Pestizide können das Immunsystem der Bienen schwächen und deren Orientierungssinn stören.

Mein summender Balkon und Garten

Es gibt vielfältige Wege, Bienen zu unterstützen. Das Schöne: Auch die Lebensqualität von uns Menschen steigt, je farbiger, duftender und lebendiger es wird! Sechs Tipps, wie Sie Bienen helfen können.

In der Schweiz leben neben der bekannten Honigbiene über 600 Arten von Wildbienen, zu denen auch die Hummeln zählen. Blitzschnell landen sie auf Blütenblättern, krabbeln mit akrobatischem Geschick ins Innere der Blüte. Sie tauchen ihren Rüssel in den süssen Nektar und saugen ihn auf, Pollen bleibt in den federförmigen Haaren hängen oder wird auf dem Bauch angebracht, und schon ist die Biene unterwegs zur nächsten Blüte oder zum Nest, um Pollen in die Brutzelle zu bringen. Dank dieses Blütenbesuchs werden wir belohnt mit Beeren, Früchten, Gemüsen, Schokolode oder Kaffee. Unser gesamtes Ökosystem ist abhängig von den fleissigen Bestäubern. Das Bienensterben betrifft sie alle. Aber wir können ihnen helfen: Es braucht nicht viel, um ein kleines Paradies für Bienen entstehen zu lassen. Mit unseren Tipps summt und brummt es herrlich auf dem Balkon und im Garten.


1. Einheimische Wildpflanzen anbieten
Bienen brauchen ein gutes Nahrungsangebot, damit sie genug Pollen und Nektar sammeln können. Besonders wertvoll sind einheimische Wildpflanzen. Auch auf kleinen Flächen ist vieles möglich. Als Tankstelle eignen sich Töpfe oder Kistchen auf dem Fenstersims oder Balkon, am Hauseingang oder auf der Terrasse. All dies zusammen ergibt viel Potenzial, um Bienen zu helfen. Wenig geeignet sind gefüllte Blüten, weil sie Bienen keine Nahrung bieten.

2. Verschiedene Blütezeiten
Ideal ist ein konstantes Angebot an blühenden Pflanzen von früh bis spät im Jahr. So finden Bienen immer Nahrung. Bei den Korbblütlern wählt man Huflattich für den Frühling, dann Flockenblumen und für den Herbst Astern. Bei den Lippenblütlern beginnt man mit Wiesensalbei, dann Dost und Minzen. Pflanzen wie Gänseblümchen, Beinwell oder Taubnesseln blühen sogar fast das ganze Jahr.

3. Ein Kistchen mit Sand
Viele Bienen mögen magere Standorte. Füllen Sie also Kistchen oder Töpfe mit Sand und ganz wenig Erde, und bepflanzen Sie es spärlich mit Blumen (Foto rechts oben). Mit etwas Glück nistet im Substrat eine Wildbiene. So kann man zusehen, wie sie mit den Beinen einen Gang gräbt und im Boden Brutzellen anlegt.

 
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4. Bio kaufen
Die Unterstützung einer nachhaltigen, biologischen und artenreichen Landwirtschaft ist eine der wichtigsten Wege, um Bienen zu helfen. Achten Sie beim Einkauf auf die entsprechenden Labels.

5. Nistplätze für Wildbienen
So vielfältig wie die Arten, so vielfältig sind ihre Nistplätze. Am wichtigsten sind an gut besonnten Orten offene Bodenflächen oder Steilwände, denn die meisten Arten nisten im Boden (Foto rechts Mitte). Einige Wildbienen nisten im Mark von Pflanzenstängeln. Für sie kann man verholzte Stängel von Brombeeren, Disteln oder Rosen am Balkon oder am Gartenzaun anbinden. Andere Arten nisten in Totholz (zweitunterstes Bild). Deshalb sollte man abgestorbene Bäume stehen lassen. Oder man stellt ein Aststück auf den Balkon. Auch Hohlräume in Trockenmauern oder alte Bohrlöcher können als natürliche Nistplätze dienen.

6. Die künstliche Nisthilfe
Immer beliebter werden die Wildbienen-Häuser für hohlraumbewohnende Arten (unterstes Foto). Hier kann man gerade mit Kindern sehr gut Wildbienen beobachten. Solche künstlichen Nisthilfen kann man kaufen oder mit Gartenmaterialien selber basteln. Doch sie funktionieren nur, wenn den Bienen rundum passende Nahrung angeboten wird.

Was Sie sonst noch alles tun können, finden Sie in folgendem PDF »

Damit wir auch in Zukunft Lebensmittel aus der Natur geniessen können, brauchen wir die Bienen. Durch die Förderung des Bio-Landbaus und den Verzicht auf Produkte mit chemisch-synthetischen Wirkstoffen, die Bienen gefährden, engagiert sich Coop für die Bestäuber. Unter dem Label Oecoplan gibt es bei Coop und Coop Bau + Hobby ein breites Angebot an bienenfreundlichen Produkten. Zusammen mit Biotta, Ricola, Weleda, Ramseier und Bio Suisse fördert Coop zudem sieben Schweizer Jungimker- und Wildbienenprojekte.

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Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Montag 02.03.2015, 18:58 Uhr

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