In ihrer Coaching-Praxis im Zürcher Kreis 1 hört Kafi Freitag den Klienten oft nur zu..

Kafi Freitag: «Manchmal braucht es Klarheit»

Sorgentante Im Blog «Frag Frau Freitag» beantwortet die Zürcherin Kafi Freitag jede Woche drei Fragen. Nun gibt es ihre Kolumnen auch in Buchform.

Bei ihr ist guter Rat ganz und gar nicht teuer: Seit vier Jahren gibt Kafi Freitag auf ihrem Blog www.fragfraufreitag.ch Antworten auf alle möglichen Fragen. Dies tut sie in unverblümter Sprache und auf authentische, stets persönlich gefärbte Art und Weise. Die 40-jährige Zürcherin ist sich nicht zu schade, dabei auch das eine oder andere Detail aus ihrem eigenen Leben zu verraten.

 
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Sie sind die wohl bekannteste «Kummerkastentante» der Schweiz. Sehen Sie sich selbst auch so?
Ein wenig schon. Manchmal bedanken sich Leute, denen ich aus der Bredouille geholfen oder denen ich den Kopf gewaschen habe. Eine Begegnung hat mich aber besonders bewegt: Kürzlich sprach mich eine Frau an, die einen Kinderwagen schob. Sie hatte meine Blog-Antwort zum Thema Schwangerschaftsabbruch gelesen und sich in einer ähnlichen Situation wie die Fragende befunden. Die Kolumne hat ihr offenbar dabei geholfen, die für sie richtige Entscheidung zu treffen. Das hat mich sehr gerührt.

Sie sind Kolumnistin, ausgebildeter Coach und Seminarleiterin: Wie kam es dazu?
Ich habe unter anderem als Anlageberaterin, Ghostwriterin und CEO einer Modekette gearbeitet. Bei all diesen Jobs waren meine analytischen Fähigkeiten gefragt. Nach der Geburt meines Sohnes vor elf Jahren wagte ich dann den Schritt in die Selbstständigkeit. Ich wollte selber über meine Arbeitszeit bestimmen können.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Ratgeber-Blog aufzuziehen?
Ich wollte immer schon schreiben. Lange habe ich in einem Prinzessli-Traum gelebt und geglaubt, es kommt dann schon mal jemand mit einem Angebot auf mich zu. Das war natürlich völlig hirnrissig. Also habe ich mir den Blog vor vier Jahren zu Weihnachten geschenkt. Ein Ratgeber-Blog ist es vor allem aus Bequemlichkeit geworden. Ich habe nämlich gemerkt, dass ich mir nicht immer ein Thema aus den Fingern saugen mag. Indem ich auf Fragen antworte, kann ich auch in andere Lebensentwürfe hineinschauen.

Trachten haben es ihr angetan.

Trachten haben es ihr angetan.
Trachten haben es ihr angetan.

In Ihren Kolumnen antworten Sie auf sehr persönliche Weise auf die Ihnen gestellten Fragen. Ist das ein Teil des Erfolgs?
Es entspricht mir einfach sehr. Aber je länger ich das mache, desto mehr wird mir klar, dass dies der Unterschied zu anderen Frage-Antwort-Blogs ist: Ich bringe persönliche Erfahrungen ein. Die meisten Blogs sind theoretisch. Ich lasse bei jeder Antwort ein bisschen die Hosen runter.

Manchmal waschen Sie den Fragenden regelrecht den Kopf. Was steckt dahinter?
Viele Leute haben einen Freundeskreis, der ihnen ständig nur übers Köpfchen streichelt. Aber manchmal braucht es Klarheit. Gewisse Sachen gehen mir einfach auf den Sack. Ich hatte zum Beispiel schon einige Zuschriften von Frauen mit enormen Erwartungen ans Leben, an die Männerwelt – da muss ich sagen, was Sache ist. Das geschieht sehr intuitiv.

Was für Reaktionen erhalten Sie auf Ihre Kolumnen?
Es ist spannend: Ich erhalte keine Hass-Mails und kaum blöde Kommentare. Ich denke, der Grund ist, dass ich so viel von mir gebe und mich dadurch auch angreifbar mache. Die Leute schätzen das und missbrauchen es nicht.

Was tun Sie, wenn Sie eine Antwort veröffentlichen und dann doch nicht zufrieden damit sind?
Das hatte ich bisher erst zwei Mal. Eine Kolumne ist schnell geschrieben. Ich schlafe über keine Antwort. Manchmal bessere ich kleine Schreibfehler aus, das ist alles. So besteht natürlich das Risiko, dass ich eine Frage nach einem halben Jahr anders beantworten würde, aber damit muss ich leben.

Ohne ihren roten Volvo läuft gar nichts.

Ohne ihren roten Volvo läuft gar nichts.
Ohne ihren roten Volvo läuft gar nichts.

Nebst Ihren Kolumnen und der Tätigkeit als Coach leiten Sie Seminare speziell für Frauen. Worum geht es da?
Meine beste Freundin ist gleichzeitig auch meine Geschäftspartnerin. Unter Frauen sollte es mehr Solidarität geben. Durch unsere Freundschaft werden wir nämlich richtiggehend beflügelt. Aus dieser Erfahrung heraus ist die Plattform www.tribute.ch entstanden, die Frauen in ihrem Miteinander stärken will. Ein Seminar heisst zum Beispiel «Sicher nöd Sorry». Da geht es darum, dass Frauen aufhören sollen, sich ständig zu entschuldigen.

Nun erscheint diesen Monat ein Buch mit Ihren Kolumnen. Was erwartet den Leser?
Die besten Antworten aus den letzten vier Jahren. Bei drei Antworten, die ich wöchentlich schreibe, ist natürlich nicht jede eine Meisterleistung. Aber inzwischen habe ich 600 geschrieben und davon sind 250 wirklich würdig, ins Buch zu kommen.


Vier Daten im Leben von Kafi Freitag

2004 Ihr Sohn Konstantin kommt im Frühling zur Welt.
2011 Der Blog www.fragfraufreitag.ch geht an Weihnachten online.
2015 Eröffnung der Coaching-Gruppenpraxis «PraxisChreis1».
2016 Ihr erstes Buch mit ausgewählten Kolumnen erscheint.

Zum Ratgeber-Blog von Kafi Freitag »

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Foto:
Christoph Kaminski
Veröffentlicht:
Montag 29.02.2016, 14:30 Uhr

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