Das ganze Jahr Guetzli-Zeit

Unsere Redaktorin hat für Sie die Rezepte für Ciambelline mit Rotwein und Aprikosen-Salbei-Cookies aus dem Kochbuch «ke:xs» ausprobiert. Ob die Guetzli die Kostprobe bestanden haben, lesen Sie hier …  

Jede Weihnachten frag ich mich, warum wir nur in der Weihnachtszeit Guetzli backen. Ganz besonders da es immer so eine lustiges Event ist: Mama macht verschiedene Teige, Papa, mein Bruder und ich formen – mit mehr oder weniger Erfolg – Vanillekipferl, Spitzbuben, Kräbbeli und Co. daraus. Dabei ziehen wir uns gegenseitig auf, schnabulieren zuerst Teig und später Essiggurken um gegen die Übersüssung anzukämpfen.

Nach Weihnachten weiss ich dann wieder genau, warum ich nicht das ganze Jahr backe: Die Waschmaschine hat meine Kleider geschrumpft und die Waage ist kaputt. Das Kochbuch ke:xs hat micht trotzdem fasziniert: Auf wunderschönem, hochwertigem Papier gibt’s jeweils pro Doppelseite ein Guetzli-Rezept, das Rezept-Bild und ein kleines Stimmungsbild. Zeit-, Kühl-, Back- und Mengenangabe sind ebenfalls vermerkt. Daneben gibt es auch Dip- und weitere Serviertipps oder wissenswerte Anmerkungen zu den Keksen.

Insgesamt gibts Rezepte für siebzig verschiedene Keks-Sorten die in die Kapitel «Die Salzigen» und «Die Süssen» unterteilt sind. Abgeschlossen ist das Buch mit einem Ke:xsikon und Informationen zum Macher-Team.

Aber nun zum grosse Nachbacken:

Aprikosen-Salbei-Cookies – Das Rezept wie es im Buche steht:

Zutaten für 30 Portionen

  • 50 g getrocknete Aprikosen
  • 120 g weiche Butter
  • 120 g Zucker
  • 1 Ei (L)
  • 120 g Mehl
  • 60 g Maismehl
  • ½ TL Speisenatron
  • ½ TL Salz
  • 1 Prise schwarzer Pfeffer
  • 2 EL frisch gehackte Salbeiblätter

ZUBEREITEN 30 MIN. BACKEN 12 MIN.

Zubereitung

Backofen auf 170 °C (Umluft 150 °C) vorheizen. Blech mit Backpapier auslegen. Aprikosen klein schneiden.
Butter mit Zucker flaumig rühren, Ei unterrühren. Die beiden Mehlsorten mit Natron, Salz, Pfeffer, Aprikosen-Stückchen und Salbei vermischen, mit der Buttermasse zu einem weichen Teig verrühren.
Mit einem Löffel walnussgroße Teighäufchen formen, im Abstand von je ca. 3 cm auf das Backblech setzen. Im Backofen (Mitte) 10–12 Min. goldgelb backen.

P. S.
Nehmen Sie möglichst weiche Aprikosen.

PLUS
Schmecken nach dem Essen gut zu einem Sauternes, einem edelsüssen französischen Weisswein, oder Aprikosenkompott.

Aprikosen-Salbei-Cookies – wie das Rezept zuhause geht:

Als Salbei-Fan musste ich diese Cookies einfach ausprobieren! Ich hab mich eins zu eins an das Rezept gehalten und es ging wirklich ruckizucki. Beim Backen ist darauf zu achten, wirklich genügend Abstand zwischen den Teig-Häufchen zu lassen und nicht zu grosse Kleckse zu machen.

Gereicht hat der Teig genau für die angegebene Anzahl. Aus dem Ofen habe ich sie ganz ein bisschen früher genommen und aaaahhhhh wie herrlich haben sie mit gemundet: Warm, weich, leicht salzig mit einer Note Salbei!

Trotzdem habe ich mich zurückgehalten und nicht alle verputzt. Den Rest habe ich am nächsten Tag mit auf die Redaktion genommen und meinen Kollegen vorgesetzt. Das Echo war durchwegs sehr gut. Für die Salbei-Fans hätte es noch mehr davon drin haben können, während es für die anderen grad gut war. Was aber wirklich noch verbesserungswürdig ist, ist das Aussehen: bei mir waren das einfach goldbraune Plätzchen, vielleicht könnte man da noch ein bisschen Salbei draufstreuen – wobei der während dem Backen vebrennen könnte. Ein backbewanderter Kollege hat vorgeschlagen, die Frucht-Stückchen und Salbei-Blättchen ein bisschen grösser zu belassen, damit man sie von aussen besser sieht.  

Fazit

Zeitaufwand: 40 Min. Zubereiten, 10-12 Minuten backen
Schwierigkeit: einfach
Mengenangaben: Hats genau getüpft, obwohl man sie auch gut ein bisschen kleiner machen könnte, da sie während des Backens recht auseinander laufen.
Materialaufwand: Gering
Änderungen: Wenn man gerne Salbei hat mags ruhig noch ein paar mehr vertragen.
Wo ist Achtung geboten: Dass man sie nicht zu lange backt. 
Wie es gemundet hat: Einfach traumhaft - die Aprikosen und der Salbei sind eine herrlich aromatische Kombination
Was ich beim nächsten Mal anders machen würde: die Salbeiblättchen und die Aprikosenstückchen ein bisschen grösser lassen oder sonst eine Deko draufmachen.
Verdikt: Sehr zu empfehlen!

 

Impressionen aus der Küche

 
 

Ciambelline – Das Rezept wie es im Buche steht:

Zutaten für 14 Stück

  • 50 g geschälte Mandeln
  • 50 ml Olivenöl
  • 60 ml kräftiger Rotwein
  • 150 g Mehl
  • 80 g Zucker
  • 1 TL Bourbon-Vanillezucker
  • ¼ TL Trockenhefe
  • 1 Prise Salz
  • Zucker zum Wälzen

ZUBEREITEN 20 MIN.; RUHEN 30 MIN.; BACKEN 25 MIN.

Zubereitung

Mandeln fein mahlen. In einer Schüssel Olivenöl und Rotwein mit einem Kochlöffel verrühren. Mehl, Mandeln, Zucker, Vanillezucker, Hefe und Salz nach und nach unterrühren und zu einem weichen Teig formen. Zugedeckt 30 Min. bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Backofen auf 180 °C (Umluft 160 °C) vorheizen. Blech mit Backpapier auslegen. Kleine Stücke vom Teig abtrennen, auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu ca. 15 cm langen, 1 cm dicken Schlangen rollen, dann zu Ringen schliessen. In Zucker wälzen.

Im Backofen (Mitte) ca. 25 Min. backen, bis sie goldbraun sind.

P. S.
Schmecken am nächsten Tag noch besser. Können auch mit Weißwein, vorzugsweise Frascati, zubereitet werden, dann statt Vanille abgeriebene Zitronenschale verwenden.

PLUS
Ciambelline werden in ein Glas Wein getunkt. Ich esse sie auch gerne zusammen mit Weintrauben oder als süssen Snack am späten Nachmittag.

Ciambelline – wie das Rezept zuhause geht:

Ganz besonders sympathisch an dem Rezept finde ich, dass man die Zutaten meist zu Hause hat und diese Kekse backen kann wenn einem die Backlust spontan befällt. Statt geschälten Mandeln habe ich schon fein gemahlene Mandeln genommen, die ich noch zu Hause hatte. Ansonsten habe ich mich genau an das Rezept gehalten. Ach nein, der Teig hat beim Kneten in der Knetmaschiene nach mehr Flüssigkeit verlangt und so hab ich dann noch einen Gutsch Rotwein nachgeschenkt. Aber sonst habe ich mich genau ans Rezept gehalten. Der Teig liess sich dann auch gut fertig formen.

Nach der geforderten Ruhezeit gings ans Kringel formen: Zuerst Stücke abtrennen, zu Schlangen rollen und daraus dann Kringel wickeln. Einfach für jemanden der schon 30 Jahre Erfahrung mit Kräbbeli und Vanillekipferl hat. Trotzdem musste ich ein bisschen mehr Mehl nachgeben, damit der Teig nicht brüchig wurde. Bis ich den richtigen Dreh mit Dicke und Länge raus hatte, hats aber trotzdem etwa fünf Kekse gebraucht. Nur waren sie dann doch ein bisschen gar weich um sie im Zucker zu wälzen. Ich hab mich entschieden nur kurz die Unterseite in den Zucker zu legen, sie dann auf dem Blech zu platzieren und anschliessend die Oberseite mit Zucker zu bestäuben. 

Beim Backen habe ich mich ganz haargenau an die vorgegebene Zeit gehalten. Das weil mir die Weisung «bis sie goldbraun sind» nichts gebracht hat - schliesslich waren meine schon von Anfang an eher dunkelbraun (siehe Fotos). Ich schätze mal das lag an den ungeschälten Mandeln oder dem Wein oder weil ich zuwenig Zucker drauf gestäubt habe, oder wissen Sie warum?

Fazit
Zeitaufwand: 30 Min. Zubereiten, 30 Min. ruhen und 25 Minuten backen (oder länger)
Schwierigkeit: mittel
Mengenangaben: bei mir hats statt den angegeben 14 für 25 Kringel gereicht, vielleicht hätte ich sie grösser machen sollen?
Materialaufwand: Gering
Änderungen: Ich habe dem Teig ein bisschen mehr Rotwein zugegeben, damit er sich gut kneten lässt. 
Wo ist Achtung geboten: Die Rollen beim Formen nicht zu dünn oder Dick rollen. Eher weniger als länger backen. 
Wie es gemundet hat: Frisch aus dem Ofen oke, ab dem nächsten Tag sehr gut! Den Rotwein schmeckt man aber nicht sehr gut raus.
Was ich beim nächsten Mal anders machen würde: geschälte Mandeln verwenden um zu sehen, ob sie dann ehr so aussehen wie auf dem Bild.
Verdikt: Cook it! 

Impressionen aus der Küche

 

Warum sollte man nur während der Weihnachtszeit backen? Das hat sich auch Ilse König, leidenschaftliche Bäckerin und Managerin, gedacht und den Freunden und Bekannten aus allen Herren Ländern Guetzli-Rezepte abgeschwatzt und in diesem Kochbuch gesammelt.

Ilse König: «Ke:xs. Süss, salzig, köstlich», Christian Brandstätter Verlag, Fr. 40.90.

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Michaela Schlegel

Redaktorin

Foto:
Inge Prader/ Michaela Schlegel
Styling:
Michaela Schlegel
Veröffentlicht:
Montag 15.09.2014, 00:00 Uhr

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