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Leisetreter: Ein Kleiner wie kein anderer

Gegen den Trend ist der neue Swift kürzer – der Platz aber geschickt genutzt.

Gefahren von Andreas Faust, Autojournalist

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Die Autoindustrie tickt elektrisch. Wenn man derzeit mit europäischen Ingenieuren spricht, dann sind es vor allem Plug-in-Hybride zum Nachladen an der Steckdose und rein batterieelektrische Fahrzeuge, in denen sie die Zukunft sehen. Konventionelle Hybridmodelle mit kombiniertem Benzin- und Elektroantrieb? Spielen keine Rolle. Und wenn sie ehrlich wären, müssten die meisten europäischen Hersteller zugeben: Sie haben sie auch nie wirklich interessiert. Deshalb konnte sich Toyota in den letzten 20 Jahren mit Hybridmodellen ungestört eine Fangemeinde aufbauen.

Jetzt freut sich auch das Auge

Von diesem zeitlichen Vorsprung zehrt der japanische Autobauer nun, weil er den Antrieb mit geringen Modifikationen in den meisten Modellen anbieten kann – und das zu Preisen, die oft unter denen vergleichbarer Wagen mit dem umstrittenen Dieselmotor liegen. Im Kleinwagen-Segment ist der Yaris gar der einzige Hybrid. In diesem Jahr wurde der seit 2010 erhältliche Fünfplätzer schon zum zweiten Mal überarbeitet. Geänderte Scheinwerfer und Retuschen an Front und Heck mögen Detailarbeit sein, aber in meinen Augen sieht er erst jetzt wirklich stimmig aus. Weil er eher hochformatig konzipiert ist und man auch recht hoch sitzt, überzeugen Platzverhältnisse und Sitzkomfort.

Manches Toyota-Interieur wirkte früher ja etwas chaotisch, aber im Yaris haben die Designer Geschmack walten lassen; alles scheint wie aus einem Guss. Weil die Fahrbatterie unter dem Rücksitz verbaut wird, bleibt der Kofferraum mit 286 bis 768 Litern so gross wie im konventionellen Yaris. Ins Cockpit wurden zahlreiche neue Funktionen integriert, weshalb man wohl nicht jede Taste so platzieren konnte, dass man sie intuitiv findet, wie zum Beispiel jene für den Fernlichtassistenten oder den EV-Knopf. EV steht für den elektrischen Modus. Ein wenig stromern kann der Yaris schon, aber meist reicht es nur zum Parkieren oder für wenige Hundert Meter, wenn ich das Pedal sehr sensibel trete.

Die Mischung machts

Aber nicht elektrisches Fahren macht die Spritersparnis aus, sondern das Zusammenspiel mit dem Benziner: Dem hilft der Elektromotor auf die Sprünge, damit er nicht mit zu hohen und verbrauchsträchtigen Drehzahlen läuft; und beim Bremsen rekuperiert er als Generator geschaltet und speist Energie in die Batterie zurück. Das heisst: Nicht die Batterie leerfahren im EV-Modus, sondern der Elektronik überlassen, wann sie welchen Motor einsetzt.

Manchmal konnte ich beim Beschleunigen hohe Drehzahlen einfach nicht vermeiden. Dann wurde der Yaris ziemlich laut und ich nahm flugs wieder den Fuss vom Pedal. Sparsam fahren heisst: leise fahren.

Zusammenfassung

Platzangebot ★★
Komfort ★★★★
Kosten/Nutzen ★★

Motor und Antrieb

  • Benzinmotor: 4-Zylinder, 1,5 Liter, 55 kW/74 PS
  • Elektromotor: 45 kW/61 PS
  • Systemleistung 74 kW/100 P
  • stufenloses Automatikgetriebe, Frontantrieb

Verbrauch und CO2

  • 3,3 l/100 km, 82 g/km CO₂

  • Euro 6, Energieetikette A

Preis

ab 23 550 Franken

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zVg
Veröffentlicht:
Montag 23.10.2017, 10:00 Uhr

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