Können Männer nur eine Sache aufs Mal machen?

Sie:

Ja. Mein Mann ist Serie geschaltet, nicht parallel! Das ist in etwa das einzige, was mir vom Physikunterricht geblieben ist. Während einer Frau, also mir, gleich mehrere Lichter gleichzeitig aufgehen können, ist das beim Mann eben anders: Bei ihm leuchtet immer eine Lampe nach der anderen. Schön der Reihe nach, in Serie sozusagen. Die Strategie der kleinen Schritte gilt auch bei Schneider heute noch: Wenn etwas begriffen ist, kann das nächste kommen. Während wir Frauen das grosse Ganze auf einen Blick erfassen. Deshalb ist es auch etwas beunruhigend, dass an so vielen wichtigen Posten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Männer an den Hebeln sitzen. Bis die etwa begriffen haben, dass sich die Erde tatsächlich erwärmt...

Er:

Nein, natürlich nicht. Ich kann Radio hören und dabei gleichzeitig kochen. Ich kann Velofahren und dabei gleichzeitig nachdenken. Männer können mehrere Dinge aufs Mal machen, das ist ja logisch. Wie hätte man dann jemals so etwas wie eine Mondlandung hingekriegt? Die Frage ist viel mehr die: Wann macht es Sinn, dass ein Mann wirklich nur eine Sache aufs Mal macht? Insbesondere dann zum Beispiel, wenn Schreiber etwas erzählt. Denn es ist anspruchsvoll zu folgen, wenn sie auf mehreren Ebenen gleichzeitig Informationen abfeuert, die erstaunlicherweise wenig gemeinsam haben. 

 

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Er:

Aha. Frauen begreifen das grosse Ganze auf einmal... Nun, dann frage ich mich, warum meine Frau nicht versteht, dass sie mit mir eben nicht so reden kann, wie sie es oft tut: Sie sagt nämlich alles auf einmal, und sollte eben besser eins nach dem anderen mitteilen. Was nützt es mir, wenn bei ihr alle Lampen gleichzeitig angehen? Nichts, ich bin nur geblendet. Nicht von so viel Schönheit auf einmal, sondern von der Grellheit und dem hektischen Blinken weiblichen Denkens! Stattdessen wäre eine logische Strukturierung der Dinge ein vernünftiges Vorgehen, um einander nicht zu missverstehen. Aber das versteht Schreiber irgendwie nicht.

Sie:

Oh ja, Schneider kann gleichzeitig Radio hören und kochen, so lange es sich dabei für die Ohren um die Bundesliga handelt und es für die Hände um das Schälen von Kartoffeln geht. Wenn es anspruchsvoller wird, na, dann weiss ich nicht. Und das mit der Mondlandung ist natürlich ein starkes Argument. Die Frage ist aber: Wozu wollten die Männer auf den Mond? Etwa um dorthin überzusiedeln und einen Ort zu finden, wo sie vor der Überforderung durch Frauen in Sicherheit sind? Keine Ahnung. Jedenfalls sind sie ja alle auf der Erde geblieben. Vermutlich, weil sie wissen, dass ohne den weiblichen Überblick das Leben ziemlich eindimensional wäre.

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