Herkunftsbezeichnungen auf Flaschen sollen helfen, den Wein einzuordnen.

Kleines Lexikon der Etiketten

Andere Länder, andere Normen Damit Ihnen Weinetiketten keine Rätsel mehr aufgeben oder zu spanisch vorkommen, klären wir auf, wofür Abkürzungen und Begriffe stehen.

A

AOC/AOP

«Appellation d’Origine Contrôlée» war vor noch nicht allzu langer Zeit die höchste Qualitätsstufe für Weine in Frankreich. Doch seit der Weinmarktordnung der EU wurde 2009 aus der kontrollierten Herkunftsbezeichnung die geschützte «Appellation d’Origine Protégée», kurz AOP. Was aber gleich blieb: Höchstertrag sowie Mindestalkohol sind festgelegt.

Auslese

Prädikatsweinstufe in Österreich und Deutschland. Ausleseweine (siehe Prädikatswein) werden von Hand verlesen und aus sehr reifen oder edelfaulen Trauben hergestellt. Aufgrund des hohen Zuckergehaltes liefern sie meist die Grundlage für süsse – und neuerdings auch trockene – Weine.

 

C

Classico

Italienische Kennzeichnung für Weine, die aus einer historischen Kernzone bestimmter Anbaugebiete stammen. Die bekanntesten Classico-Zonen findet man um Bardolino, Chianti, Orvieto, Soave und Valpolicella.

Crianza

Spanische Weiss- oder Roséweine mit dieser Bezeichnung müssen mindestens 24 Monate gereift sein: sechs davon im Fass, die restliche Zeit in der Flasche. Bei Rotweinen sind es sogar mindestens zwölf Monate, die im Fass vorgeschrieben sind.

 

D

DOC/DOP

«Denominazione di Origine Controllata» stand bis zur Umbenennung in «Denominazione d’Origine Protetta» in Italien für Weine mit streng kontrollierter Herkunft, festgelegten Produktionsrichtlinien, Rebsorten und Anbaugebietsgrenzen. Nach wie vor werden sie aus-serdem durch Verkostung und chemische Analysen auf ihre Qualität überprüft.

DOCG

Die kontrollierte und garantierte Herkunftsbezeich-nung «Denominazione di Origine Controllata e Garantita» ist die höchste Qualitätsstufe in Italien. Im Unterschied zu einstigen DOC-, jetzt DOP-Weinen, gelten jedoch strengere Produktionsvorschriften. So sind die erlaubten Höchsterträge niedriger und die vorgeschriebenen Lagerzeiten vor dem Verkauf länger.

 

E

Eiswein

Die gefrorenen Trauben werden nachts bei einer Temperatur von minus sieben Grad oder kälter gelesen – und sofort verarbeitet. Der Süsswein trägt nur das Konzentrat von Zucker, Säure und Mineralstoffen der gefrorenen Beeren in sich und geniesst weltweit den Ruf einer Rarität.

 

G

Gran Reserva

Weine mit dieser höchsten Klassifikation in Spanien werden von manchen Produzenten nur in besonders guten Jahren produziert. Rotweine müssen mindestens fünf Jahre gereift sein: zwei davon im Fass, drei in der Flasche. Bei Weissweinen sind es sechs Monate im Fass und viereinhalb Jahre in der Flasche.

 

I

IGT/IGP

Eine meist sehr grosse Produktionszone, in der die Richtlinien weniger streng als bei DOC/DOCG sind. Manche Produzenten nutzen die IGT-Bezeichnung, um Weine zu verschneiden, die aus Sorten entstehen, die unter dem DOP/DOCG-Reglement nicht gestattet sind, die aber dennoch qualitativ zur Spitze in Italien zählen. IGP («Indicazione geografica protetta») ersetzt seit 2009 die Bezeichnung IGT («Indicazione geografica tipica»).

 

M

Méthode traditionelle

Damit ist die Flaschengärung von Schaumweinen gemeint, die erst bei einer Mindestherstellungsdauer von neun Monaten und Lagerung auf der Hefe von mindestens 60 Tagen so bezeichnet werden darf. 

 

P

Prädikatswein

Dies sind deutsche Weine, die aus Trauben mit einem hohen Zuckergehalt gekeltert wurden. Hier unterscheidet man, in qualitativ aufsteigender Reihenfolge, zwischen: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Eiswein und Trockenbeerenauslese.

 

R

Reserva

Ein spanischer Rotwein mit dieser Bezeichnung muss drei Jahre gelagert werden. Davon mindestens ein Jahr im Eichenfass und ein Jahr in der Flasche. Bei Weissweinen sind sechs Monate im Fass und zwei Jahre in der Flasche vorgeschrieben.

Reservé

In Frankreich ist Reservé die Bezeichnung für einen sehr lange, mindestens 20 bis 50 Jahre, gelagerten, hochwertigen Wein, der bei der Herstellung von Prestige-Champagner hinzugegeben wird.

Riserva

In der italienischen DOP-Regelung bezeichnet Riserva einen Wein, der mindestens zwei Jahre ausgebaut und gelagert wurde. Das heisst: Die im Herbst 2014 gekelterten Weine dürfen erst Ende 2016 verkauft werden.

 

S

Spätlese

Reife Weine, die frühestens sieben Tage nach Beginn der allgemeinen Weinlese geerntet werden dürfen. Im Unterschied zu einfachen Qualitätsweinen darf der Alkoholgehalt nicht durch Zugabe von Zucker erhöht werden.

Superiore

Zusatzbezeichnung für DOP-Weine, die für qualitativ hochwertiger als Normalabfüllungen gehalten werden. Gesetzlich müssen sie einen höheren Mindestalkoholgehalt haben.

 

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Nadine Bauer

Redaktorin

Foto:
Heiner H.Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 23.03.2015, 16:41 Uhr

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