Moderne Zeiten

Ein Handy oder kein Handy

Steven Schneider: Auch wenn Schreiber mich für einen Neandertaler hält, bleib ich dabei: «Nein!»
Thema unseres Disputs: Braucht unsere Dreizehnjährige ein Handy? Genauer genommen: ein Smartphone?
Seit Wochen diskutieren wir darüber. Taktisch klug tischt Schreiber das Thema immer wieder auf. Besonders oft bei Freunden. Naiv stellt Schreiber dann die Frage in den Raum: «Findet ihr es schlimm, wenn ein Teenager ein Handy hat?»
Das finden die Freunde nicht schlimm; dafür mich, weil ich dagegen bin.
Nun liefert Schreiber ein neues Pro-Argument: «Es gibt Abos, die mit wenig Taschengeld finanziert werden können. Und Handys gibts zum halben Preis. Das ist überhaupt nicht mehr teuer. Und zudem kann ich gratis mit ihr telefonieren, das wär doch praktisch.»
Wann, frage ich mich, will sie mit unserer Älteren telefonieren? Auf dem Pausenplatz?

«

Ich kämpfe gegen Windmühlen»

Wir wohnen gegenüber der Schule, Luftlinie 35 Meter!
Aber das spielt offenbar keine Rolle. Über 10 Millionen Mobiltelefon-Abos sind in der Schweiz gelöst. Als ob es so viel zu sagen gibt! Moderne Zeiten – und ich weiss natürlich: Ich kämpfe gegen Windmühlen.
Was im Vergleich zu einem Kampf gegen Schreiber freilich immer noch ein Klacks ist.

Sybil Schreiber: Schneider ist manchmal echt vorgestrig. Er redet sogar davon, ganz auf ein Handy zu verzichten. «Wozu brauche ich es?», fragt er. «Ich telefoniere eh nicht gern.» Sein Ding sind E-Mails, da muss er nicht reden und kann erst antworten, wenn ihm danach ist. Leider kapiert er nicht, wie heiter und leicht Kommunikation per Handy sein kann.

Ich liebe es, SMS zu schicken, und freu mich über jedes «Pling», jedes Foto, über kurze Gedankengrüsse, auf die ich eben nicht gross eingehen muss. Dieses unverbindliche «Hallo-ich-denk-an-Dich» gefällt mir. Ausserdem bin ich der Meinung, dass unsere Kinder den Anschluss an die Zukunft nicht verlieren sollten. «Was auch für uns gut ist», erkläre ich Schneider. «Denn wer soll uns später die Technik erklären, wenn nicht unsere Kinder?» Wir brauchen ja bereits heute die Hilfe von Schneiders Neffen, wenn es um moderne Medien geht.

«

Er ist manchmal echt vorgestrig.»

Da Schneider meine Argumente mit «Nein! Nein! Nein!» abschmettert, muss ich neue Strategien wählen, um ans Ziel zu gelangen. Denn eins ist klar: Ein Handy wird für unsere Tochter erst dann angeschafft, wenn er und ich «Ja» dazu sagen. Wichtige Entscheidungen treffen wir immer noch gemeinsam.

So altmodisch sind wir nun mal.

 (Coopzeitung Nr. 19/2014)

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Was Psychologin Margarethe Letzel in einem ähnlichen Fall geraten hat, können Sie hier nachlesen.

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Sybil Schreiber, Steven Schneider

Kolumnisten

Foto:
Ferdinando Godenzi
Veröffentlicht:
Montag 05.05.2014, 20:05 Uhr

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