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Sabines Garten – Kürbisse: Nun gehts rund

Kürbisse sind etwas vom Besten, was der Garten hergibt. Und Kinderfreunde sind sie auch. Sie wachsen rasant, sie sind ein (fast) garantiertes Erfolgserlebnis, und am Ende lassen sich noch Masken schnitzen und feine Kuchen backen.

Diesen Frühling hatte ich am Setzlingsmarkt auf Schloss Wildegg einige «Musque de Provence», «Butternut» und «Rote Zentner» gekauft. Ich gebe zu, der nasse Sommer war nicht gerade ideal. Und auch mein Bieler Garten ist für Kürbisse nicht ideal, zu viel Schatten wirft die Tanne, zu mager ist der Boden, da half aller Hühnermist nur begrenzt. Aber ein paar Früchte hatten wir trotzdem, nicht besonders grosse, immerhin für eine Suppe und ein paar Kuchen und zwei Laternchen für die Kinder hat es doch gereicht.

Wenn man einen ordentlichen Komposthaufen hätte, zu dessen Füssen die Kürbisse zehren können, aber dafür fehlt uns eben hier der Platz – alles kann man nicht haben. Dafür sind die «russischen Gurken» ordentlich gross geworden, und ausgereift sehen die eigentlich auch fast aus wie Kürbisse. Man könnte daraus lustige Männchen schnitzen, doch dafür sind sie viel zu schade, denn sie schmecken ausgezeichnet! Prächtig gewachsen sind die Kürbisse heuer bei Marcel und Betty Meyer in Diesse. Sie gärtnern in rauer Lage auf 850 Meter über Meer. Mit viel Erfahrung und Pröbeln haben sie aber herausgefunden, wie sogar die sehr wärmebedürftigen Muscat-Kürbisse dort oben reifen können.

Die Muscat gehören nebst den «Butternut» zu den leckersten Speisekürbissen überhaupt. Damit sie aber die typische orange-bräunliche Farbe annehmen, braucht es viele Sonnentage. Oder man hilft mit Tricks aus der Permakultur nach, und schafft ihnen ein günstiges Mikroklima. Marcel Meyer hat aus Steingabionen grosse Mauern gebaut. Ende Mai pflanzt er die jungen Kürbisse an den Rand der Mauer und leitet die Triebe sanft nach oben. Sie suchen dann selber die Wärme, und bilden ihre Früchte auf der Mauer. «Sobald sich einige Früchte gebildet haben, kürze ich die Triebe, damit alle Kraft in die vorhandenen Früchte geht», erklärt der erfahrene Gärtner. Tatsächlich wirken die Steinmauern wie ein Ofen, und geben auch nachts noch Wärme ab.

Kürbis mit Botschaft. Eine ganz besondere Überraschung zu Halloween bekommt man, wenn man Namen, Herzen oder andere Botschaften in die Kürbisse hineinritzt, bevor sie ganz reif sind. Dann bildet sich über der Verletzung ein Wulst, und die Schrift tritt schön hervor. Man muss das machen, sobald die Früchte schon recht gross und hart, aber noch nicht ganz ausgereift sind. Sie brauchen dann noch ein paar Wochen, damit die Verletzungen vernarben können. Sonst sind sie nachher nicht lange haltbar. Vielleicht das Schönste an den Kürbissen ist, dass sie sich so lange aufbewahren lassen. Einige Exemplare hatten wir letztes Jahr bis in den Februar als Dekoration draussen gelassen, erst als es zu tauen begann, wurden sie matschig und zerfielen von selbst. Aber dann war zum Glück schon die Zeit gekommen für die ersten Primeln und Hornveilchen unter dem geschützten Vordach.

Achtung mit Zierkürbissen. Kürbisse lassen sich kinderleicht aus selber gewonnenen Samen vermehren. Besondere Sorten ziehe ich manchmal in Töpfen schon im März in der Küche vor. Erst im Mai nach den Eisheiligen kommen sie nach draussen. Anfangs muss man ein bisschen «chüderlen» und auch auf die Schnecken aufpassen. Aber wenn sie dann mal richtig loslegen, kann den Kürbissen nicht mehr viel passieren, dann brauchen sie einfach noch genug Nahrung und Wasser, und den Rest besorgen sie von alleine. Im Prinzip kann man von den besten Kürbissen problemlos Saatgut aufbewahren für das nächste Jahr. Aber wer auch noch Zierkürbisse im Garten hat, sollte aufpassen, dass diese sich nicht mit den Speisekürbissen kreuzen. Es können sonst Sorten entstehen, die zu Allergien führen, oder die gar giftig sind. Man sieht es ihnen nicht unbedingt an, und sie schmecken auch nicht unbedingt schlecht. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man grundsätzlich nur Speisekürbisse ziehen, wenn man eigenes Saatgut gewinnen will oder aber jedes Jahr neue Samen kaufen oder im Mai sortenechte Jungpflanzen besorgen. Sowieso sind Zierkürbisse so eine Sache, ich habe mich dafür nie richtig erwärmen können.

Meiner Meinung nach sollte ein Kürbis aussehen wie ein Kürbis, gross, orange, rund, und nicht wie eine Krone oder eine Schlange oder weiss der Teufel was. Denn wenn ich eine Krone wollte, dann würde ich eine Krone nehmen, und wenn ich eine Schlange wollte, dann eben eine Schlange – ich sehe auch nicht ganz ein, wozu eine Schlange als Dekoration im Garten überhaupt gut sein sollte. Ein Kürbis aber soll doch einfach ein Kürbis sein! Da aus meinen «roten Zentnern» nicht recht was werden wollte, muss ich dann im Seeland bei den Bauern noch ein paar grosse Exemplare besorgen. Und ich will sicher nicht behaupten, die seien bei mir gewachsen.

Manchmal klappt es eben auch im Garten nicht so, wie man erhofft hat. Dass mal etwas schief geht, ja, das gehört zum Gärtnern dazu, und das kann sogar dann passieren, wenn man im Prinzip alles richtig gemacht hätte. Und sich deswegen zu schämen, wäre doch ziemlich albern.

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Für den Oktober

• Obst und Gemüse ernten und einlagern.
• Rosen, Büsche und Bäume pflanzen.
• Ausgereifte Stecklinge von Ziergehölzen schneiden. In Bewurzelungspulver tunken und fest andrücken.
• Kübelpflanzen zurückschneiden und in kälteren Lagen schon ins Winterquartier bringen.
• Gemüse wenn nötig mit Vlies vor Nachtfrösten schützen.
• Knollenpflanzen wie Begonien, Dahlien und Gladiolen ausgraben, beschriften und frostfrei überwintern.
• Kübel und Schalen mit Herbstblühern und Blumenzwiebeln bepflanzen.
• Winterschutz für empfindliche Pflanzen bereitstellen.
• Nicht wetterfeste Gartenmöbel einräumen.
• Laubbäume, Sträucher und Laubhecken wo nötig schneiden.
• Brunnen und Wasserspiele abstellen und die Wasserleitungen entleeren.
• Gartenschläuche versorgen, sie werden sonst von der Kälte brüchig.

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Foto:
Stöh Grünig
Veröffentlicht:
Freitag 05.10.2012, 14:10 Uhr

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