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Raumfahrzeug: Wollen Paolo und Muriel mit ihren drei Buben im Auto verreisen, brauchen sie viel Platz. Sehr viel Platz.


Praktisch: Schiebetüren und Heckklappe.

Eigene Lautsprecher und Anschlüsse für MP3-Player sind bei den Kids beliebt.

Mach Platz! Mehr Auto fürs Geld

Die Familie wächst - Da braucht sie im Auto mehr Platz. Doch wie sieht das ideale Familienauto aus? Was muss es können? Eine Frage, die aktuell auch am Auto-Salon in Genf häufig gestellt wird.

Ein Wochenendbesuch bei den Schwiegereltern ist ohnehin keine einfache Sache. Doch wenn erst einmal der Nachwuchs da ist, wird schon die Vorbereitung zur Generalstabsübung: Im Kofferraum müssen neben dem eigentlichen Reisegepäck nun auch eine Extra-Tasche für den kleinen Passagier mit Windeln, Wickelausrüstung und Babynahrung für unterwegs sowie der Kinderwagen untergebracht werden. Sind dann die Kinderschale auf der Rückbank und der Sonnenschutz an den hinteren Seitenscheiben montiert sowie etwas zu trinken, das Lieblingskuscheltier und ein paar Spielsachen – am besten leicht, abwaschbar und ohne Verletzungsrisiko – griffbereit untergebracht, kann es schon losgehen …

Andere Prioritäten

Diese Erfahrung machten auch Paolo Basso Ricci (35) und seine Frau Muriel (33). Als sich das inzwischen acht Monate alte Nesthäkchen Alessio ankündigte, machte sich das Architektenpaar aus Fribourg zusammen mit den beiden grösseren Buben Nicolò (5 ½) und Mattia (3 ½) auf die Suche nach ihrem Traum-Familienauto. Dazu erstellte die Familie zunächst eine Prioritätenliste: Der Preis fand sich – nicht verwunderlich – ganz oben wieder. Ebenso wie die gewünschte Energieeffizienzklasse. «Wichtig war uns auch, dass unser Familienauto nicht wie ein Transporter aussieht!», sagt Paolo Basso Ricci schmunzelnd. Ein weiterer Punkt: Die Rückbank sollte Platz für drei Kindersitze bieten, damit der Kofferraum ausschliesslich als Stauraum genutzt werden kann. «Wenn man mit drei Kindern unterwegs ist, wird es eng.

Schliesslich muss man Kinderwagen und Einkaufstaschen irgendwie unterbringen», erklärt seine Frau Muriel. «Geht es in die Ferien, kommen noch Ski und Skischuhe hinzu. Ausserdem besuchen wir häufig unsere Verwandten in der Nähe von Mailand und haben dann immer mehrere Koffer dabei». Darüber hinaus nutzt das Architektenpaar den Wagen auch beruflich, um zu den Baustellen zu fahren.

Ein Auto für Familien muss also vor allem Platz bieten, für die Passagiere ebenso wie fürs Gepäck. An Staufächern und Ablagen im Fond haben auch die grösseren Kids Freude, ein gekühltes Fach hält Getränke und Zwischenverpflegung frisch. Die Verkäufer in den Autohäusern kennen die Wünsche der grossen und kleinen Kunden gut: «Für Familien mit mehr als zwei Kindern ist es wichtig, dass auch der mittlere Platz in der zweiten Reihe die volle Breite und Befestigungsmöglichkeiten für einen Kindersitz bietet», betont Igor Trutic Kepic. Der 30-jährige Verkäufer bei der Amag Autowelt Zürich empfiehlt als Familienauto daher einen geräumigen Van mit praktischen Schiebetüren wie den VW Sharan, dessen neuste Modellgeneration gerade als Weltpremiere am Genfer Auto-Salon zu sehen ist, oder bei kleinerem Budget einen Kombi.

Wer sucht, wird fündig

Die Familie Basso Ricci machte sich also auf die Suche nach einem 7-Plätzer. Eine Internet-Seite erleichterte die Wahl: «Wir sahen in Videos, wie man bei diversen Modellen die Sitze anordnen kann, die Extras und vieles mehr», erzählt Muriel. Ein wichtiges Kriterium für sie und ihre Familie: Die beiden Sitze ganz hinten in der dritten Sitzreihe sollten auch für Erwachsene genügend Komfort bieten und keine Plätze zweiter Klasse sein. Das schränkte die Auswahl weiter ein, und bald gab es einen Favoriten. Dann machte die Familie einige Testfahrten. «Wir sassen abwechselnd am Steuer, und der andere sass jeweils hinten, um auch dort den Komfort zu testen», erklärt Paolo. «Dann kauften wir vor einem Jahr als Occasion für 25 000 Franken einen sechs Monate alten Ford Grand C-Max mit 20 000 Kilometern», so der Familienvater. «Derzeit haben wir aber nur wenig Platz im Kofferraum, weil die beiden Grossen immer ganz hinten sitzen wollen.»

Bei der Auswahl des Familienautos darf die Jungmannschaft heute in der Regel mitreden, erzählt Daniel Schaller (45), Verkaufsdirektor der Hutter Gruppe mit mehreren Autohäusern im Raum Winterthur. Kinder finden alles cool, was einen Bildschirm hat. Doch wichtiger als digitale Gadgets ist den meisten Eltern eine erhöhte Sitzposition der hinteren Passagiere: «DChind sölled chöne use- luegä», zitiert Schaller einen Kunden.

Die beiden Buben der Familie Basso Ricci haben besondere Freude an den Schiebetüren des neuen Familienautos: «Das Einsteigen macht ihnen richtig Spass – und für uns ist es praktisch: Wenn beim Einkaufen ein anderes Auto dicht neben unserem parkt, kann beim Öffnen der Türen nichts passieren», so Mutter Muriel. Noch lustiger ist es, wenn es durch die Heckklappe ins Auto geht: «Wir klettern wie ein Hund in den Kofferraum!», juchzen Nicolò und Mattia. So kommen sie direkt auf die hintersten Sitze. Zu ihren Füssen unterhalb der Schiebetür haben sie «eigene» Lautsprecher – ein weiteres grosses Plus für die Jungs, denn beide lieben Musik. «Aber laut!», fordert Nicolò.

«

Wenn man mit drei Kindern unterwegs ist, wird es eng.»

Muriel Basso Ricci, Architektin und Mutter

Für alle drei Kindersitze nebeneinander reicht der Platz in der zweiten Reihe nur knapp. Darum sitzen die grossen Jungs am Liebsten ganz hinten.

Für alle drei Kindersitze nebeneinander reicht der Platz in der zweiten Reihe nur knapp. Darum sitzen die grossen Jungs am Liebsten ganz hinten.
Für alle drei Kindersitze nebeneinander reicht der Platz in der zweiten Reihe nur knapp. Darum sitzen die grossen Jungs am Liebsten ganz hinten.

Sicher und umweltschonend

So wird schon der Autokauf zu einem Erlebnis für die ganze Familie. Die Kinder sind fast immer mit dabei und dürfen etwa bei der Farbwahl mitbestimmen – Prospekte brauche es dafür kaum noch, sagt Daniel Schwaller. Der Mann mit 21 Jahren Verkaufserfahrung berät inzwischen schon die erwachsenen Kinder seiner ersten Kunden: «Die jungen Familien kommen heute sehr gut informiert zu uns. Im Internet haben sie Testberichte gegoogelt oder auf der Markenseite das Wunschfahrzeug mit allen Optionen fertig konfiguriert». Grossen Wert legen junge Familien auch auf eine optimale Sicherheitsausstattung und Bestnoten beim Euro-NCAP-Test. «Und das schon bei den Basismodellen», betont Schwaller. 

Niedriger Verbrauch und geringe Schadstoffemissionen sind für junge Familien ebenso wichtige Kriterien – schliesslich schont das Umwelt und Portemonnaie zugleich. Auch Paolo Basso Ricci freut sich daher, dass der neue Familienwagen mit einer Start-Stopp-Automatik ausgerüstet ist: Um Treibstoff zu sparen, schaltet der Motor ab, wenn man zum Beispiel an einer roten Ampel anhält. «Sobald ich einen Gang einlege, springt der Motor wieder an», erklärt Paolo. «Klimaschutz ist für uns ein wichtiges Thema. Deshalb haben wir uns auch für ein Fahrzeug der Energieeffizienzklasse A entschieden.»

Die wichtigsten Kriterien: So ist ein Familienauto

  • Platz (Sitze, Gepäck)
  • Preis (Anschaffung, Unterhalt)
  • Pflegeleichtigkeit (Sitzbezüge, Oberflächen)
  • Sicherheit (Euro NCAP Crashtest, Kindersitzbefestigung, Tür- und Fensterverriegelung)
  • Stauraum (Ablagen, Flaschenhalter, temperierte Fächer)
  • Sicht nach draussen für die Kinder (Sitzhöhe, Glasdach)
  • Sicht nach hinten für Fahrer/Beifahrer (Zusatzspiegel)
  • Entertainment (Lautsprecher im Fond, USB-Anschluss, DVD)

Gestiegene Ansprüche: 40 Jahre Golf

Von der ersten Generation 1974 (3,70 m) bis zum aktuellen Golf VII (4,25 m) ist das meistverkaufte Auto der Schweiz in der Länge um mehr als einen halben Meter gewachsen.

«Die Frauen haben immer das letzte Wort!»

Der französische Stardesigner Alexandre Malval.

Der französische Stardesigner Alexandre Malval.
Der französische Stardesigner Alexandre Malval.

Alexandre Malval (45) verantwortet seit 2012 die Linienführung bei Citroën. Er weiss, worauf es beim Familienauto ankommt.

Gibt es überhaupt den Typ «Familienauto» oder ist das nur eine Marketing-Erfindung?
Nein, Familienautos stehen klar im Mittelpunkt, sie machen 90 Prozent unserer Arbeit aus. Man kann kein Auto entwerfen, ohne dabei an die Bedürfnisse von Familien zu denken. Der Vormarsch der Vans und die Beliebtheit von Kombis sprechen für sich.

Von der Skizze …

Von der Skizze …
Von der Skizze …

Und worin liegt die spezielle Herausforderung fürs Design?
Diese Entwürfe unterliegen stärkeren Einschränkungen. Familienautos müssen ein grosszügiges Platzangebot im Innenraum sowie einen grös-
seren Kofferraum bieten als andere Autos. Demzufolge müssen sie auch länger sein.

Ist das Familienauto eher weiblich oder männlich?
Beides. Es muss schliesslich der ganzen Familie gefallen, die Kinder eingeschlossen. Die Frauen sehen beim Kauf besonders genau hin. Zudem haben sie meist das letzte Wort! Sie achten in erster Linie auf praktische Aspekte wie Ablagemöglichkeiten und Grösse des Kofferraums, die Männer hingegen mehr auf die äussere Erscheinung.

… über den Prototyp …

… über den Prototyp …
… über den Prototyp …

Fragen Sie auch Kinder nach ihrer Meinung?
Nein, auch wenn die Idee gar nicht so schlecht wäre. Aber die Eltern kennen die Ansichten ihrer Sprösslinge recht gut und wissen genau, was die Kinder erwarten.

Welche Besonderheiten sollte ein Familienauto mitbringen?
Ein Van muss vor allem einen grossen Kofferraum bieten, flexible Sitzplätze, Staumöglichkeiten und Komfort für die Passagiere. Die Optik der Karosserie muss natürlich auch stimmen. Beim Kombi sind die «Wohnlichkeit» im Innenraum und ein grosser Kofferraum wichtig, wobei auch hier die Ästhetik eine zentrale Rolle spielt.

… bis zum fertigen Auto: Der Citroën C4 Picasso.

… bis zum fertigen Auto: Der Citroën C4 Picasso.
… bis zum fertigen Auto: Der Citroën C4 Picasso.

Familienautos sollen vor allem viel Platz bieten. Wie erreichen Sie das?
In erster Linie arbeiten wir mit der Höhe. Heute bauen wir Autos mit 1,65 m Höhe – 20 Zentimeter mehr als bei älteren Modellen. Eine weit nach vorne gezogene Frontscheibe sorgt für zusätzlichen Platz und vermittelt ein grosszügigeres Raumgefühl.

Wie werden die Familienautos in zwanzig Jahren aussehen?
Es wird sie auch dann noch geben. Aber mit welcher Antriebstechnologie? Die Motoren werden dann vielleicht an einer anderen Stelle sein. Die Formensprache wird sich tief greifend verändern – hin zu immer mehr Aerodynamik. Die grösste Herausforderung sind heute die Ökologie und der CO2-Ausstoss – der muss weiter reduziert werden. Eine spannende Aufgabe für die Autodesigner!

Neuheitenparade

Mit Detroit, Tokio, Paris und Frankfurt zählt Genf zu den Top 5 der internationalen Automobil-Messen: Mehr als 200 Aussteller, darunter alle grossen Marken, präsentieren dort gegen 900 Modelle, viele davon als Weltpremieren. Alltagsautos sind ebenso zu sehen wie edle Sportwagen und Luxuskarossen, weit ausserhalb der Reichweite des durchschnittlichen Besuchers – 700 000 werden in den 10 Tagen erwartet.

  • Dauer: 5. bis 15. März 2015 
  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag von 9 bis 19 Uhr. 
  • Eintrittspreise: Erwachsene 16 Franken, Kinder von 6 bis 16, AHV- und IV-Bezüger 9 Franken. Wer die Tickets erst vor Ort kauft, kommt ab 16 Uhr mit 50 Prozent Ermässigung in die Messehallen.
  • Reisevorbereitung: Hallenplan, Ausstellerliste und Infos zu den diversen Sonderschauen im Internet unter www.salon-auto.ch 
  • Anreise: Wer Stau und Stress bei der Parkplatzsuche vermeiden möchte, fährt mit dem Zug: Täglich fahren Extrazüge zum und vom Bahnhof Genf-Flughafen, und von dort sind es nur drei Minuten zu Fuss bis zum Eingang bei Halle 7. Besonders günstig sind die SBB-Rail-Away-Kombis, bei denen Fahrt (–10 Prozent) und Eintritt (–30 Prozent) vergünstigt sind. Infos unter: www.sbb.ch/autosalon
  • Alfa Romeo zeigt den 4C Spider zum ersten Mal in Europa.
  • Bei Audi ist  unter anderem erstmals der neue R8 zu sehen.
  • BMW hat den 6er als Europa-, den 1er (Bild) als Weltpremiere.
  • Citroën feiert in Genf die Welturaufführung des neuen Berlingo.
  • Der Flügeltüren-Ford GT hat seinen ersten Auftritt in Europa.
  • Hyundai präsentiert zum ersten Mal den neuen SUV Tucson.
  • Kia kommt mit dem Facelift des Picanto und einem Concept Car.
  • Mazda bringt erstmals den neuen CX-3 auf die europäische Bühne.
  • Als Weltneuheit zeigt Opel unter anderem den Kleinwagen Karl.
  • Bei Porsche geht unter anderem der Cayman GT4 an den Start.
  • Als Weltpremiere präsentiert Renault in Genf den Kadjar.
  • Bei Skoda ist erstmals die neue Superb-Generation zu sehen.
  • SsangYong stellt den Tivoli in Genf als Weltneuheit vor.
  • Toyota bringt den Avensis (Bild) und den Auris als Weltneuheit.
  • Bei VW hat der neue Touran seinen ersten internationalen Auftritt.
 

Mit diesen Produkten wird Autofahren noch schöner und bequemer – auf der Ferienreise ebenso wie im Alltag.

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Im Crashtest bewährt: Die neue Kühlbox Ezetil E 26 Eco Cool SSBF lässt sich mit dem Sicherheitsgurt fixieren. Ab Mitte März bei Fust.

 
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Der Spannungswandler Si 150 von AEG hat neben einer Steckdose mit 230 Volt Wechselspannung einen USB-Anschluss zum Laden von Handy, Laptop, MP3-Player etc., zu kaufen bei Bau + Hobby

 
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Martin Winkel

Redaktor

Text:
Didier Walzer
Foto:
Charly Rappo / Arkive.ch
Veröffentlicht:
Montag 02.03.2015, 11:52 Uhr

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