Mehr als Familientransporter

Vans sind nicht nur langweilige Familientransporter: drei Neue mit jeweils eigenem Charakter.

Ein Van kann zur Plage werden. Eigentlich sind Vans ideale Familienkutschen. Aber immer wird man zum Fahren verpflichtet, wenn Buben zum Fussballturnier, Blauringmädchen ins Ferienlager oder Jugendmusiker zum regionalen Musikfestival müssen: «Ihr habt doch das grosse Auto.» – Vielleicht sollte man bei BMW 2er Gran Tourer, Renault Espace und VW Touran die Anschaffung der Sitze sechs und sieben gut überdenken.

Aussen: Beim ersten Van weicht BMW keinen Millimeter von seiner Designlinie ab. Spendiert aber zusätzliche: Mit 110 Millimetern mehr Radstand und deren 100 für das Heck streckt sich der Gran Tourer länger als sein pummeligerer Zwilling Active Tourer. Renaults Espace bricht dafür mit flacher Dachlinie, kurzen Überhängen und bis zu 19 Zoll grossen Reifen die Designregeln. Leider liegt die Ladekante recht hoch. VW verkauft seinen Touran optisch etwas unter Wert. Nur die neuen Proportionen dank geringerer Höhe machen einen Unterschied zum Vorgänger. Aber Zeitlosigkeit gilt ja auch als Tugend.

Innen: Plastik dominiert innen den 2er, schaut aber nicht so aus. Das Cockpit wölbt sich leicht Richtung Fahrer, die Sitze sind tiefer als bei der Konkurrenz montiert – das hilft, das Auto beim Fahren zu spüren. Die zweite Sitzreihe lässt sich um 130 Millimeter für Kniefreiheit oder einen grossen Laderaum verschieben. Dieser fasst bis zu 1905 Liter Gepäck, wenn man nicht die dritte Sitzreihe ordert – dann bleiben 1820 Liter. Sie kostet mit Klapptischen und Gepäcknetz 1420 Franken Aufpreis.
Der Renault kommt auch drinnen futuristisch daher: Der Getriebehebel könnte ein Raumschiff steuern, die hohe Mittelkonsole rückt die Tasten in Minimal-Entfernung und der XXL-Touchscreen für alle Funktionen sollte Schule machen. Bequeme Sitze, üppiger Platz und bis zu 2101 Liter Laderaum machen den Espace zum Wohlfühlmobil. Die dritte Sitzreihe lässt sich einzeln ordern, kostet 66 Liter Stauraum und 950 Franken.

Wenig aufregend wirkt VWs Innenraum. Dafür steckt viel Detailarbeit drin: Klapptische hinten etwa, die beim Malen jedem Druck widerstehen, Ablagen ohne Ende und ein CD-Laufwerk, das man nicht tief im Handschuhfach, sondern hinter einer eigenen Klappe findet. Einzeln klappbare Sitze und ein flacher Ladeboden stehen auf der Habenseite, die zweite Sitzreihe könnte aber mehr Seitenhalt bieten. Für die dritte werden im Paket 1140 Franken fällig; sie nimmt 123 von maximal 1980 Litern Laderaum ein.

 

Antrieb

Reisefreudige Familien sind mit den Turbodieseln gut bedient: Sie liefern genug Drehmoment, um auch beladen souverän voranzukommen. Dabei genügen die 150 PS von BMW und VW, der grössere Espace ist mit dem 160-PS-Motor ausgerüstet. Alle Diesel erfüllen die Schadstoffnorm Euro 6 – auch VW. Probleme mit den Abgasnormen hat der ältere VW-Motor, der für die Euro-5-Norm gebaut worden war.

Unterwegs

BMWs 2er passt für Eltern, die den Sportwagen ihrer Singlejahre vermissen: straff abgestimmt, direkt am Gas hängend, aber auch sehr straff, wenn man ihn volllädt. Der Touran federt ausgewogen, überzeugt durch die präzise Lenkung, zögert aber etwas beim Anfahren. Im Espace ist man sehr gelassen unterwegs und wankt gutmütig durch die Kurven. Er liegt voll beladen beim Komfort aber vorn.

 

Fazit:

Der Günstigste wäre der Ausgewogenste: VWs Touran erfüllt alle Ansprüche – wirkt aber etwas langweilig. Der BMW gibt den Dynamiker, kostet aber deutlich mehr, während der Espace die beste Aufenthaltsqualität bietet. Eins sollte man bei allen kalkulieren: ob die dritte Sitzreihe den Aufpreis lohnt.

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Text:
Andreas Faust
Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Montag 19.10.2015, 17:59 Uhr

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