Kreativer Sonntag

Er: Wir sind in Grosseto und machen im Privathaus eines Einheimischen Ferien, der sein Anwesen irgendwelcher Gesetze wegen erst in einigen Jahren beziehen darf. Sein Pech, unser Glück: Er vermietet sein Haus zu günstigen Konditionen.

 
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Dafür gibt es aber keinen Fernseher und auch keinen Internet-Anschluss. Das ist für erholsame Ferien natürlich toll. Aber: Die Welt draussen nimmt keine Rücksicht darauf, wo ich mich gerade befinde. Sie dreht sich weiter, und am ersten Sonntag unserer Ferien findet ein Formel-1-Rennen statt. Leider ohne mich. Ausser, ich finde eine Lösung. Das könnte eine Bar mit Fernseher sein, schliesslich befinde ich mich im Land von Ferrari. Allerdings ist das aufwendig und nicht sicher: Ich bin im Friaul schon mitten aus dem GP von Monaco aus einer Bar geflogen, weil ich während des Rennens zu wenig konsumierte. Aber ich wollte mich ja nicht betrinken, sondern nur zusehen. Puh, was für eine Hitze!

«

Immerhin bin ich ja im Land von Ferrari …»

Es wäre wirklich gesünder, drinnen vor der Sonne geschützt zu sein. Aber Schreiber als erklärte Rennsport-Gegnerin würde schon aus Prinzip lieber bei 40 Grad im Schatten braten, als mir das Vergnügen zu ermöglichen – Moment, da fällt mir grad was ein …

Sie: Es ist erfrischend im Shoppingcenter. Schneider hatte recht, als er sagte: «Wie wärs mit Einkaufen in gekühlter Umgebung?» «Am Sonntag?» «Natürlich. Italienische Shopping- center sind immer offen.» «Und was willst du dort?» «Ich muss in ein Elektronikfachgeschäft.» «Wieso?» «Ich brauche USB-Sticks.»«Am Sonntag?» «Ja. Und zwar vor 14 Uhr.» Aha!

«

Seltsam, weit und breit kein Schneider.»

Seine Kreativität beeindruckt mich, auch wenn Schneider früher einfühlsamer kreativ war, damals, als er um mich buhlte: Picknick an der Verzasca, Cabriofahrten unterm Sternenmeer. Hach, das war schön. Und jetzt: kühles Shoppingcenter im Hochsommer. Nachdem wir Mädels unnötig viele Kleider anprobiert und Gelato geschlemmt haben, mache ich mich mal auf die Suche nach Schneider. Dort, wo auf Kingsize-Bildschirmen das Autorennen übertragen wird, sollte er sein. Doch weit und breit kein Schneider! Seltsam. Ich schlendere durch die Regalreihen, an Eierkochern und Ventilatoren vorbei, da sehe ich ihn. Er testet grad ein Bügeleisen. «Was soll das denn?» – «Zwischendurch tu ich so, als würde ich etwas kaufen wollen», erklärt er. «Nicht, dass die denken, ich sei nur wegen des Rennens hier. Sonst schmeissen die mich noch vor dem Ende raus.»

 (Coopzeitung Nr. 32/2015) 

Mehr zu den Kolumnisten unter: www.schreiber-schneider.ch

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Sybil Schreiber, Steven Schneider

Kolumnisten

Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 03.08.2015, 19:51 Uhr

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