Luftnummer: Mazda MX-5

Mit der vierten Generation seines Roadster-Klassikers kehrt Mazda die Gewichtsspirale.

Keine Ahnung, wie Don zu seinem Spitznamen kam. Doch er passte zu ihm, irgendwie. Jeden Morgen trudelten wir zusammen zum Zivildienst ein. Wir, die frisch Maturierten, auf dem Velo. Er in seinem Mazda MX-5 – feuerrot, flammneu. Aussergewöhnlich stilvoll und zu jener Zeit, anfangs der 1990er-Jahre, das Schärfste, das sich in einem Händlerschauraum finden liess. Don konnte es sich leisten, als Polsterer mit eigenem Betrieb.

 
Mazda MX-5 Challenge
Motor und Antrieb
  • 4-Zylinder-Benziner
  • 1,5 Liter, 96 kW/131 PS
  • manuelles 6-Gang-Getriebe, Heckantrieb

Verbrauch und CO2

  • 6,0 l/100 km
  • 139 g/km CO2 Euro 6
  • Energieetikette E

Platzangebot

  • Komfort
  • Kosten/Nutzen
Preis
  • ab 23 900 Franken


 

Die grosse Zeit der kleinen Roadster mit knappem Stoffverdeck war eigentlich schon längst vorbei, als 1989 der Mazda MX-5 auf den Markt kam. Doch dieser Zweisitzer mit Klappscheinwerfern und britisch-spartanischer Anmutung, entstanden aus einer Laune des damaligen Mazda-CEOs, wurde zum Bestseller. Setzte in den Generationen zwei und drei aber auch ein wenig Speck an mit mehr Komfort und einer massiveren, grösseren Karosserie.

Schlankheitskur

Die vierte Generation geht nun wieder zurück zu den Anfängen, mit knapperen Abmessungen und einem Leergewicht von leicht über einer Tonne. Als Mazdas Ingenieure erste Entwurfszeichnungen sahen, müssen sie recht verzweifelt dreingeschaut haben: Wie sollten sie unter dieser atemberaubend schlanken Aussenhülle bloss die ganze Technik unterbringen? Von der bietet der Zweisitzer darum nur so viel wie eben nötig: extra leichtes Fahrwerk und versteifte Karosserie mit optimaler Gewichtsverteilung. Und ein Stoffverdeck, das sich mit lässigem Schwung vom Sitz aus einfach nach hinten werfen lässt. Ist das Dach offen, fällt übrigens auch der Einstieg leichter. Zum Interieur passt die Floskel «wie massgeschneidert»: kein Zentimeter Luft zu viel um die Passagiere herum, aber bequeme und für ein sportliches Fahrgefühl sehr tief montierte Sitze.

Fahrvergnügen

Dank reduziertem Gewicht genügen vergleichsweise wenige Pferdestärken für ein agiles Fahrverhalten. Mazda liefert zwei klassische Benziner mit 131 oder 160 PS, ohne trendige Turboaufladung, aber mit innovativen Details für optimale Leistungsausbeute und höhere Effizienz. Weil die hinteren Räder angetrieben werden, wedelt der Zweisitzer ausgesprochen leichtfüssig die Berge hinauf. Natürlich passt der MX-5 mit seinem knappen Kofferraum allenfalls Singles als Erstauto. Aber sein Quotient aus Fahrvergnügen pro Franken ist derzeit ziemlich unschlagbar. Und Don? Der hatte seinen Roadster 15 Monate später eingetauscht gegen ein voll verspoilertes Sportcoupé mit peinlichen weissen Felgen. Von da an nannten wir ihn nur noch Volkhard.

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Text:
Andreas Faust
Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Montag 05.10.2015, 13:47 Uhr

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