Da leuchten die Augen: Die Winzer Frédéric (l.) und Philippe Blanck begutachten im Weinkeller den Riesling. Der unbestrittene Star unter den Reben findet in Kientzheim optimale Wachstums­bedingungen durch das milde Klima und die Schiefer- und Granitböden.

Menschen hinter dem Wein: Domaine Paul Blanck & Fils

Seit mehreren Hundert Jahren befasst sich die Familie Blanck mit Weinen. Dass hier der Beruf noch immer Berufung ist, wird spätestens beim Treffen in Kientzheim im Elsass klar.

Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen. «Riesling, Riesling und nochmals Riesling», entgegnet Frédéric Blanck (50) euphorisch auf die Frage, welches denn sein Lieblingswein sei. Da passt das doch wie der Schraubverschluss auf die Flasche, dass der Winzer zusammen mit seinem 55-jährigen Cousin Philippe davon rund 60 000 Liter im Jahr produziert. «Um etwas gut zu machen, muss man es gerne machen», lautet die Devise des Weisswein-Liebhabers. Oder zumindest lange, denn die Familie Blanck ist seit mehr als vierhundert Jahren im Weinbau tätig.

Riesling gibt viel zu tun

Neben Riesling ist auch der Gewürztraminer einer der Stars im Elsass – und bei der 35 Hektar grossen Domaine Paul Blanck, die 1987 nach dem verstorbenen Grossvater benannt wurde. Doch: «Der vergangene Sommer war zu warm und zu trocken, daher war die Ausbeute an Gewürztraminer keine grosse», erzählt Frédéric. Lediglich 30 000 Flaschen würden daher in den Verkauf gelangen. Grundsätzlich sei der säurearme Gewürztraminer viel genügsamer als sein Kontrahent. «Der Riesling ist eine komplizierte Sorte. Die Reben mögen kein allzu warmes Wetter und benötigen einen steinigen Untergrund.» Weil jedoch der Einsatz von Unkrautvertilgungsmitteln dafür sorge, dass sich das Wurzelwerk nicht genug tief im Boden verankere, würde oftmals der Geschmack darunter leiden. «Seit 1990 verzichten wir deshalb – ganz im Gegensatz zu unseren heute knapp 80-jährigen Vätern Bernard und Marcel – auf sämtliche Chemiekeulen und entfernen das Unkraut wieder selber.» Zumal die Umstellung im Zuge der Modernisierung in den 70er-Jahren einen weiteren fahlen Beigeschmack hat: «Nach dem Einsatz von Herbiziden und Insektiziden hatten ein Arbeiter und ich mit Schwindelanfällen zu kämpfen.» Ausschliesslich biologischen Grundsätzen zu folgen, sei für ihn kein Rück-, sondern ein Fortschritt. «Wir agieren im Weinberg nun wieder wie einst unser Opa. Nur, dass wir anstelle eines Pferdes eine motorbetriebene Bodenfräse verwenden.» Das habe zur Folge, dass die oberen Wurzeln der Riesling-Rebe zwar kaputtgingen, sie dadurch aber tiefer ins Erdreich wachsen und somit mehr Säure und Mineralität entwickeln könne.

Ausgleich zum Winzerjob

Im Leben von Frédéric Blanck dreht sich fast alles um seine Leidenschaft, das Herstellen von hochwertigen Weinen, die auf den besten Weinkarten vertreten sind. Doch auch der passionierteste Winzer muss ab und an den Kopf durchlüften, abschalten. «Das geht am besten auf dem Töff», erzählt er. «Da kann es dann schon mal passieren, dass ich nach einem Wochenende auf der Rennstrecke nicht mehr weiss, wie ich heisse», scherzt der Vater von zwei Töchtern im Alter von 14 und 27 Jahren sowie einem 24-jährigen Sohn, der ebenfalls Önologe ist. Allerdings in Australien. «Lucas, der beim letzten Jahrgang mitgeholfen hat, hat dort das grosse Los mit Job, Freundin und Wetter gezogen.» Da übe die derzeit winterliche Gegend um die elsässische Weinstrasse logischerweise keinen allzu gros-sen Reiz auf den Sohnemann aus. Und weil der Berg ja bekanntermassen nicht zum Propheten kommt, muss der Vater demnächst zu seinem Spross reisen: «Im Februar fliege ich für zwei Wochen nach Down Under. Davon nehme ich drei Tage an einem Motorradrennen teil, den Rest meiner Ferien verbringe ich bei der Weinprobe. Das wird herrlich», schwärmt der jüngere Patron und reibt sich die von der harten Arbeit im Weinberg geprägten  Hände. Doch auch wenn er dort auf der Südhalbkugel zusammen mit seinem deutschen Winzer-Kollegen Ernst Loosen mit Sicherheit viel anderen guten Weisswein probieren wird: «Meiner Lieblingssorte bleibe ich natürlich treu.

Domaine Paul Blanck & Fils

Alsace AOC Riesling Blanck, 2013

Helles Zitronengelb mit einer sehr intensiven Aromatik von Aprikosen, Pfirsich, blumigen Rosennoten, Apfel, Quitte und etwas Honig. Am Gaumen typische Rieslingsäure, viel Aroma, komplex und ausgewogen. Zum Apéro, zu Fisch oder Meeresfrüchten.

Preis: Fr. 14.95/75 cl.*

Erhältlich: in grösseren Coop-Verkaufsstellen und bei mondovino oder Coop@Home

Alsace AOC Gewürztraminer Blanck, 2013

Strohgelb mit grünlichen Reflexen, intensives Bouquet von Rose und Ingwer. Konzentriert, vollmundig und mit weicher, charaktervoller Süsslichkeit. Ausgewogen mit kraftvoller anhaltender Aromatik. Zum Apéro, zu Fisch oder asiatischen Gerichten.

Preis: Fr. 17.95/75 cl.*

Erhältlich: in grösseren Coop-Verkaufsstellen und bei mondovino oder Coop@Home

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Nadine Bauer

Redaktorin

Foto:
Heiner H. Schmitt, zVg
Veröffentlicht:
Dienstag 06.01.2015, 00:00 Uhr

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