Lebensmittelspenden für Bedürftige

Muss Coop Lebensmittel aus dem Regal nehmen, überlässt sie sie sozialen Institutionen. Etwa der «Schweizer Tafel».

Mit geübtem Blick und flinken Fingern arbeitet sich Leyla Gali (19) durch die Verkaufsregale des Coop Freidorf in Muttenz BL. Sie ist auf der Suche nach abgelaufenen Lebensmitteln. «Solche müssen wir aus dem Regal nehmen», sagt die Lehrtochter im zweiten Lehrjahr: Aufschnitt, Toast, Chips, Jogurt, Teigwaren und Gemüse. «Natürlich ist es unser Ziel, dass möglichst wenig Lebensmittelreste anfallen», sagt Bruno Cabernard von der Coop-Nachhaltigkeitsabteilung, «doch ganz vermeiden lassen sie sich nie.» Solche Produkte spendet Coop dann wohltätigen Organisationen wie «Tischlein deck dich» oder der «Schweizer Tafel», mit denen sie seit 2005 partnerschaftlich verbunden ist. Denn auch über das Datum auf der Verpackung hinaus sind die Produkte noch eine Weile  halt- und geniessbar. Neben den Lebensmittelspenden unterstützt Coop die beiden Institutionen zudem mit jährlich je 175 000 Franken.

Gewusst, wer was braucht

Am nächsten Morgen kurz vor acht Uhr fährt das Kühlfahrzeug der «Schweizer Tafel» beim Coop in Muttenz vor. Chauffeur Kurt Grunauer (68) ist seit sechs Jahren ehrenamtlich für die Organisation unterwegs, die rund 500 Institutionen mit Lebensmittelspenden beliefert. Mit einem Zivildienstleistenden fährt der ehemalige Sekundarschullehrer die Filialen in und um Basel ab. Er weiss genau, welche der von ihm bedienten Institutionen welche Lebensmittel benötigen. «Im Männerheim in Basel etwa wird gekocht: Dort nimmt man gerne Gemüse, Fleisch und Teigwaren. Der Beratungsstelle für Asylsuchende bringe ich Nahrungsmittel zum Direktverzehr, gefragt sind Früchte, Brote, Jogurt und Süssigkeiten, ebenso bei den Institutionen für Drogenabhängige.» Mit diesem Wissen sortiert Grunauer die Lebensmittelspenden von Coop gleich vor Ort und bringt sie auf direktem Weg zu einem Abnehmer in der Nähe. So vermeidet er Umwege. Mit seinem Engagement möchte er der Gesellschaft etwas zurückgeben, dankbar, dass er auf der Sonnenseite des Lebens steht. Seit der Pensionierung hat er dafür Zeit.

Schwankendes Angebot

Das Lebensmittelangebot der Spender ist nicht immer gleich gross. «Wenn es weniger Ware hat, handeln wir nach einer Prioritätenliste», sagt Sonja Grässlin, die die Einsätze der Schweizer Tafel in der Region Basel koordiniert. «Notfalls beliefern wir nur die besonders bedürftigen Institutionen.» Die Warenspenden sind auch wetter- oder saisonabhängig. «Wenn es im Sommer regnet, haben wir beispielsweise mehr Wassermelonen zu verteilen», sagt Grässlin. Und  nach Weihnachten oder Ostern werden Produkte mit Sujetverpackung kaum mehr gekauft; dann landen vermehrt Schokolade-Kläuse oder -Hasen in den Kisten zum Abholen. Darüber freuen sich dann die Abnehmer der Schweizer Tafel. lLeyla Gali und Kurt Grunauer beladen beim Coop Freidorf in Muttenz den Kleintransporter der Schweizer Tafel.

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Annina Striebel

Redaktorin

Foto:
Stefan Bohrer
Styling:
Grafik: Niki von Almen
Veröffentlicht:
Montag 01.02.2016, 17:01 Uhr

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