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Kakao: Pionierarbeit in Honduras

Beim Projekt «Honduras» steht nicht nur die Qualität der Kakaobohnen im Vordergrund, sondern auch die Lebensqualität der Kakaobauern sowie der Schutz der Natur. 

http://www.coopzeitung.ch/Kakao_+Pionierarbeit+in+Honduras Kakao: Pionierarbeit in Honduras

Es ist heiss in der Lagerhalle in San Pedro Sula in Honduras. Auf dem Boden stapeln sich grosse, weisse Säcke, gefüllt mit getrockneten Kakaobohnen. Zwischen den Säcken wuselt Luis Regalado herum und entnimmt ihnen mithilfe einer Metallschiene Bohnen. 

Der Honduraner ist der CEO der Chocolats Halba Honduras AG, dem ersten Auslandsbüro des Schweizer Schokoladenproduzenten. Entstanden ist dieses Büro aus dem Projekt «Honduras», einer Zusammenarbeit von Chocolats Halba, der Entwicklungsorganisation Helvetas Swiss Intercooperation, dem Schweizer Bund (Seco, Deza) und dem Coop Fonds für Nachhaltigkeit. Ziel des Projektes ist es, Kakao biologisch und fair herzustellen. Dazu soll die Schokolade schmecken, sprich, die Qualität muss stimmen.

Luis Regalado, Agraringenieur und CEO der Chocolats Halba Honduras AG, in der Lagerhalle in San Pedro Sula.

Luis Regalado, Agraringenieur und CEO der Chocolats Halba Honduras AG, in der Lagerhalle in San Pedro Sula.
http://www.coopzeitung.ch/Kakao_+Pionierarbeit+in+Honduras Luis Regalado, Agraringenieur und CEO der Chocolats Halba Honduras AG, in der Lagerhalle in San Pedro Sula.

Dass in Honduras heute Kakaobohnen erstklassiger Qualität hergestellt werden, ist das erfreuliche Resultat aus fünf Jahren Entwicklungsarbeit. Als Chocolats Halba die Zusammenarbeit mit Honduras 2008 begann, stand es um die jahrtausendealte Kakaokultur schlecht. Grund dafür war unter anderem der Tropensturm «Mitch», der 1998 ganze Plantagen und Ernten weggespült hatte. Den verbliebenen Kakaobauern fehlte es an Wissen um die richtige Verarbeitung der Kakaoschoten und die Preise wurden von Zwischenhändlern tief gehalten. Nicht gerade gute Anreize, um Kakao anzubauen, da dies eine arbeitsintensive und sensible Arbeit ist, bei der viel schiefgehen kann.

Viele bunte Kakaoschoten, die alle von Hand gepflückt und geöffnet werden müssen. Und das rechtzeitig, denn wenn sie zu lange liegen bleiben, faulen sie.

Viele bunte Kakaoschoten, die alle von Hand gepflückt und geöffnet werden müssen. Und das rechtzeitig, denn wenn sie zu lange liegen bleiben, faulen sie.
http://www.coopzeitung.ch/Kakao_+Pionierarbeit+in+Honduras Viele bunte Kakaoschoten, die alle von Hand gepflückt und geöffnet werden müssen. Und das rechtzeitig, denn wenn sie zu lange liegen bleiben, faulen sie.

Als Erstes galt es, bei Projektbeginn herauszufinden, wie man die Prozesse beim Anbau optimiert. «Hilfe kam vom honduranischen Agrarforschungsinstitut FHIA, die sich schon seit über 25 Jahren mit Kakaobäumen befasst», erzählt Christoph Inauen, Leiter für Nachhaltigkeit und Kakaobeschaffung bei Chocolats Halba: «Sie haben uns geholfen, herauszufinden, welche Sorten am besten angepflanzt werden und wie man die Bohnen richtig fermentiert und trocknet».

Kakaobohnen in der Kakaoschote.

Kakaobohnen in der Kakaoschote.
http://www.coopzeitung.ch/Kakao_+Pionierarbeit+in+Honduras Kakaobohnen in der Kakaoschote.

Die Bauern praxisorientiert auszubilden, ist eines der sozialen Ziele des Projekts «Honduras». «Daneben erhalten sie von uns wichtige Infrastrukturen, um die Qualität zu verbessern, etwa eine Trocknungsanlage» ergänzt er. Sozial sei auch der finanzielle Aspekt: «Wir haben feste, langfristige Verträge mit den Bauern, in denen wir ihnen die Abnahme ihrer Ernten zusichern und dafür einen fairen Preise bezahlen.» Genauso wichtig sind die ökologischen Aspekte: Das Projekt setzt dabei auf Agroforstsysteme (siehe unten), bei denen auf den Plantagen Kakaobäume zusammen mit Obst- und Edelhölzern angepflanzt werden. Die Vorteile dieser Kombination: «Die Bodenqualität verbessert sich, die Kakaobäume werden produktiver und die Pflanzenvielfalt zieht unter anderem mehr Insekten an, die für bessere Bestäubung sorgen.» erklärt Inauen, daneben könne man die Edelhölzer als eine Art AHV betrachten: «Nach etwa 25 Jahren ist ein Baum etwa 1000 bis 1500 Franken wert». So wird der Natur und den Bauern gleichzeitig geholfen.

Bäuerin Leonor Gomez mit Christoph Inauen.

Bäuerin Leonor Gomez mit Christoph Inauen.
http://www.coopzeitung.ch/Kakao_+Pionierarbeit+in+Honduras Bäuerin Leonor Gomez mit Christoph Inauen.

All diese Massnahmen sollen dazu führen, dass sich die Lagerhalle in San Pedro Sula schnell mit Säcken voll erstklassiger Kakaobohnen füllt, denn wie Inauen betont: «Wir sind nicht einfach ein Gutmensch-Projekt, sondern wir wollen Schokolade produzieren, auf die wir und die Bauern stolz sein können und die die Kunden gerne essen.»

Coop Fonds für Nachhaltigkeit

Jesús Sanchez vom honduranischen Agrarforschungsinstitut.

Jesús Sanchez vom honduranischen Agrarforschungsinstitut.
http://www.coopzeitung.ch/Kakao_+Pionierarbeit+in+Honduras Jesús Sanchez vom honduranischen Agrarforschungsinstitut.

In der Region Olancho in Honduras liegt die Bauernkooperative Aprosacao. Auf 500 Hektaren Land hat der Coop Fonds für Nachhaltigkeit zusammen mit Chocolats Halba und Helvetas Swiss Intercooperation 2008 ein Pilotprojekt zum Anbau von Kakao in Agroforstsystemen gestartet, das auf den Ergebnissen der Forschungen des Agrarforschungsinstituts der Honduranischen Stiftung für Agrarforschung basiert.

Seit 1985 evaluiert die FHIA über 400 verschiedene Genmaterialien von Kakao. Die Untersuchungen haben zudem ergeben, dass sich Kakaobäume und Edelhölzer ideal ergänzen. Ein verbessertes Klima, mehr Biodiversität, ein gesünderer Wasserhaushalt sowie eine Verbesserung der Bodenqualität sind nur einige der Vorteile.

Weitere Informationen auf der Internetseite der FHIA

Helvetas – Wanderausstellung

Die Ausstellung lädt zu einer kulinarischen Weltreise der besonderen Art ein und beleuchtet Facetten rund um das Essen. Es geht um globale Nahrungsproduktion und Handel, Genuss und Geschäft, Hunger und Überfluss.

Mit einem neuen Pass versehen, machen sich Besucherinnen und Besucher auf in eine Erlebniswelt, die sie aus verschiedenen Perspektiven spielerisch erkunden können.

Die Reise beginnt in der heimischen Küche, wo in den Kästchen und im Kühlschrank Verschiedenes zu entdecken ist. Sie führt über den Zoll, wo man persönlich vom Zöllner begrüsst wird, durch acht Länder und in die Zukunft. Sie endet an einer Videobox, wo man seine Erlebnisse und Reflexionen in einer Videobotschaft festhalten und (freiwillig) veröffentlichen kann.

Nehmen Sie auf der Internetseite von «Wir essen die Welt» eine Videobotschaft auf

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Michaela Schlegel

Redaktorin

Foto:
Jose Cabezas
Veröffentlicht:
Montag 21.10.2013, 09:41 Uhr

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