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Uhrenexperten gehen davon aus, dass man in Zukunft je nach Situation eine Smartwatch oder eine normale Uhr trägt.

Nick Hayek bei ihrer Präsentation mit Volleyball-Verbandspräsident Ary S. Graça und Event-Profi Hannes Jagerhofer.

Kluge Uhren: Die Revolution der Smartwatches

Sie sind in aller Munde, aber noch lange nicht an jedem Handgelenk: Die Smartwatches bringen trotzdem schon Bewegung in den Markt. Werden konventionelle Uhren überflüssig sein?

Haben Sie einen Plattenspieler zu Hause? Dann gehören Sie zu einer Minderheit. Das hat durchaus etwas mit dem Thema Uhren zu tun. Die Schallplatte ist eine alte Technik, sie wurde von der CD abgelöst, die wiederum von digitalen Dateien verdrängt wird. Blüht den Uhren eine ähnliche Zukunft? Auch in mechanischen Uhren steckt alte Technik. Wird es also bald nur noch Smartwatches geben? Apple-Chef-Designer Jonathan Ive soll gesagt haben, dass die Schweiz in Schwierigkeiten steckt, wenn die Apple Watch auf den Markt kommt.

Der Schweizer Design-Experte Marco Borraccino hält Smartwatches zwar für revolutionär, glaubt aber nicht, dass mechanische Zeitmesser in eine Nische rutschen wie Plattenspieler. Uhren sind das Spezialgebiet des Professors an der Hochschule für Design und Kunst in Genf. «Bei der traditionellen Uhr, vor allem bei hochwertigen mechanischen Uhren, sehe ich keinen Anlass zur Sorge. Probleme können sich allerdings bei Uhren im Preissegment der Smartwatches ergeben, also bei 200 bis 500 Franken, da ihr Erfolg stark vom aktuellen Modegeschmack abhängt.» Auch Andreas Frischknecht (54), Leiter der Division Christ Uhren & Schmuck bei Coop, macht sich keine Sorgen um die Schweizer Uhrenindustrie: «Die Smartwatches werden ohne Zweifel ihren Marktanteil realisieren. Die Tradition der hochwertigen Uhrmacherkunst wird davon aber kaum betroffen sein. Ich gehe davon aus, dass wir je nach Situation eine traditionelle Uhr oder eine Smartwatch tragen werden – vielleicht sogar beides.»

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Für mich vergeht die Zeit immer viel zu schnell.»

Alain Spinedi, CEO von Louis Erard

Die Apple Watch, die für den April dieses Jahres angekündigt wurde und auf die Apple-Fans sehnsüchtig warten, ist aber bei Weitem nicht die einzige kluge Uhr: Samsung hat bereits mehrere Modelle auf den Markt gebracht, Hersteller Sony ist ebenfalls schon mit verschiedenen Ausführungen dabei. Diese Smartwatches sind eher sportlich. Motorola hingegen setzt auf Eleganz mit der Smartwatch Moto 360. Sie hat ebenfalls ein rundes «Zifferblatt». Auf die Form wurde dabei besonders viel Wert gelegt: «Wir haben uns für ein klassisches, rundes Uhren-Design entschieden, weil es uns ermöglicht, ein wirklich eindrucksvolles Design zu kreieren – was wichtig für ein Gerät ist, das auch ein Mode-Accessoire ist», erklärt Claudia Läpke, Marketing-Direktorin der Motorola Mobility Germany GmbH.

«Mit ihrem runden Edelstahlgehäuse und der schmalen Einfassung sowie verschiedenen fein gearbeiteten Leder-Armbändern oder Edelstahl-Armbändern ist die Moto 360 eine Uhr, die man wirklich jeden Tag tragen möchte.» Auch die Apple Watch soll in eleganten Versionen in Gold und Silber erhältlich sein. Und die Swatch Group arbeitet an einer Smartwatch, die Apple Konkurrenz machen soll. Die Swatch Touch Zero One, eine Smartwatch für Beachvolleyballer, soll diesen August auf den Markt kommen. Doch CEO Nick Hayek ist sowieso auf der sicheren Seite, da verschiedene Unternehmen der Swatch Group Komponenten an Smart- und Mobileanbieter liefern und die Firma so indirekt von einem Boom profitieren kann.

Eigentlich nichts Neues

Aber so ganz neu sind die klugen Uhren ja nicht. Swatch lancierte schon vor rund zehn Jahren zusammen mit Microsoft die Uhr Paparazzi. Auch mit ihr konnte man Informationen über das Wetter oder Börsenkurse abrufen. Und auch Tissot glänzte bereits 1999 mit einer Uhr, die auf Berührung reagierte und damit die Smartwatches vorwegnahm. Die Tissot Touch wird seither ständig weiter entwickelt und behauptet sich sehr erfolgreich am Markt. 

Eine Uhrenmarke, die ganz bewusst nicht auf Smartwatches, sondern auf traditionelle Handwerkskunst setzt, ist Louis Erard. Alain Spinedi, CEO des Unternehmens, fürchtet sich nicht vor der neuen Technologie. «Es gibt Leute, die haben 8, 10 oder sogar 20 Uhren. Ich rede dabei nicht von Sammlern, sondern von ganz normalen Konsumenten. Viele unserer Kunden kaufen auch eine zweite, eine dritte oder fünfte Louis Erard.» Genauso wie man mehrere Krawatten habe, meint Spinedi, genauso habe man auch mehrere Uhren, die man je nach Anlass oder Garderobe wechselt. So gesehen sind Smartwatches und klassische Uhren keine Konkurrenten, sondern Ergänzungen.

Zeit und Ewigkeit

Apple-Chef Tim Cook bei der Präsentation der Apple Watch.

Apple-Chef Tim Cook bei der Präsentation der Apple Watch.
http://www.coopzeitung.ch/Kluge+Uhren_+Die+Revolution+der+Smartwatches Apple-Chef Tim Cook bei der Präsentation der Apple Watch.

Und es gibt noch einen anderen Grund, der für den Fortbestand der Uhrenindustrie spricht und das ist die Kurzlebigkeit der Technik. Peter Stas, CEO von Frederique Constant, schreibt in seinem Blog, dass klassische Schweizer Uhren Kunstobjekte seien, die über Generationen hinweg weitergegeben werden könnten. Die besten Uhren würden mit der Zeit sogar an Wert gewinnen. Eine Smartwatch hingegen kann schnell alt aussehen. «Der Hauptunterschied zwischen mechanischer Uhr und Smartwatch besteht darin», so Design-Experte Marco Borraccino, «dass eine mechanische Uhr auch nach 50 Jahren noch funktioniert, während die Smartwatch sicherlich nach bereits wesentlich kürzerer Zeit veraltet und unbrauchbar sein wird.» 

Nur eins können auch die Uhren nicht ändern: die Geschwindigkeit, mit der die Zeit vergeht. «Für mich vergeht sie immer viel zu schnell», sagt Alain Spinedi. «Wenn Sie ein Unternehmen leiten, haben Sie nie genug Zeit, um die Arbeit zu erledigen, nie genug Zeit für die Familie und am Ende vergeht sie so schnell, dass man rasch älter wird und es nicht mal bemerkt.» Die Zeit hat positive und negative Aspekte: «Die Zeit ist unsere Freundin, weil sie uns wunderbare Momente beschert. Aber auf der anderen Seite ist sie auch ein wenig unser Feind, weil sie uns alle an den Schluss unseres Lebens bringt …»

8 Gründe für eine Smartwatch.

Motorola setzt auf runde Formen.

Motorola setzt auf runde Formen.
http://www.coopzeitung.ch/Kluge+Uhren_+Die+Revolution+der+Smartwatches Motorola setzt auf runde Formen.
  1. Mit den frei wählbaren Zifferblättern hat man mit einer Smartwatch nicht nur eine Uhr, sondern ganz viele verschiedene.
  2. Beim Sport hat man alle wichtigen Körperfunktionen am Handgelenk im Blickfeld wie Puls, Kalorienverbrauch oder Schrittzahl. Mit geeigneten Apps kann man Streckeninfos abrufen oder Coach-Funktionen nutzen.
  3. Die Smartwatch ist auch ein Telefon. Anrufe lassen sich wie mit einer Freisprechanlage beantworten oder über ein Bluetooth-Headset.
  4. Eine Nachricht kommt rein, aber viele Leute haben ihr Handy auf stumm gestellt. So verpasst man schnell eine SMS oder eine E-Mail. Die Smartwatch macht auf eine Nachricht aufmerksam. Man kann auch direkt über die Uhr antworten.
  5. Wenn man schnell etwas mit einem Foto dokumentieren möchte, kann ein Smartphone umständlich sein. Mit der Kamera einer Smartwatch geht das schnell, sie ist am Handgelenk bereit. Das Foto kann versendet werden.
  6. Beim Musik hören muss man das Handy nicht mehr hervorholen und entsperren, wenn man zum Beispiel mal ein Lied überspringen möchte. Das geht ganz einfach und schnell mit der Steuerung der Smartwatch.
  7. Eine Smartwatch erinnert die Träger diskret und unkompliziert an die nächsten Termine.
  8. Ein Blick auf das Display der klugen Uhr genügt und man hat auch das Wetter im Blick und weiss somit, ob man einen Schirm mitnehmen muss oder ob die Sonne weiter scheint.

Welche Uhr macht das Rennen?

Smart: Marco Borraccino von der Hochschule für Kunst und Design in Genf.

Smart: Marco Borraccino von der Hochschule für Kunst und Design in Genf.
http://www.coopzeitung.ch/Kluge+Uhren_+Die+Revolution+der+Smartwatches Smart: Marco Borraccino von der Hochschule für Kunst und Design in Genf.

Marco Borraccino ist Experte für das Design von Uhren. Der Professor über Chancen und Schwächen der Smartwatch.

Wird sich die intelligente Uhr genauso durchsetzen wie das Smartphone?
Das Smartphone war eine echte Revolution, denn man konnte erstmals auf Inhalte zugreifen, die bis dahin allein Computern vorbehalten waren. Die Smartwatch kopiert im Grunde genommen das, was wir bereits auf unserem Telefon haben.

Was könnte den Ausschlag geben für den Erfolg der Smartwatches?
Es ist im Moment noch etwas früh, um von Erfolg zu sprechen. Die Smartwatch ist zwar in aller Munde, aber wie viele Personen kennen Sie, die täglich eine Smartwatch tragen? Sicherlich handelt es sich um ein Gerät, das den Weg für neue Anwendungen und Nutzungsmöglichkeiten digitaler und multimedialer Inhalte bereitet. Doch die Smartwatch ist letztlich zu klein, um die Funktionalität eines Smartphones oder Tablets zu bieten. In erster Linie ist es wohl der Neuigkeitswert, der Konsumenten zum Kauf bewegt – die Einführung der Apple-Uhr wird wahrscheinlich für einen ordentlichen Schub sorgen.

Wird sich eher die klassische oder die intelligente Uhr zu einem Nischenprodukt entwickeln?
Die Uhr, so wie wir sie heute kennen, wird uns vor allem in ihrer Rolle als Prestigeobjekt noch lange erhalten bleiben. Die Smartwatch hingegen muss ihre Berechtigung auf dem Markt erst unter Beweis stellen. Im vergangenen Jahr wurden weltweit «lediglich» 700 000 Smartwatches ver-kauft. Wir sprechen also noch über relativ niedrige Zahlen. Wir werden sehen, wie er-
folgreich Apple sein wird – das Unternehmen plant, jährlich mehrere Millionen Uhren zu verkaufen.

Smartwatches bieten neue Funktionen: Schrittzähler, Internetverbindung, Lesen und Schreiben von E-Mails ... Braucht es noch mehr?
Hier handelt es sich um alles andere als ungewöhnliche Funktionen und es gibt sicher Einfacheres, als auf einer Uhr E-Mails zu schreiben. Wahrscheinlich werden die Hersteller Funktionen entwickeln, die für Uhren besser geeignet sind.

Was macht die Smartwatch aus – ist es die Technologie oder die Integration in ein Designobjekt?
Die Smartwatch ist mit Technik vollgepackt. Der Design-Aspekt ist sicherlich wichtig, aber ich denke, vor allem die Funktionalität und der Nutzen werden für den Erfolg oder Nichterfolg ausschlaggebend sein.

40-Jahre-Jubiläum: Schmucke Angebote

Uhrenliebhaber: Andreas Frischknecht, Leiter von Christ Uhren & Schmuck bei Coop.

Uhrenliebhaber: Andreas Frischknecht, Leiter von Christ Uhren & Schmuck bei Coop.
http://www.coopzeitung.ch/Kluge+Uhren_+Die+Revolution+der+Smartwatches Uhrenliebhaber: Andreas Frischknecht, Leiter von Christ Uhren & Schmuck bei Coop.

Christ Uhren & Schmuck feiert

Seit 1975 begleitet Christ die schönsten und emotionalsten Momente im Leben der Schweizerinnen und Schweizer. Die grösste Bijouteriekette der Schweiz feiert dieses Jahr ihren 40. Geburtstag und Sie sind mit dabei. Denn es erwarten Sie das ganze Jahr hindurch laufend wechselnde Jubiläums-Angebote. Ein regelmässiger Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Lassen Sie sich vom Sortiment von über 50 Uhren- und Schmuckmarken inspirieren und entdecken Sie alles, was Ihr Herz höher schlagen lässt – von zeitlosen Klassikern bis zu den neusten Trends. Und dies zu höchst attraktiven Preisen. Christ Uhren & Schmuck ist immer in Ihrer Nähe – mit über 70 Filialen in der ganzen Schweiz oder jederzeit bequem auf: www.christ-swiss.ch

Baselworld 2015

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Uhren und Schmuck

Jedes Jahr zeigen rund 1500 Marken aus 40 Ländern an der Baselworld die neuesten Trends und Kollektionen. Vom 19. bis 26. März werden über 150 000 Besucher zur weltweit wichtigsten Uhren- und Schmuckmesse erwartet.

www.baselworld.com

Smart oder Klassisch: Uhrentypen Die Smartwatches läuten ein neues Zeitalter ein, doch klassische Uhren bleiben aktuell.

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Samsung Galaxy Gear S»

Kann telefonieren, SMS schreiben, bietet Wetter-, Terminplan- und Fitness-Apps. Funktioniert mit oder ohne Smartphone und ist auch mit der Stimme steuerbar. Betriebssystem: Tizen von Samsung. Bei Interdiscount in Weiss oder Schwarz erhältlich.

 

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Limited Edition: Edox HydroSub Automatic»

In der Uhrenmanufaktur Edox werden die Zeitmesser in Handarbeit produziert. Diese Uhr ist wasserdicht bis 500 m. Limited Edition bei Christ zum 40-Jahre-Jubiläum.

 

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Balmain Maestria mini round»

Diese Uhr glänzt edel mit einem Zifferblatt in Perlmutt, besetzt mit 12 Diamanten. Erhältlich exklusiv bei Christ zum 40-Jahre- Jubiläum.

 

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Sony Smartwatch metall SWR50»

Auf einen Blick findet man die Infos, die man braucht: bei Interdiscount.

 

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Victorinox Swiss Army Alliance»

Verschraubter Gehäuseboden, Limited Edition bei Christ zum 40-Jahre-Jubiläum.

 
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Wie viele Uhren besitzen Sie? Wie viele braucht man?»

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Text:
Carmela Correale-Maccia, Jean-Dominique Humbert, Katalin Vereb
Foto:
Christoph Kaminski
Veröffentlicht:
Montag 09.03.2015, 17:07 Uhr

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