Höher, schneller, weiter: Aktive Hunde brauchen viel Beschäftigung.

Jung und dynamisch

Saba ist nur glücklich, wenn sie arbeiten kann. Doch die Hündin hat Probleme mit der Läufigkeit. Ans Training ist dann nicht zu denken. Die Halterin möchte eine schnelle Lösung.

Es ging um eine Kastration. Die Belgische Schäferhündin war aktiv im Sport und bereits als Baby hatte sie sich von ihrer besten Seite gezeigt. Sie wollte sportlich sein. Herumspringen und Arbeiten, das war für sie das Grösste.

Ihre erste Läufigkeit hingegen hatte sie völlig aus dem Rhythmus gebracht. Auch die Besitzerin, die beruflich mit ihrer Hündin zu tun hatte, klagte: «Saba brauchte einen Monat, um wieder zurückzufinden. Sie hatte echte Probleme damit. Auch war die Läufigkeit extrem stark, was für das erste Mal ja nicht sein sollte!» Sie müssten noch viel lernen und ihre Zulassungsprüfung stehe bevor, erzählte sie weiter. Noch so eine Läufigkeit und sie würden beide rausfliegen, oder sie müsse Saba bereits jetzt pensionieren und eine neue Hündin anlernen. «Ich kann aber nicht zwei Hunde zu Hause haben, schon gar nicht eine Jung-Pensionierte, die so gerne arbeitet!»

Ich erklärte der Besitzerin alle Vor- und Nachteile einer Kastration. Hündinnen werden nach der Läufigkeit, die rund drei Wochen dauert, scheinträchtig. Dabei produzieren sie Milch und suchen Welpen, auch ohne trächtig zu sein. Dies hat die Natur eingerichtet, um die Welpen der Rudel-Chefin (denn nur die hat in der Regel Welpen) mitzuernähren. Gewisse Hündinnen leiden extrem darunter. Sie sind während mehrerer Wochen für die Arbeit kaum einsetzbar. Gleichzeitig aber leiden sie genauso darunter, nicht arbeiten zu können. Ist der Spuk vorbei, so beginnt bald die nächste Läufigkeit.

Die durchtrainierte Saba hüpfte auf den Tisch. Sie zitterte und hechelte vor Anspannung, stets ihre Besitzerin anschauend. Was für ein Befehl wohl kommen würde? Die Besitzerin sagte ganz leise ein Wort und Saba legte sich auf den Tisch. «Saba hat noch so vieles nachzuholen. Wir können es uns kaum leisten, zwei Wochen ohne Training zu sein», meinte die Frau, als ich ihr die Nachbehandlung der Kastration erklärte. «Gibt es keine schnellere Lösung, vielleicht mit einem kleineren Schnitt?»

Diese Lösung gab es. Saba ging zu einem Chirurgen in Sursee. Dort wurde sie mit dem Endoskop operiert. Haare wegrasieren lassen musste sie sich auch bei dieser Methode, doch kurz darauf war sie voll motiviert im Einsatz.

(Coopzeitung Nr. 25/2013)

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Okapia
Veröffentlicht:
Montag 17.06.2013, 11:30 Uhr

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