Kim Wilde beim Gespräch in Hamburg: «Liebe ist das Beste, das wir auf der Erde anzubieten haben.»

Kim Wilde: «Die Aliens beobachten uns»

Berühmt geworden ist Kim Wilde als Pop-Ikone der Achtzigerjahre. Hier erzählt sie von ihrer Begegnung mit Ausserirdischen und gibt wertvolle Tipps, wie die Tomaten am besten gedeihen.

Kim Wilde, die englische Popsängerin mit den blonden Haaren und dem coolen Blick als Markenzeichen, ist zurück. «Here Come The Aliens» heisst ihr neues Album – und Ausserirdische wären tatsächlich ein spannendes Gesprächsthema. Falls die 57-Jährige sich dafür entscheidet. Denn wir legen ihr beim Gespräch in Hamburg fünf Themen vor, aus denen sie drei auswählen darf: Nebst Aliens sind dies Karriere und Groupies, die schrägen Achtzigerjahre, Lieblingsmusik sowie Gärtnern. Sie überlegt einen Moment und entscheidet, dass sie mit den fremden Besuchern aus dem All beginnen möchte.

Kim Wilde, wären Ausserirdische erfreut oder schockiert, wenn sie auf unserer Erde landen würden?
Ich glaube, weder noch. Sie beobachten uns seit mehreren Hunderttausend Jahren. Da überrascht sie nichts mehr. Sie haben mitbekommen, wie schlecht wir unseren wunderbaren Planeten behandeln. Und dass wir immer noch nichts dagegen unternehmen. Sie wissen nicht, wie sie mit dieser Situation umzugehen haben: Sollen sie uns nochmals eine Chance geben oder endlich eingreifen?

Bis jetzt sind sie noch nicht gelandet. Stattdessen kreisen sie am Himmel herum – und werden dabei hin und wieder beobachtet. So wie von Ihnen. Was haben Sie gesehen?
Das war 2009. Ich hielt mich mit meinem Mann und ein paar Freunden im Garten auf. Plötzlich sahen wir grelle Lichter am Himmel. Uns unbekannte Objekte verharrten einen Moment an einer Stelle und waren sehr statisch – plötzlich bewegten sie sich rasend schnell in eine andere Richtung. Wir waren nicht die Einzigen in der Gemeinde, die dies beobachteten. Die Zeitungen berichteten denn auch umfangreich über die Geschehnisse.

Und Sie glauben wirklich, dass es sich um Ausserirdische handelte?
Ja, ich spürte sofort, dass diese Erscheinungen nicht menschengemacht waren, sondern ausserirdische Besucher dahinter steckten. Was ich sah, war riesig – so riesig wie zwei Wolkenkratzer!

«

Achten Sie darauf, wo und wann die Sonne hin scheint!»

Das ist in der Tat massiv. Glaubten Sie schon zuvor an Ufos?
Ich war ihnen gegenüber stets offen eingestellt. Schon als Kind faszinierten mich Science-Fiction-Filme. Ich erinnere mich, dass mich mein Vater ins Kino mitnahm, als «2001: Odyssee im Weltraum» lief. Das beeindruckte mich sehr. So gesehen war das Erlebnis von 2009 keine Überraschung für mich.

Also kein PR-Gag, der Ihnen mehr Aufmerksamkeit verschaffen soll?
Nein, definitiv nicht. Ich bin nicht gut in solchen Dingen.

Gibt es auch etwas auf unserer Erde, das die Aliens erfreut?
Liebe. Sie sind sicher fasziniert, wie sich die Liebe bei uns ausdrückt – sei es im Zusammenleben, in der Musik, im Garten oder sonst wo. Menschen können Wunderbares kreieren, wenn sie es mit Liebe und Leidenschaft tun. Liebe ist das Beste, das wir auf der Erde anzubieten haben. Allzu lange sollten die Ausserirdischen allerdings nicht mehr warten: Wenn sie bei uns landen wollen, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür.

Bei welcher Musik würden die Ausserirdischen wieder davonfliegen?
Oh, das ist schwierig. Ihr Musikgeschmack ist sicher breit gefächert. Vielleicht ist einer sogar Kim-Wilde-Fan. Dann besteht natürlich die Gefahr, dass er landet, mich entführt und mit mir in seine Welt zurückfliegt, während er dem Captain des Ufos «Kids in America» abspielt. (Lacht.)

Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?
Ja. Das bedeutet nicht, dass ich eine religiöse Person bin. Ich glaube, dass diese mächtige Energie, mit der wir leben, nicht einfach vom einen auf den anderen Tag enden kann. Wie es nach dem Tod genau weitergeht – keine Ahnung.

Okay, zum nächsten Thema. Worüber wollen Sie sprechen?
Übers Gärtnern.

Wachsen Pflanzen besser, wenn man bei ihrer Pflege singt?
Alles, was Sie mit Liebe machen, tut den Lebewesen gut. Wenn Sie also bei den Gartenarbeiten singen wollen, dann tun Sie es – solange es einigermassen tönt. Falls nicht, wäre es kontraproduktiv. (Lacht.) Spass beiseite: Ich selber singe nicht. Der Garten ist für mich ein Ort der Stille. Hier höre ich dem Sound der Natur zu. Pflanzen und Tiere singen für mich. Es ist also genau umgekehrt.

Das hört sich bei Ihnen alles sehr esoterisch an …
Als Musikerin entwickeln Sie besonderes Gespür für Töne, Geräusche, Vibrationen und vieles, das Sie nicht sehen, das aber einen grossen Einfluss auf uns hat. Wie eben die Kraft der Liebe, von der die Ausserirdischen so fasziniert sind.

Wie sieht Ihr Garten aus? Er soll 10 000 Quadratmeter messen.
Ja, er ist tatsächlich gross. Auf dem grösseren Teil wachsen Bäume aller Arten, Haselnuss, Eichen, Ulmen und viele mehr. Auf der anderen Fläche herrscht ein Mix aus geordnetem Anbau und natürlichem Chaos. Da gilt es die richtige Balance zu finden – genau wie im Leben.

Haben Sie die Balance im normalen Leben schon mal verloren?
Es gab Phasen, in denen ich aus dem Tritt geriet. Gartenarbeiten waren die beste Therapie, damit ich wieder in die Spur fand. Es war schön, dass ich als Sängerin so viel Erfolg hatte, keine Frage. Gleichzeitig war mein Kalender vollgepackt mit Terminen. Ich musste einen Weg finden, wie ich mich aus dem Hamsterrad befreien konnte. Und kam dabei auf die Arbeit im Garten, wo ich wieder das wahre Leben entdeckte und spürte – etwa, indem ich mit meinen Händen die Erde umgrub. Das tat unendlich gut und tut es immer noch. Wenn ich mich nicht so gut fühle, führt mein erster Weg nach draussen in den Garten.

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Kim Wilde 1983 inmitten der Musikgrössen Michael Jackson, Pete Townshend und Paul McCartney.

Die englische Sängerin posiert 1984 für die Presse.

Kim Wilde zeigt Anfang des Jahrtausends den richtigen Umgang mit Pflanzen im Garten.

Ich hätte ein schönes Gartenstück, bringe es aber irgendwie nicht auf die Reihe. Meine Tomaten gedeihen erst im August, wenn überhaupt. Was raten Sie mir?
Das ist sehr spät. Das Wichtigste: Achten Sie darauf, wo und wann die Sonne hin scheint! Die meisten Pflanzen sind nicht sehr glücklich, wenn sie im Schatten ihr Dasein fristen. Das klingt banal, muss aber gesagt sein. Ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr viele Hobbygärtner die Sonne ausser Acht lassen. Vielleicht wäre auch noch hilfreich, wenn Sie sie mit einem organischen Dünger giessen würden. Und sorgen Sie dafür, dass die Wurzeln genug tief wachsen können.

Helfen Ihre Kinder im Garten mit? Meine nicht!
Meine auch nicht. Ich glaube, das ist eine Altersfrage. Die meisten entdecken irgendwann, dass so ein Gartenstück voller Rock‘n‘Roll ist. Sie müssen noch ein bisschen warten, vielleicht zehn, vielleicht zwanzig Jahre.

Sie hatten auf BBC eine eigene Gartenshow. Wie waren die Reaktionen?
Positiv. Nur ein paar Profigärtner fragten sich: Was um Himmels willen hat ein Popstar im Garten zu suchen? Sie dachten, dass ich es nur mache, um es nochmals ins Rampenlicht zu schaffen. Die Zweifler merkten jedoch schnell, dass es authentisch war, was ich da tat. Mit meiner Show trug ich dazu bei, dass das Gärtnern populärer wurde. Plötzlich interessierten sich Menschen für Gemüse und Pflanzen, die vorher damit null und nichts am Hut gehabt hatten.

Okay, es bleibt noch Zeit für ein drittes Thema.
Dann nehme ich «Karriere und Groupies».


«Here Come The Aliens Tour»: In Kürze geht Kim Wilde wieder auf Tournee – als Hauptact.

Für viele sind Sie Kult. Sie selber sprechen von einer «mittelprächtigen Karriere». Wieso so bescheiden?
Wenn Sie Elvis Presley, Michael Jackson oder Madonna nehmen, dann sind das Karrieren, die nicht zu toppen sind. Da ist meine im Vergleich dazu mittelprächtig. Trotzdem bin ich zufrieden. Im Gegensatz zu ihnen kann ich ein normales Leben führen. Ich kann zum Beispiel unbehelligt in den Supermarkt bei mir um die Ecke gehen. Ohne Bodyguards. Ich liebe mein ganz normales Leben.

Ich habe Sie 1988 in Basel als Vorgruppe von Michael Jackson gesehen …
… ich erinnere mich noch genau an das Konzert vor dieser riesigen Kulisse. Es war grossartig, die Fans behandelten mich wie eine Königin. Das machte mich sehr stolz.

Wie erlebten Sie den King of Pop?
Gar nicht. Obwohl ich in über 30 Konzerte sein Opening Act war. Okay, einmal hatten wir während der Tour einen kurzen Fototermin zusammen. Er war sehr nett. Das war es aber auch schon. Ich meine das nicht vorwurfsvoll. Diese Megastars sind auf der Tour so ausgelastet, dass sie wenig Lust verspüren, nach dem Konzert noch mit den anderen Bands herumzuhängen. Der psychische Druck, der auf ihnen lastet, ist enorm.

Viele Musiker verfallen den Drogen oder Medikamenten. Sie nicht. Was machten Sie besser?
Drogen interessierten mich schon vor meinen ersten Erfolgen nicht. Nachher schaffte ich es, mich von jenen Menschen fernzuhalten, die Drogen nahmen. Das waren einige im Musikbusiness, gerade in den Achtzigerjahren.

Wie stand es mit Groupies? Warteten sie auch vor Ihrer Garderobe?
Ja, ich glaube, das kam vor. Der eine oder andere hoffte sicher, mit mir die Nacht zu verbringen. Vergebens, muss ich hinzufügen. Ich hatte und habe einen anderen Lifestyle.

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