Ist es vernünftig, allzeit gewappnet zu sein?

Er:

Es hängt mit der Gefährlichkeit des Abenteuers zusammen, wie sehr man sich wappnen soll. Für Immerundüberallversicherte ist ein Spaziergang vielleicht bereits ein Abenteuer. Für mich nicht. Ich will auch mal frieren dürfen oder vom Regen überrascht werden und dann nass durch Schlamm waten. Ich will die Elemente erleben, statt sie aus meinem persönlichen Umfeld fern halten. Es ist richtig und wichtig zu spüren, dass Bewegung warm gibt. Zum Naturerlebnis gehört nun mal die Natur – mit all ihren Überraschungen. Danach kann man ja warm duschen.

Sie:

Ich bin die Frau, die alles dabei hat. Es macht mich glücklich, wenn ich bei Bise ein Stirnband zücken kann, wenn ich bei Hunger Traubenzucker aus der Tasche zaubere, wenn ich bei Regen einen Schirm aufspanne. Denn es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung. Und ausgerüstet bin ich für jede Wetterlage. Das gilt bei auch bei einem Morgenspaziergang mit Hund und Mann am Fluss. Ich mags bequem und gemütlich und muss mir nicht beweisen, dass ich eiskaltem Wind ohne Mütze die Stirn bieten kann. Es macht mir nichts aus, alles mitzuschleppen – denn ich gehe lieber auf Nummer sicher als halbnackt.

 

Was ist Ihre Meinung dazu?

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Er:

Schreiber muss sich selbst nichts beweisen. Das ist gut so. Mir scheint aber, sie will mir beweisen, dass sie alles abwägt, während ich fahrlässig durch die Gegend taumle. Ihre Komplett-Ausrüstung wirkt auf mich wie ein wandelnder Vorwurf: Sie denkt an alles – und ich nicht mal ans Wetter. Was sie nicht versteht: Allein mit Haut und Haaren und einer bescheidenen Schicht Kleider loszumarschieren macht mich glücklich. Ihr macht das Sorgen. Frage: Wer von uns kommt demnach leichter durchs Leben? Sie oder ich? Ich, natürlich. Mit Betonung auf natürlich.

Sie:

Er wolle auch mal frieren dürfen, sagt Schneider. Wozu, frage ich mich? Ist das männliche Sehnsucht nach Überlebenskampf? Will er damit allen zeigen, dass er ein harter Kerl ist? Wen beeindruckt das – ausser ihn selbst? Wie auch immer, ich finde nicht, dass man sich quälen muss. Erst recht nicht ohne Not. Wozu gibt es denn tolles Material, von dem ich einiges besitze? Praktische Jacken, leichte Rucksäcke, funktionale Wasserflaschen. Sehr sinnvolle Ausrüstungsgegenstände – von denen im Notfall im Übrigen auch Schneider profitiert. Sofern ich ihn dazu zwinge.

Wer konnte Sie überzeugen?

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