Himbeere (engl. raspberry) als Logo: Der Compi ist nicht nur für Tüftler ideal.

Mini-Compi: Eine Platine kommt gross raus

Seine Fangemeinde ist riesig. Zum 5. Geburtstag hat er den legendären Commodore 64 überholt: 12 Millionen verkaufte Raspberry Pi – woran liegt das?

Commodore 64 mit externer Stromversorgung und Commodore 1530 (C2N) Datasette

Commodore 64 mit externer Stromversorgung und Commodore 1530 (C2N) Datasette
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Ursprünglich sollte der Mini-Computer Kindern und Jugendlichen das Programmieren nahebringen. Die Erfinder an der Universität Cambridge dachten, dazu brauche es einen günstigen kleinen Rechner, auf dem man im Unterschied zu den teuren, komplexen PCs nicht viel «kaputt machen» könne. Wie viele Raspberry Pi bisher einen experimentellen Tod starben, ist nicht bekannt. Doch die ganz gebliebenen haben eine grosse Anhängerschaft. Das Platinchen wurde zum Superstar – trotz oder wegen des spartanischen Auftritts: Eine rohe, kreditkartengrosse Leiterplatte, ein paar Chips – das ist alles. Anschlusskabel oder Gehäuse gibt es nicht. Die Kreativität der Fangemeinde scheint das aber nur anzustacheln. Von Lego-Konstrukten bis zu Plüschtieren – kaum etwas wurde noch nicht dazu verwendet, einen Raspberry Pi zu verpacken.

Professionell einsetzbar

Anklang fand das Konzept zunächst bei erfahrenenBastlern, doch inzwischen haben Nerds aller Altersstufen mit dem «R-Pi» automatische Bahnschranken gebaut und ihn an Fesselballons gehängt. Sie konstruierten Schliessanlagen, bauten Arcade-Games nach, bastelten Feinstaubsensoren und machten Musik mit Gemüse. Vielfach nachgebaut: ein «Magic Mirror», der morgens nicht nur freundlich grüsst, sondern auch Wetter und Terminkalender anzeigt. Sogar in professionellen Anwendungen ersetzen Raspberry Pi und andere Einplatinenrechner heute oft PCs oder Notebooks. Kein Wunder – sie kosten ja fast nichts. 

Einfach und effektiv

Ein Raspberry Pi besteht aus grundlegender Hardware wie Zentralprozessor (CPU) und Arbeitsspeicher, dazu einige Schnittstellen (HDMI, Audio, USB, Video). Als Datenspeicher dient eine Micro-SD-Karte, als Stromversorgung ein Handy-Ladegerät. An die Leistung eines PCs oder Notebooks reichen die Fähigkeiten des Raspberry Pi nicht heran, doch für einfache Aufgaben genügen sie. Die meistgenutzten Betriebssysteme, Noobs und Raspbian, sind Open-Source-Software.

Anleitungen im Netz

Nebst einer Community, die ihre Entwicklungen meist kostenlos zur Verfügung stellt, hat sich in den vergangenen Jahren ein grosser Zubehör-Markt entwickelt, auf dem man Sensoren und Softwaremodule aller Art findet, vom Fingerabdrucksensor bis zu GPS oder WLAN. Nach Anleitungen aus dem Internet schnell einrichten lassen sich etwa Internetradio, Media- oder Webcam-Server. Für kreative und fantasievollere Projekte braucht es aber Programmierkenntnisse. Für absolute Laien und Kinder ist das wohl zu anspruchsvoll. Aber man kann ja mal mit ein wenig Elektronik-Bastelei anfangen. Der Appetit kommt ja auch mit dem Essen … 

Raspberry PI 3 Model B Mainboard für Fr 49.– bei microspot.ch 

Immer gut gewässert

Wem programmierbare Bewässerungssysteme zu teuer sind, der kann eine App nutzen, die jeweils daran erinnert, wenn es wieder einmal Zeit zum Wässern ist. Bei «Blumen giessen» lassen sich Ficus wie Kaktus mit Namen, Standort und Foto registrieren sowie mit Giess- und Düngintervall versehen. Haben Sie das Giessen bestätigt, läuft die Zeit von vorn. Sehr nützlich ist das vor allem, wenn Sie während den Ferien bei den Nachbarn giessen müssen. Tipp: Schneller geht es, wenn Pflanzen mit denselben Wässerungsgewohnheiten in Gruppen erfasst werden.

«Blumen giessen», gratis für Android, ab 3 Jahren.

Der magische Spiegel von Michael Teeuw und seine Varianten
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Text:
Daniela Gschweng
Foto:
Keystone, zVg
Veröffentlicht:
Montag 24.04.2017, 13:00 Uhr

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