Coop im neuen Kleid

Seit Kochen ein Lifestyle-Hobby ist, hat das Einkaufen einen neuen Stellenwert: Frisch, saisonal, am liebsten direkt vom Markt sollen die Zutaten sein. Danach richten sich die neuen Coop-Läden aus.

Natürlich ist es nicht ihr eigenes Geschäft. Ganimete Osmani (32) ist Geschäftsführerin, nicht Eigentümerin des neuen Coop in Zumikon ZH. Aber sie ist stolz, diesen Supermarkt zu leiten. Denn ab Mittwoch, 14. Dezember, trägt die Verkaufsstelle ein gänzlich neues Kleid. «Wir empfangen die Menschen wie auf einem Markt», erklärt Osmani. Viel Holz, warmes Licht, stimmungsvolle Dekorationen und viele weitere Details machen das Einkaufen für die Kundinnen und Kunden noch angenehmer. «Wir wollen, dass sich die Kundschaft wohlfühlt und gerne bei uns einkauft.»

 

EINIGE DER WICHTIGSTEN NEUERUNGEN AUF EINEN BLICK

  • Marktstimmung mit viel Holz und Backsteinmauern, warme Beleuchtung
  • die Käsetheke ist neu gestaltet als Chäs Hüsli
  • die bediente Fleischtheke fällt durch die Kachelwand auf 
  • die Kühlschränke sind nur noch circa 2 Meter hoch (statt 2,20 Meter)
  • Fleisch/Charcuterie: geschlossene Kühlschränke für effizientere Kühlung
  • elektronische Regaletiketten 
  • Pick-up-Zone zur Abholung von online bestellten Waren
  • Kassen: Selbstbedienungskassen, Kasse 1 behindertengerecht
  • Beleuchtung: 100 Prozent LED
  • offener Kassenbereich für mehr Übersichtlichkeit
 

Im Reich der Frische

Frisch in der Optik, frisch im Angebot: das Chäs Hüsli...

Frisch in der Optik, frisch im Angebot: das Chäs Hüsli...
http://www.coopzeitung.ch/Marktfrisch Frisch in der Optik, frisch im Angebot: das Chäs Hüsli...

Die zierliche Geschäftsführerin kümmert sich gerade selber ums Gemüse in der Früchte- und Gemüseabteilung, durch die die Kunden auch den neuen Laden betreten. Hier dominiert die Frische von knackigem Gemüse und reifen Früchten. Holzblenden, Holzregale, grosse Bilder und ein breites Angebot von Früchten und Gemüsen verbreiten Marktatmosphäre, die Beschriftungen sind im Dialekt. Können sich die Bernerinnen und Berner bei «Frücht u Gmües» bedienen, so finden Zürcherinnen und Zürcher das Ganze unter «Frücht und Gmües».
«Wir müssen dafür sorgen, dass das alles nicht nur frisch wirkt, sondern auch frisch bleibt», sagt Ganimete Osmani. Dazu gehören die aufmerksame Pflege der Waren und eine gute Bestellplanung. «Ich kenne die Kundschaft in meiner Region inzwischen gut», sagt die Geschäftsführerin, die vier Jahre lang eine Filiale in Zollikerberg leitete. «Wir brauchen hier viel Ware der Marken Primagusto, Fine Food und Bio.» Die junge Filialleiterin scheut sich auch nicht, ihre Kunden anzusprechen und nach deren Wünschen zu fragen: «Wenn jemand etwas kritisiert, ist das für mich nicht negativ, sondern Motivation, etwas zu ändern, um die Kunden zufriedenzustellen.»

...und das Brotregal mit Backsteinwand. 

...und das Brotregal mit Backsteinwand. 
http://www.coopzeitung.ch/Marktfrisch ...und das Brotregal mit Backsteinwand. 

Gleich nach den Früchten und dem Gemüse sticht die neue Backsteinmauer der Brotabteilung ins Auge. Das warme Licht, der Steinboden – für den übrigens Tessiner Granit verwendet wird – und die Backsteine vermitteln den Kunden das Gefühl, in einer Backstube zu sein. Und das sind sie auch, denn in den Öfen wird tagsüber Brot gebacken. So erfüllt der Duft von frischem Backwaren den Rayon. Vom knusprigen Brot ist der Sprung zum Käse nicht gross. Nur ein paar Schritte weiter steht das «Chäs Hüsli» mit einem breiten Sortiment an Käsespezialitäten. «Die Portionen sind stets frisch geschnitten und liegen abgepackt in der Selbstbedienungstheke», erklärt Osmani. «Und wenn die Kunden etwas Spezielles wollen, machen wir das natürlich auch.»

Die Metzgerei ist grundlegend neu

In der neuen Metzgerei ist Chefmetzger Erdzan Hasipi noch näher bei der Kundin. 

In der neuen Metzgerei ist Chefmetzger Erdzan Hasipi noch näher bei der Kundin. 
http://www.coopzeitung.ch/Marktfrisch In der neuen Metzgerei ist Chefmetzger Erdzan Hasipi noch näher bei der Kundin. 

Zu einer grösseren Verkaufsstelle wie in Zumikon gehört eine bediente Metzgerei. Auch sie ist grundlegend neu gestaltet mit hellen Kacheln, einer Illustration der Fleischstücke eines Rindes und neuen elektronischen Anzeigetafeln für die Preisaktionen im Hintergrund. Die neue Fleischtheke ist rundum geschlossen und so eingerichtet, dass die Kundinnen und Kunden das Angebot optimal sehen können. Chefmetzger Erdzan Hasipi (39) ist sehr angetan von der neuen Theke. «Weil sie geschlossen ist, haben wir eine viel bessere Kühlung und können das gesamte Sortiment offen und ohne Folien präsentieren. So sehen die Kundinnen und Kunden genau, wie frisch die Stücke sind.»
Nach wie vor in Selbstbedienung versorgt sich die Kundschaft mit anderen Frischprodukten. Hier fallen die Holz-einrahmung sowie die Türen bei den Kühlregalen für Fleisch und Charcuterie auf. Die Kunden müssen bei Coop nun die eine oder andere Kühlschranktür mehr öffnen, als sie das bisher gewohnt sind. «Das hat ökologische Gründe. Um Energie zu sparen, setzen wir bei Charcuterieprodukten und Fleisch auf geschlossene Kühlschränke», erklärt Sissigno Murgia (56), Leiter der Verkaufsregion Westschweiz. Zudem sparen die neuen Kälteanlagen allein durch technische Verbesserungen weitere 15 Prozent Energie ein. Murgia hat das Ladenkonzept als Projektleiter massgeblich vorangetrieben. Dazu gehören neben den offensichtlichen optischen Veränderungen auch Neuerungen, die nicht ins Auge stechen, aber das Einkaufen unbewusst angenehmer machen.

Von allen das Beste übernommen

Auch die Weinabteilung fällt durch eine attraktive Gestaltung auf.

Auch die Weinabteilung fällt durch eine attraktive Gestaltung auf.
http://www.coopzeitung.ch/Marktfrisch Auch die Weinabteilung fällt durch eine attraktive Gestaltung auf.

Eine wichtige Neuerung betreffe die Kühlschränke, erklärt Murgia. «Sie sind nicht mehr 2,20 Meter hoch, sondern nur noch circa 2 Meter. Das oberste Fach mit Waren ist somit auf einer Höhe von 1,75 Metern.» Auch an die Familienfreundlichkeit hat man gedacht: Wer mit Kinderwagen oder Rollstuhl unterwegs ist, werde es schätzen, dass jeweils die Kasse 1 einen verbreiterten Durchgang aufweist und dass das Band für die Waren tiefer liegt. Dort ist auch eine Waage für Artikel, die vergessen wurden zu wägen, damit die Kassiererin nicht jedes Mal in die Früchteabteilung gehen muss. «Wir haben uns Ideen bei vielen Detailhändlern im Ausland geholt und von allen das Beste und das für Coop Passende übernommen», so Murgia.
Dass die Neuerungen Gefallen finden, davon ist der Projektleiter überzeugt. Nicht aus Optimismus, sondern weil die Veränderungen getestet wurden. Im Sommer wurde in Bern-Schönbühl ein Testladen mit dem neuen Erscheinungsbild aufgebaut und einem Kunden-Härtetest unterzogen. Das Fazit in Kürze: «82 Prozent der Kundschaft gefällt der neue Laden besser», freut sich Murgia. Schon nächstes Jahr werden über 40 Verkaufsstellen umgebaut.

http://www.coopzeitung.ch/Marktfrisch Marktfrisch
«

Wir wollen mit den neuen Läden näher bei den Kundinnen und Kunden sein.»

Sissigno Murgia (56), Leiter Verkaufsregion Westschweiz

Das Ergebnis erstaunt Ganimete Osmani vom Coop Zumikon nicht. «Es gibt wirklich viele Neuerungen, die der Kundschaft entgegenkommen», sagt sie. So bekommen viele der neuen Filialen eine sogenannte Pick-up-Station. «Kunden können ihre Produkte am Computer bestellen und dann in der für sie am günstigsten gelegenen Filiale abholen», so Osmani. Auch die Selbstbedienungskassen werden gerne genutzt. Der ganze Kassenbereich sei offener und so gebaut, dass die Mitarbeiter an der Kasse stehen können. «Das schätzen viele unserer Angestellten.»
Was aber möchte Coop mit dem neuen Ladenkonzept grundsätzlich erreichen? «Wir wollen näher an die Kundinnen und Kunden heran», erklärt Projektleiter Murgia. «Mehr Empfang, mehr Begleitung, mehr Frische.» Das klinge zwar einfach, sei es aber nicht immer. So werden in Verkaufsstellen, wo das möglich sei, viele Produkte, auch Convenience-Produkte wie Salate und Sandwiches, vor Ort hergestellt. «Das bedingt eine entsprechende Infrastruktur», erklärt Murgia. Anderes, wie die grössere Nähe zu den Kunden, sei oft eine Frage von Zentimetern. Wenn an der Fleisch-theke kein Ablagebrett mehr montiert sei, stehe der Kunde automatisch 15 Zentimeter näher beim Metzger: «So einfach kann das manchmal sein.»

Im neuen Coop von Zumikon ist vieles neu. Warum gestaltet man die Läden um?
Unsere jetzigen Läden sind teilweise schon recht alt. In dieser Zeit haben sich Einkaufswelt und Kundenbedürfnisse verändert. Dem tragen wir Rechnung, indem wir vor allem den Kunden wieder stärker ins Zentrum rücken. Einkaufen ist etwas Emotionales. Es soll Freude machen und ein Erlebnis sein. Ich finde, Coop hat nach wie vor viele schöne Läden. Wir haben sie noch schöner gemacht, sodass sich unsere Kunden noch wohler fühlen. Wir haben sie in vielen Details optimiert und die neusten Trends aufgenommen.

Was dürfen die Kunden vom neuen Coop erwarten?
Der «neue» Coop ist vor allem eines: ein topmoderner und innovativer Laden, in dem man die Frische riecht und sieht, in dem man gerne einkauft und eine Marktstimmung das Einkaufen zum Erlebnis macht. Bedienung und Beratung stehen im Zentrum. Bewährtes haben wir beibehalten und verbessert. Und viel Neues geschaffen. Die Räume sind offener und heller. Die Fleischtheke erinnert an die Dorfmetzg und das Chäs Hüsli an die Chäsi von früher. Frisch gebackenes Brot duftet verführerisch und Bier- und Weinwelten laden zum Probieren ein.

Ihr persönliches Highlight?
Das grösste Highlight ist für mich, dass wir es gemeinsam geschafft haben, in weniger als 12 Monaten einen neuen Supermarkt zu entwickeln und aufzubauen, in dem alles neu ist – von den Möbeln und Geräten über die Kennzeichnung bis zur Kassenzone. Da bin ich unheimlich stolz auf die gesamte Crew! Ein weiteres Highlight ist auf jeden Fall die Bedienungstheke der Metzgerei – die stellt das Metzgerei-Handwerk wieder ins Zentrum.

Zumikon ist eröffnet. Wie geht es nun weiter?
Die Umrüstung unserer Läden ist ein laufender Prozess. 2017 werden über 40 neue Läden umgebaut. Im Spätherbst 2017 ist mit dem Seewenmarkt in Seewen, Kanton Schwyz, die Eröffnung des ersten Megastores im neuen Konzept geplant. Das wird eine absolute Perle werden mit verschiedenen Erlebniswelten und einem spürbaren Ausbau der Frische.

Mit der Pick-up-Station greift Coop einen neuen Trend auf: Die Kunden kaufen online ein und holen die Waren im Laden ab. Wird das immer wichtiger?
Die Kombination von Online und Stationär ist die Zukunft im Detailhandel und entspricht einem starken Kundenbedürfnis. Eine kompetente Beratung und ein Top-Service sind dabei entscheidend. Coop erlebt hier starkes Wachstum und bietet diesen Service beispielsweise mit Coop@home schon heute vereinzelt an. Nun werden alle Coop-Verkaufsstellen, die umgebaut werden, mit Pick-up-Stationen ausgerüstet für verschiedene Coop-Online-Shops. Mit 856 Supermärkten hat Coop das grösste Potenzial in der Schweiz.

http://www.coopzeitung.ch/Marktfrisch Marktfrisch

Mit der Einführung einer Sitzbank kommt Coop einem immer wieder geäusserten Kundenwunsch entgegen. Eine Sitzbank bekommt natürlich die neu gestaltete Verkaufsstelle in Zumikon, aber auch weitere Filialen werden entsprechend ausgestattet. Bis Ende 2017 sollen bereits 200 Sitzbänke in Coop-Filialen stehen. So können Kundinnen und Kunden eine kleine, gemütliche Verschnaufpause einlegen.
Hergestellt werden die Holzbänke in regionalen Behindertenwerkstätten in der Schweiz und aus FSC-zertifizierter Schweizer Eiche. Auffällig aufgedruckt ist das Logo «Nr. 153», das auf die Coop-Kampagne Taten statt Worte hinweist. Mit den Holzbänken leistet Coop eine doppelt gute Tat: für alle, die es beim Einkaufen nicht so eilig haben, und für Menschen mit Handicap, die so eine sinnvolle Arbeit erhalten.

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