Jamileh Nadelmann posiert in einem ihrer eigenen Entwürfe.

Jamileh Nadelmann: «Ich verfolge Ziele mit viel Einsatz»

Die 22-Jährige studiert an der berühmten «Parsons»-Designschule. Und bald zeigt sie ihre Kollektion sogar an der Fashion Week in New York.

Ihre Mutter ist die berühmte Opernsängerin Noëmi Nadelmann. Doch Jamileh Nadelmann geht ihren eigenen Weg. In London hat sie renommierte Designschulen wie «Central Saint Martins» besucht. Und studiert nun bei «Parsons The New School for Design» in New York, die als eine der besten gilt. Sie wurde ausserdem eingeladen, ihre Kollektion im September an der New York Fashion Week zu zeigen.

Wann sind Sie dem Kleidervirus verfallen?
Seit ich ein kleines Mädchen war, bin ich viel mit meiner Mutter mitgereist. Die Eindrücke, die ich in den Kostümschneidereien der verschiedenen Opernhäuser sammeln durfte, haben mich ein Leben lang geprägt. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich im zarten Alter von sechs die Kostümschneiderinnen immer wieder gefragt habe, ob ich nicht auch mitnähen dürfe.

Was hat Ihnen daran besonders gefallen?
Die Macht eines Kleidungsstückes, eine Person zu verwandeln, war für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse. Doch ich wusste schon damals, dass ich mich auf Kleidung konzentrieren wollte, die für die Gegenwart gemacht ist – um Frauen zu der «Rolle ihres Lebens» zu verhelfen, die sie stark, schön und selbstbewusst macht.

Die Kette erinnert sie an eine gute Freundin.

Die Kette erinnert sie an eine gute Freundin.
Die Kette erinnert sie an eine gute Freundin.

Wie haben Sie sich als Kind angezogen?
Kleider kaufen zu gehen war für mich eine Qual. Ich wollte wie die Grossen mit Stilrichtungen experimentieren. Es dauerte nicht lange, bis ich mich selbstständig umsah. Mein Stil war zu Beginn hauptsächlich rosa, entwickelte sich dann aber rasch zu einem Mix aus rockigen und adretten Elementen.

Haben Sie damals schon selbst genäht?
Zum dreizehnten Geburtstag wünschte ich mir eine Nähmaschine und fing sogleich an, mir Designs aus Magazinen nachzuschneidern. Nach einem Bernina-Nähkurs wurde ich sogar auf der
Strasse angehalten und nach dem Laden gefragt. Dies war natürlich ein grosser Ansporn, weiterzumachen.

Seit wann leben Sie in den USA?
Ich bin vor ungefähr drei Jahren nach New York gezogen. Nach einem Jahr Vorkurs am «London College of Fashion» habe ich mich auf der ganzen Welt für den Bachelor beworben – und wurde in meine absolute Nummer eins, «Parsons The New School for Design», aufgenommen! Von da an war es absolut klar, dass ich gehen würde. Gar keine Diskussion.

Ein Geschenk ihrer Mutter: der Aquarellmalkasten.

Ein Geschenk ihrer Mutter: der Aquarellmalkasten.
Ein Geschenk ihrer Mutter: der Aquarellmalkasten.

Verlief das Studium bisher so, wie Sie sich das vorgestellt hatten?
Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich fühle mich in meinem Umfeld unglaublich wohl. Eine der besten Bestätigungen sind die Shows, Wettbewerbe und Ausstellungen, zu denen ich immer mehr eingeladen werde. So habe ich zum Beispiel im April an der Milan Design Week und an der jährlichen NYU Fashion Show ausstellen dürfen. Ausserdem fand im Mai eine Ausstellung meiner Arbeit am Parsons Festival in New York statt und ich gewann den zweiten Platz im nationalen Designow-Wettbewerb. Es ist ein unglaubliches Gefühl, Teil dieser Modewelt sein zu dürfen!

Was inspiriert Sie?
Inspiration erhalte ich aus den unterschiedlichsten Quellen – meist haben diese überhaupt nichts mit Mode zu tun, sondern mit dem Welt- und Zeitgeschehen, Psychologie, Technologie! Das sind für mich die interessantesten Kollektionen. Aus gehaltvollen Informationen und Bildquellen eine wunderschöne, tiefgründige Kollektion zu kreieren ist für mich die ultimative Erfüllung.

Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?
Der Tag fängt bei mir sehr früh an. Ich verbringe momentan sehr viel Zeit damit, meine Abschlusskollektion vorzubereiten und zeichne, drapiere und male stundenlang. Zu Verschnaufpausen gehe ich sehr gerne laufen und jogge in den wunderschönen Parks von New York.

Sie arbeiten also sehr viel …
In meinem Metier geht nichts ohne eine zünftige Dosis Arbeitseinsatz. Das bedeutet für mich oft lange schlaflose Nächte und viel, viel künstlerisches Schaffen und Nähen. Mein Weg hierhin war hart, doch ich habe eine unglaubliche Passion für meine Berufswahl und könnte nicht glücklicher damit sein! Ich finde es aber auch wichtig, eine gute Balance zwischen Privat- und Arbeitsleben zu pflegen.

Wie schwierig ist es, sich als Designerin zu behaupten?
Wie in fast jedem künstlerischen Beruf fällt einem auch in der Modewelt leider nicht alles in den Schoss. Sich auf Hindernisse zu fixieren, hat aber noch niemandem etwas gebracht – viel lieber verfolge ich meine Ziele mit dem grösstmöglichen Einsatz und glaube an mich selbst.

... im Leben von Jamileh Nadelmann

2001 Eine meiner liebsten Opern mit meiner Mutter, «Rinaldo» am Prinzregenten-theater in München.
17. Dezember 2006 Mein dreizehnter Geburtstag, als ich meine erste Nähmaschine erhielt.
2013 Aufnahme zum Bachelor-Studium bei «Parsons The New School for Design» in New York.
11.–18. April 2016 Als meine Kollektion zum ersten Mal an der Milan Design Week präsentiert wurde.

Zur Webseite
Zum Instagram-Account

Kommentare (0)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Montag 15.08.2016, 00:00 Uhr

Weiterempfehlen:



Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?