La Serenissima

Sie: Venedig wirkt nach. Auch wenn wir nur kurz dort waren, so ist es doch erstaunlich, wie intensiv mich unsere Reise berührt hat. Ich denke dran, wie wir durch die Gassen geschlendert sind, wie wir in unserer Lieblingsbar Cappuccino am Morgen und Martini am Abend getrunken haben, wie wir von verstörender Kunst überrascht wurden und den Kopf wieder mal frei bekommen haben. Frei für neue Ideen, verrückte Gedanken, gemeinsame Projekte. Wir kritzelten unsere Fantasien auf Papierservietten, tanzten in einer schmalen Gasse Tango – oder etwas, das danach aussah.

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Was hab ich doch für einen Traummann.»

Wir leisteten uns eine Fahrt mit einem traumschönen Wassertaxi und ich fühlte mich wie George Clooney, der hier seine unglaublich dünne, superintelligente Frau geheiratet hat. Da ich weder dünn noch unglaublich klug und schon gar kein Mann bin, habe ich mich einfach nur sehr glamourös gefühlt und sehr verliebt. In Schneider. Unsere um zehn Jahre verspätete Hochzeitsreise hat so gut- getan, dass ich in Gedanken bereits die nächsten Pläne schmiede. Schneider anscheinend auch, denn ich habe zufällig mitbekommen, dass er schon wieder Flüge nach Venedig sucht. Will er gleich wieder mit mir hin? Was habe ich nur für einen Traummann!

Er: Es war der Hammer! Mit meiner Liebsten durch die «Serenissima» zu streifen, wie Venedig auch genannt wird, zu staunen und zu lachen, zu schlemmen und zu lieben – einfach grandios! Ich amüsierte mich über ihren Eifer, sofort eine Cafébar zu finden, die sie zu unserem Stammlokal machen konnte. Sie schwärmte dann von Gino und den andern Kellnern, die uns am zweiten Tag bereits mit «salve» begrüssten und wussten, dass Schreiber ihren Cappuccino ohne Zucker trinkt. Wundervolle Tage – und ich verliebte mich wieder einmal komplett in Schreiber, eine strahlende Frau, sozusagen meine persönliche Serenissima, zu Deutsch: Allerheiterste! 

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Ich will noch mal an die Biennale. Aber allein.»

Allerdings, und das war für mich etwas überraschend, habe ich mich in Venedig zudem nicht nur wieder ins Leben, sondern noch in etwas Neues verliebt: in die Kunst. Und dies derart heftig, dass ich jetzt im Internet einen Flug nach Venedig suche, der mich noch einmal an die Biennale bringt, bevor diese ihre Tore für zwei Jahre schliesst. Ich plane allein, denn so wie ich Schreiber kenne, wird sie erstens nicht sofort wieder hin wollen. Und zweitens finde ich es sehr schön, mit meiner neuen Liebe zwei, drei Tage allein sein zu dürfen. 

 (Coopzeitung Nr. 46/2015) 

Mehr zu den Kolumnisten unter: www.schreiber-schneider.ch

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Sybil Schreiber, Steven Schneider

Kolumnisten

Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 09.11.2015, 13:44 Uhr

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