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Sabines Garten: Lebendiger grüner Teppich

Sabine Reber nimmt es mit dem Rasen nicht so genau, Hauptsache, er ist grün. Und wo er das nach dem Sommer nun nicht mehr ist, wird jetzt ausgebessert.

Eigentlich hätte ich das Schwimmbecken von Anfang an auf dem mit Betonplatten befestigten Vorplatz aufstellen sollen – und den Sonnenschirm gleich daneben. Aber leider ist mir das erst in den Sinn gekommen, als der Rasen unter dem Becken schon längst braun geworden war. Also heisst es nun ausbessern. Überhaupt gibt es einiges auszubessern an meinem Rasen, so man die grüne Fläche hinter unserem Häuschen überhaupt noch als solchen bezeichnen darf. Ich verwende ja keine Chemie in meinem Garten. Und mit Moos und Beikräutern im Rasen habe ich kein Problem. Insbesondere der Löwenzahn und Gänseblümchen sind bei mir willkommen. Die Blüten sehen ja hübsch aus, und meine Tochter macht gern Sträusschen und Ketten damit. Und vor allem brauche ich die jungen Blätter im Frühling für Salate. Gänseblümchen schmecken angenehm erfrischend und sind vitaminreich. Warum sollte ich mir also zusätzlichen Stress machen mit Jäten, lieber freue ich mich über das, was von alleine kommt.

Und den Löwenzahn, also den brauche ich den ganzen Sommer über für die Hühner. Vor allem muss man einen halbwilden Rasen viel weniger oft mähen, und gewässert wird er bei mir auch nicht. Allzu viel Ordnung ist sowieso ungesund, nicht wahr? Trotzdem muss ich nun im September ein bisschen ausbessern. Denn braune Löcher sind natürlich kein schöner Anblick, und es dauert ja noch einige Monate, bis der Schnee sie dann verbirgt. Also mache ich mich nun doch lieber an die Arbeit. Nebst dem Schwimmbecken und dem Sonnenschirm haben vor allem auch die jungen Hühner im Gras einige Verwüstung angerichtet. Ich verstelle ihr Gehege alle zwei Wochen, weil sie in der Zeit jeden einzelnen Grashalm aus der Erde gescharrt und gefressen haben. Immerhin düngen sie nebenbei auch den Boden. Und mir ist es sowieso wichtiger, dass die Hühner zufrieden und glücklich sind. Den Rasen kann man ja leicht nachsäen. Das macht man am besten im September, wenn der Boden etwas feuchter ist und die Tage nicht mehr so heiss sind. Kleine Löcher lassen sich mit Nachsaatrasen in der handlichen Streudose neu ansäen. Für grössere Flächen braucht man dann eine ganze Schachtel Rasensamen. Die genaue Anleitung steht auf der Verpackung.

Der Traum vom perfekten Rasen. Natürlich ist so ein perfekter englischer Rasen ein schöner Anblick, vor allem, wenn ringsherum noch üppige Staudenbeete blühen. Auf einer grossen Fläche ist das aber mit erheblichem Arbeitsaufwand verbunden. Meinerseits mag ich aber ein kleines Plätzchen mit richtig schönem Rasen. Diesen Frühling habe ich in Twann ein paar Quadratmeter Rollrasen verlegt. Obwohl das natürlich im Widerspruch zu meinen wilden Gartenträume steht, bin ich ein Fan von Rollrasen. So ein kleines, geschlecktes Plätzchen hat eben auch etwas Wunderbares, ich verstehe es als augenzwinkerndes Zitat. Und vor allem macht Rollrasen verlegen wirklich Spass! Bei kaum einer anderen Gartenarbeit hat man so rasch ein Erfolgserlebnis. Zwar ist es etwas mühsam, den alten Rasen und das Unkraut zu entfernen und eine feinkrümelige, ebene Fläche zu erreichen. Aber dann geht es ruckzuck. Der Rasen wird in Rollen angeliefert, die grad so schwer sind, dass man sie zu zweit noch tragen kann. Sie werden bahnweise verlegt. Die Fugen stosse ich mit Druck aneinander und schneide Überstände mit einem scharfen Messer ab. Für grössere Flächen kann eine Walze gemietet werden, bei einem kleinen Plätzchen reicht ein Brett zum Festdrücken. Wichtig ist, dass die Wurzeln guten Bodenkontakt haben. Danach wird gründlich gewässert.

Es dauert zwei bis drei Wochen, bis der Rollrasen richtig angewachsen ist. In dieser Zeit sollte man ihn keinesfalls austrocknen lassen und ihn auch noch etwas schonen. Er darf aber schon betreten werden. Und vor allem können Katzen und Hunde oder Vögel ihn nicht gleich wieder kaputt machen. Bei Rasensaaten hingegen muss man diesbezüglich aufpassen und ein Netz spannen, bis die Saat aufgegangen ist. Da Rasen eine Monokultur ist, muss er gedüngt werden. Denn die Graswurzeln ziehen ja alle dieselben Nährstoffe aus dem Boden, und da immer wieder gemäht wird, muss auch etwas zurückgegeben werden. Idealerweise wird drei- bis viermal im Jahr gedüngt. Zum Glück sind heute auch biologische Produkte erhältlich. Rasenschnitt kompostieren ist übrigens so eine Sache. Zu viel Gras auf einem Haufen fault nämlich leicht. Man kann zerkleinerte Zweige und anderes Material daruntermischen, aber meist hat man dafür zu viel Gras. Ich brauche den Rasenschnitt jeweils zum Mulchen der Beete. Insbesondere flach wurzelnde Pflanzen wie zum Beispiel Himbeeren oder Johannisbeersträucher sind dankbar dafür, weil sie so weniger rasch austrocknen. Auch die Kohlgewächse und andere grössere Gemüse schätzen eine nicht zu dicke Mulchschicht aus Rasenschnitt.

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Für den September

  • Rasen säen und ausbessern.
  • Zwiebelblumen verwildern lassen im Rasen. Besonders gut eignen sich Krokusse und Narzissen, insbesondere die Dichternarzissen (Narcissus poeticus).
  • Blumenzwiebeln für Beete und Gefässe besorgen. Die grössten Sorten wie Kaiserkronen und Hyazinthen zuerst pflanzen, die kleinsten wie Wildtulpen und Krokusse zuletzt. Die Pflanztiefe ist immer zweimal die Grösse der Zwiebel.
  • Zweijährige Frühlingsblumen säen oder Jungpflanzen von Stiefmütterchen, Vergissmein-nicht und Hornveilchen pflanzen.
  • Hecken und Beerenobst schneiden.
  • Neue Beetstauden pflanzen.
  • Nicht mehr düngen! Sonst bilden die Pflanzen zu viel Grün und sind dann weniger winterhart.
  • Überlegen, wo die Kübelpflanzen überwintert werden können, und falls nötig ein frostfreies Winterquartier einrichten.
  • Clematis pflanzen.
  • Wurzelnackte Rosen bestellen für die Pflanzung im November.
  • Immergrüne Laub- und Nadelge-hölze pflanzen und schneiden.
  • Hecken pflanzen. Wenn möglich einheimische Sorten wählen.
  • Auf abgeernteten Gemüsebee-ten Gründünger säen.
  • Balkonkästen für den Herbst zurechtmachen. Gräser, Chrysanthemen, Efeu, Erikas und Dekokürbisse passen und halten bis in den Winter hinein.
  • Kürbisse ernten, sobald sie reif sind.
  • Samen von alten Tomatensorten trocknen und aufbewahren für den nächsten Frühling.
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Sabine Reber

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Foto:
Stöh Grünig
Veröffentlicht:
Montag 03.09.2012, 09:47 Uhr

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