Andrea Jansen, mobile Moderatorin

La Bambele

Furchtbar – mit zwei Dutzend anderen, fremden Menschen in einen abgeschlossenen Raum eingepfercht.

Die meisten müffeln, ihre Kleidung ist durchgeschwitzt. Einige haben eine leichte Fahne vom Kafi Schnaps oder stinken wie ein wandelndes Pomfrit, weil auch in der Bergbeiz kein Fenster offen war. Ein Gondeli …

Die langen Minuten bis zur Talstation zu überstehen ist wie Liftfahren – Blickkontakt gilt als Todsünde. Immerhin kann ich in der Gondel die Aussicht geniessen oder Selfies schiessen, auf denen dann wegen der Reflexion weniger das Matterhorn als vielmehr das dreckige Panoramafenster zu bestaunen ist. Trotzdem sind wir Schweizer echte Gondel-Fans. Auf jeden Hoger fährt eine Bahn, auch weitab von Touristenzentren. Und ich gebe zu, im tiefsten Innern mag ich das Schweben über die Landschaft ja auch.

Das Gefühl, an einem – stählernen – Faden zu hängen … mit Ü35 für mich schon ziemliches «living on the edge». Vielleicht ist es auch der Traum, dass die Gondel uns für einen kurzen Moment aus der Nebelsuppe und aus dem Alltag hinausträgt, dass man die Sorgen unten lassen kann und die Seele, wie die Gondel selber, einfach mal lässt «la bambele».

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Text:
Andrea Jansen
Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Dienstag 06.06.2017, 10:00 Uhr

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