Der Phytosoziologe und passionierte Gärtner war Direktor des Botanischen Gartens der Brissago-Inseln. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Mein Garten: Meine Wellnessoase

Ein Garten hält gesund und jung. Und Gärtnern ist Balsam für Geist und Seele. Das bestätigen drei passionierte Gartenfans hier in eigenen Worten.

«

Nach einer Weile liess mir Grossmutter im Garten freie Hand.»

Guido Maspoli, 49, wohnt in Arbedo TI.

«Einen Garten hingebungsvoll zu pflegen ist fürs Gemüt in vielerlei Hinsicht gut, es macht Spass und steigert das Wohlbefinden. Die Erde vorbereiten, eine Reihe Salat aussäen, ein Stämmchen pflanzen, das später mal ein Baum wird, einen Rebstock zurückschneiden, den Boden auflockern, Blumenduft einatmen oder in eine reife Frucht aus dem eigenen Garten beissen: ganz einfache Dinge, die jedoch eine willkommene Abwechslung zur Hektik des Alltags sein können.

Meine ersten Erinnerungen ans Gärtnern verdanke ich meinen Grosseltern. Mein Grossvater war eher intellektuell veranlagt; er interessierte sich nicht besonders für Gartenarbeit und war ausserdem herzkrank. Die Pflege des Gartens war daher Sache meiner Grossmutter. Sie fühlte sich dort wohl und wusste mit dem Stück Erde auch etwas anzufangen. Doch auch sie war eher kränklich – was sich durch eine leichte Hypochondrie oft noch verstärkte. Zu Beginn half ich ihr beim Rasenmähen – mit einem kleinen elektrischen Gerät, auf das ich ungemein stolz war. Später übernahm ich auch verantwortungsvollere Aufgaben wie etwa umpflanzen, zurückschneiden oder kälteempfindliche Pflanzen auf den Winter vorbereiten. Nach einer gewissen Zeit liess mir die Grossmutter freie Hand. Wahrscheinlich, weil sie der Gartenarbeit überdrüssig war. Aber von der Terrasse aus gab sie mir weiterhin Ratschläge oder brachte ihre Wünsche an. Mich in ihrem Garten arbeiten zu sehen hatte eine wohltuende Wirkung auf sie und gab ihr immer wieder für einige Momente einen Energiekick. Danach setzten wir uns jeweils auf die Hollywoodschaukel, tranken etwas zusammen und plauderten. Gartenarbeit beansprucht den ganzen Körper und beruhigt. Sie mildert Spannungszustände, bevor diese krank machen.»

 

Garten- und Pflanzentherapie

Dass der Aufenthalt in einem Garten guttut, wussten schon die alten Ägypter. Deren Ärzte verordneten Gartenspazier-gänge, wenn sich Mitglieder der Pharaonenfamilie verwirrt zeigten. In Europa kam diese Idee erst im 18. Jahr-hundert auf. Ärzte in Frankreich liessen Kranke vom Spitalbett nach draussen führen. Wegbereiter der Gartentherapie wurde der Amerikaner Benjamin Rush. Er wies die günstigen Auswirkungen von Gartenarbeit 1812 wissenschaftlich nach. Doch seine Erkenntnisse gerieten wieder in Vergessenheit, richtig Fahrt aufgenommen hat Gartentherapie in den letzten Jahren. In der Schweiz gibt es etwa in der Reha Clinic Bad Zurzach Therapiegärten.

Der Nutzen der Behandlung wurde wissenschaftlich belegt. Thomas Benz, Leiter der Gartentherapie Reha Clinic, sagt: «Bei Personen mit chronischen Schmerzen des Bewegungsapparats, welche an unserem interdisziplinären Schmerzprogramm teilnahmen, wiesen wir nach, dass Gartentherapie die psychische Gesundheit und den Umgang mit Schmerzen verbessert. Auch die funktionelle Leistungsfähigkeit nimmt zu, wodurch die Betroffenen Aufgaben im Haushalt, Beruf und in der Freizeit besser bewältigen können.

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Alamy, zVg
Veröffentlicht:
Donnerstag 14.04.2016, 16:00 Uhr

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