondern nur nebeneinander andere zu Wort kommen lässt. Stunden, in denen man doch bitte mal wieder richtig füreinander da sein könnte. In der Realität, die manchmal vielleicht etwas bitter ist – dafür aber ganz und gar echt.

 

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Sie:

Ach, Schneider will mir eine Sucht anhängen. Und natürlich besteht die Gefahr, dass Serien süchtig machen können. Aber erstens haben sie ein Ende und zweitens: Man sollte als Paar halt einfach dieselbe Serie wählen. Dann verbringt man sogar ausserordentlich viel Zeit miteinander und hat zudem reichlich Gesprächsstoff, kann sich gegenseitig vorschwärmen und letztlich lernt man einander durch die Serie noch besser kennen. Dank Kunstfiguren, die uns neue Welten eröffnen, können wir uns im Austausch gemeinsam weiterentwickeln. Etwas, das in jeder Beziehung von Vorteil ist.

Er:

Ups: Sagt sie tatsächlich: «So, als wären wir gute Freunde?» Das ist doch genau das Tückische. Eine Kunstfigur ist nur das, was wir in ihr sehen wollen. Nicht das, was draussen in der Welt passiert. Sobald wir die reale Welt mit dem vergleichen, was eine Filmfigur darstellt, verliert die Realität. Ganz einfach, weil wir in der Realität nicht alles nach unserem Wunsch machen können. Deshalb: Sich von einer Fernsehserie unterhalten lassen ist völlig in Ordnung. Eine Beziehung aufbauen zu einer Filmfigur hingegen ist ein Zeichen, dass man mit dem normalen Leben nicht so ganz klarkommt. Und das ist gefährlich.

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