Andrea Jansen, mobile Moderatorin

Love and Peace

Ich war stolzer Hippie, als ich mit 13 im Schulmusical «Hair» aus voller Überzeugung «Ain’t Got No» sang, mit Blumen im Haar und in Schlaghosen.

Damals wie heute hatte ich mehr, als ich mir wünschen kann, und teilen lernt man als Einzelkind spät. Trotzdem: Alle gemeinsam, miteinander – Love, Peace und Blüemli halt – war für mich als Teenager ein erstrebenswertes Ideal. Jetzt, 25 Jahre später, kam die erste Erfahrung in einer Kommune: Ferien in Portugal, ein grosses Haus, drei Familien. Zusammen einkaufen, kochen, putzen.

Wer gerade Zeit hatte, kümmerte sich um die Handvoll Kinder. Die fanden das grandios, auch wenn sie leider zuweilen das Kommunen-Prinzip gewaltfreier Kommunikation vergassen. Der Hierarchieverzicht liess sich ebenfalls nicht umsetzen: Die acht Nachkömmlinge waren in der Überzahl und führten ein straffes Bottom-up-Regime. Umso mehr genossen wir den kurzen Frieden, wenn sie im Bett lagen – auch wenn es uns spätestens um 22 Uhr ebenfalls dorthin verschlug.

Nein, wir fühlten uns nicht wie Alt-68er – eher wie alte 68. Und trotz ganz viel «Love» für unsere ganze Ferienkommune singe ich heute wieder «Ain’t Got No». No Nerves. No Peace.

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Text:
Andrea Jansen
Foto:
ZVG
Veröffentlicht:
Montag 06.11.2017, 09:33 Uhr

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